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Gehrden Gehrdener Berg wird zur Filmkulisse
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Gehrden: Gehrdener Berg wird zur Filmkulisse

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21:27 16.12.2019
Die Musiker aus dem Ensemble der Stockbachtaler Musikanten untermalen den Dreh einer Filmszene mit den passenden Klängen. Quelle: Ingo Rodriguez
Gehrden

„Ruhe bitte! Wir drehen das noch einmal. Alles auf Anfang“, sagt eine Helferin aus der Filmcrew und schlägt die Klappe für die nächste Szene. Dann kommt der große Auftritt der Stockbachtaler Musikanten. Nach kurzer Zeit schon ist alles wieder vorbei. Schnell ziehen sich die Instrumentalisten aus Leveste, Langreder, Egestorf und Groß Munzel bei dem eisigen Wind wieder ihre dicken Jacken über.

Der Gehrdener Berg ist für einen Tag zur Kulisse für einen Kurzfilm des Nachwuchsregisseures Dolunay Gördüm geworden. Auch die Feuerwehr und Musiker aus Gehrden waren am Filmset im Einsatz.

Dass sie als Akteure in einem Kurzfilm des Nachwuchsregisseurs Dolunay Gördüm zum Einsatz kommen, haben sie ihrem Ensemblemitglied Manfred Mötje zu verdanken. Mötje, der auch den Musikzug der Feuerwehr Leveste leitet, hatte den Filmemacher vor einem Jahr bei einer Premiere von Stipendiaten im Künstlerhaus in Hannover zufällig kennengelernt. Bei der Suche nach einer Blaskapelle für seinen Kurzfilm empfahl Mötje die Stockbachtaler Musikanten. „Er hat den Kontakt hergestellt. Die Blaskapelle spielt in einer Szene, in der die Fantasie eines Kindes dargestellt wird“, sagt der 34-jährige Regisseur.

Die Musiker aus dem Ensemble der Stockbachtaler Musikanten haben für eine Filmszene trotz eisigem Wind ihre warmen Jacken ausgezogen. Quelle: Ingo Rodriguez

Feuerwehr sorgt für künstlichen Regen

Für drei Szenen in seinem Kurzfilm „Ein echt deutscher Ausflug“, die am letzten Drehtag gefilmt werden, hat der Stipendiat das Gelände rund um das Berggasthaus Niedersachsen ausgesucht. Der Inhaber habe schnell eingewilligt – ebenso wie die Feuerwehr Gehrden, die in der Szene mit der Blaskapelle später mithilfe ihrer Löschschläuche für künstlichen Regen sorgen soll. „Dreharbeiten für einen Film unterstützen wir gerne. Das ist mal etwas ganz anderes“, sagt Ortsbrandmeister Peter-Albert Fricke.

Einsatzkräfte der Gehrdener Feuerwehr sorgen vor einer Stellprobe für künstlichen Regen. Quelle: Ingo Rodriguez

In Gördüms Komödie geht es um die kulturelle Identität. Der achtjährige Ilkay lebt in der Türkei. Als er seinen deutschen Opa besucht, versucht dieser ihn zu „zivilisieren“, indem er einen typisch deutschen Ausflug mit ihm unternimmt. Auch bei seiner Suche nach Hauptdarstellern ist der Regisseur in der Region Hannover fündig geworden. Den Großvater im Kurzfilm verkörpert Martin G. Kunze, ein professioneller Theaterschauspieler. Die Rolle des achtjährigen Ilkay besetzt Armagan (8) von der Grundschule Stöcken. „Ich hatte vorher nach einer Schule mit einem guten Theaterangebot gesucht“, sagt der Nachwuchsregisseur.

Eine Maskenbildnerin bereitet die beiden Hauptdarsteller Martin G. Kunze und Armagan (8) in einem Wohnmobil für die Dreharbeiten vor. Quelle: Ingo Rodriguez

Gördüm studiert Buch und Regie

In Gördüms Film steckt viel Biografisches: Der Regisseur wurde 1985 als Sohn eines türkischen Vaters und einer deutschen Mutter in Mayen geboren und wuchs in Izmir in der Türkei auf. Die Sommerferien verbrachte er bis zu seinem 16. Lebensjahr bei den deutschen Großeltern. Seit 2002 lebt er wieder in Deutschland. Bis 2017 studierte er an der Kunsthochschule für Medien in Köln mit dem Schwerpunkt Buch und Regie. Seit 2017 ist Gördüm freier Filmemacher im Bereich Film und Theater. In seiner Stipendienzeit von Juli bis Dezember 2019 arbeitet er in Hannover an dem Kurzspielfilm. Die Uraufführung ist für den 1. Oktober 2020 im Künstlerhaus in Hannover geplant. Anschließend soll der rund zehnminütige Streifen bei Filmfestivals und als Vorfilm in Kinos gezeigt werden. „Bis dahin werden noch Animationsszenen angefertigt. Außerdem wird der Film noch geschnitten“, sagt Gördüm.

Kameramann Christian Löhr (links) und Regisseur Dolunay Gördüm (Zweiter von links) prüfen die Einstellung für die nächste Filmszene. Quelle: Ingo Rodriguez

Für die Filmcrew hat er Techniker aus Hannover und Köln angeheuert. Kameramann ist sein früherer Studienfreund Christian Löhr aus Köln. Die Feuerwehr und die Stockbachtaler Musikanten sind ehrenamtlich im Einsatz. „Das Budget beträgt inklusive Stipendium und Zusatzförderung 35.000 Euro“, verrät der Regisseur. Sein Ziel sei es natürlich, auch irgendwann große Kinofilme zu drehen, sagt er.

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Von Ingo Rodriguez

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