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Gehrden Feuerwehrkräfte üben für den Ernstfall
Umland Gehrden

Gehrden: Feuerwehrkräfte aus Lenthe, Northen und Gehrden üben für den Ernstfall

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15:34 07.07.2019
Im verqualmten Gebäude suchen die Atemschutzgeräteträger nach den vermissten Personen. Quelle: Heidi Rabenhorst
Lenthe

Für die Ortsfeuerwehr Lenthe gestaltete sich der wöchentliche Übungsdienst am Sonnabend aufregender als gewöhnlich. Um 14.27 Uhr wurden die Einsatzkräfte wegen eines ­ausgelösten Rauchwarnmelders zur Biogasanlage in Lenthe gerufen. Was sie zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten: Es handelte sich ­lediglich um eine Alarmübung, die vom stellvertretenden Lenther Ortsbrandmeister Christian Herder ausgearbeitet worden ist.

Feuerwehr rettet Verletzte

Den als erstes eintreffenden Einsatzkräften seiner Ortswehr schilderte Einsatzleiter Herder folgende Lage: Auf dem Gelände der Biogasanlage ist in der Getreidehalle ein Feuer ausgebrochen, in der sich Gasflaschen befinden. Außerdem müssen fünf Verletzte aus dem Gebäude gerettet werden, aus dem dank einer Nebelmaschine dicker Qualm dringt. Schnell war den Feuerwehrleuten aus Lenthe klar, dass sie Verstärkung brauchen. Sie alarmierten die Freiwilligen Feuerwehr Gehrden und Northen nach.

Christian Herder beobachtete das Vorgehen seiner Männer und Frauen gemeinsam mit dem stellvertretenden Gehrdener Stadtbrandmeister Alexander Stoßberg: „Wir haben bewusst ein sehr realistisches Szenario gewählt – so etwas kann tatsächlich jederzeit vorkommen“, sagte Herder, der bei seiner Arbeit vom Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Gehrden, Peter-Albert Fricke unterstützt wurde.

„Ich möchte mich ganz herzlich bei ihm bedanken. Er stand mir die ganze Zeit als Führungsassistent zu Seite und war mir eine große Hilfe. In der erstmals von mir ausgearbeiteten Alarmübung steckt eine Menge Arbeit. Ich freue mich über die große Unterstützung von allen Seiten“, sagte Herder.

Einsatzkräfte verhindern ein Ausbreiten des Feuers

Nachdem die Brandbekämpfer die Wasserversorgung gesichert hatten, brachen die Atemschutztrupps die Türen zur Getreidehalle auf und suchten nach den fünf vermissten Personen. Parallel dazu war von anderen Feuerwehrleuten außerhalb des Gebäudes eine sogenannte Riegelstellung aufgebaut worden. Sie soll im Ernstfall verhindern, dass sich das Feuer auf angrenzende Objekte ausbreitet.

In diesem Fall wurde unter anderem ein benachbartes Feld bewässert. Auch für die Einsatzleitung gab es viel zu tun. Der Funkverkehr zu den Kollegen musste in Betrieb genommen, der Einsatz dokumentiert werden.

Übung ist erfolgreich

Gegen 17 Uhr meldeten die Löschzugführer der Einsatzleitung schließlich: „Feuer aus!“ Alle Personen waren gerettet, die Halle wieder rauchfrei. Anschließend stellten die Brandbekämpfer die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge und der Geräte wieder her.

Mit dem Ergebnis der Übung war der Übungsleiter zufrieden. „Im Großen und Ganzen hat alles gut geklappt. Die Wasserversorgung war schnell aufgebaut und auch die Atemschutzgeräteträger haben eine hervorragende Arbeit geleistet“, sagte Herder.

Im Ernstfall hätten Einsatzkräfte nicht ausgereicht

Auch Stoßberg zog ein positives Fazit: „Ich habe nichts zu kritisieren und ich freue mich über die große Einsatzbereitschaft meiner Feuerwehrkameraden. Derartige Übungen sollten wir öfter machen. Je mehr wir miteinander üben, desto besser klappt auch die Zusammenarbeit unter den verschiedenen Ortsfeuerwehren“, sagte er.

Und noch eine Erkenntnis habe man gewonnen: „Im Ernstfall hätten die Einsatzkräfte bei weitem nicht ausgereicht. Da hätten wir noch mehr Ortsfeuerwehren und wohl auch die Drehleiter anfordern müssen“, so Stoßberg.

Die Feuerwehr hat mit rund 60 Einsatzkräften den Ernstfall geprobt. Bei der Übung mussten fünf Personen gerettet werden.

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Übungen sind für die Einsatzkräfte wichtig, um für den Ernstfall gut gerüstet zu sein. Die Feuerwehr Gehrden musste beispielsweise im vergangenen Jahr so oft wie noch nie ausrücken.

Um vernünftig arbeiten zu können, müssen die Rahmenbedingungen stimmen: In Lenthe warten die Feuerwehrleute auf ein neues Gerätehaus.

Übrigens: Es war im Jahr 1978, als es eine Gesetzesänderung auch Frauen zum ersten Mal ermöglichte, in einer Freiwilligen Feuerwehr am aktiven Dienst teilzunehmen. In Northen wollten neun Dorfbewohnerinnen damals offenbar keine Zeit verlieren.

Von Heidi Rabenhorst

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