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Gehrden Fluglärm bringt viele Gehrdener um den Schlaf
Umland Gehrden

Gehrden: Fluglärm bringt viele Bürger um den Schlaf.

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17:41 06.10.2019
Mehr als 60 Gäste verfolgen angespannt den Vortrag Reinhart Thomas'. Quelle: Franz-V. Reitzler
Everloh

Es war voll, es war hitzig und es war emotional: Der Lärmschutzbeauftragte des Flughafens Langenhagen, Reinhart Thomas, hatte im Sportheim des SV Northen-Lenthe keinen leichten Stand. Thomas war auf Einladung des Everloher Ortsrates gekommen, um mit den Bürgern über die Flugrouten und -zeiten über dem Gehrdener Stadtgebiet zu reden.

„Ich freue mich, wenn Leute da sind. Die Zahl der Genervten, wird größer sein, als die Zahl derer, die sich melden. Vergangenes Jahr hat sich keiner gemeldet“, sagte Thomas eingangs. Der zuständige Ausschuss habe vor fünf Jahren festgestellt, dass es in dieser Region keine Lärmbelästigung gebe – wobei Lärmbelästigung ein persönliches Empfinden sei und stets von der Lebenssituation der Betroffenen abhänge.

Das sehen zahlreiche Bürger anders. Ihnen ist es zu laut, vor allem nachts. „Wie viele Personen müssen sich denn beschweren, bis wir gehört werden?“, fragte Christine Meier. Als Thomas behauptete, dass nur die Flüge mit Ziel im Osten über Gehrden flögen, wurde es unruhig. Der Everloher Oliver Bender erklärte beispielsweise, dass er geschäftlich regelmäßig nach München fliege, und jedes Mal mache das Flugzeug einen Bogen über das Calenberger Land. Eine Feststellung, die ein anderer Gast beweisen konnte – anhand einer Flug-Routen-App.

Ruhestörung in den Nachtstunden

Nach Angaben von Thomas überqueren in den Nachtstunden nur 13 Flugzeuge das Gehrdener Gebiet. Etliche Zuhörer indes bezweifelten diese Zahl und beschwerten sich. „Ich habe deutlich mehr gezählt“, rief ein Mann. Immer wieder wache er nachts auf. Kritik löste auch eine Folie aus, die Thomas zeigte. Darauf war zu sehen, dass jährlich etwa 15.000 Nachtflüge über Gehrden führen. Christiane Meier rechnete vor: „Das sind 43 Flüge pro Nacht.“

Für die Everloher Ortsbürgermeisterin Gisela Wicke war das Thema nach der Veranstaltung nicht beendet. Nach wie vor seien viele Fragen offen geblieben, sagte sie. Zum Beispiel, ob der Korridor der sogenannten Povel-Route ausgeweitet werden könne? Bei dieser Route handelt es sich um die südöstliche Hauptflugroute des Großflughafens in Langenhagen. Sie verläuft zwischen Ronnenberg und Weetzen. Insbesondere an Tagen mit Westwind – und damit an 70 Prozent aller Tage im Jahr – überqueren zahlreiche Flugzeuge unmittelbar nach dem Start das Calenberger Land. Zudem wollte Wicke wissen, wie viele Ferienflieger nachts zwischen 3 und 6 Uhr die Strecke in den Sommermonaten nutzen? „Ich hoffe auf Antworten“, sagte sie. Thomas schlug vor, mobile Messanlagen an sieben Standorten im Stadtgebiet aufzustellen. „Damit wir messen können, wie viel Dezibel unten ankommen“, sagte Wicke.

Weitere Veranstaltung Anfang November

Wicke möchte zudem Anfang November eine weitere Veranstaltung zum Thema „Fluglärm und Gesundheit“ organisieren. Anliegen der Bürger aus dem Calenberger Land sollen zudem schriftlich an die Flughafenkommission, die Ende November tagt, weitergereicht werden.

In Gehrden war der Fluglärm in der Vergangenheit immer wieder ein Thema. Demnach sind die Bewohner dem Lärm der im Steigflug mit voller Schubkraft fliegenden Maschinen ausgesetzt. Besonders nachts seien die Geräusche unüberhörbar, lautet die Kritik der Gehrdener. Das Problem: Der Flughafen Hannover ist Norddeutschlands einziger Verkehrsflughafen ohne Nachtflugverbot.

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Von Franz-V. Reitzler

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