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Gehrden Im Neubaugebiet drücken erste Häuslebauer aufs Tempo
Umland Gehrden Im Neubaugebiet drücken erste Häuslebauer aufs Tempo
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15:46 02.11.2018
Alena und Tobias Schulte aus Hannover-List feiern nur eineinhalb Wochen nach ihrem Baubeginn das erste Richtfest in dem künftigen Wohngebiet.
Alena und Tobias Schulte aus Hannover-List feiern nur eineinhalb Wochen nach ihrem Baubeginn das erste Richtfest in dem künftigen Wohngebiet. Quelle: Ingo Rodriguez
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Gehrden

Das erste Richtfest in einem Neubaugebiet als historischen Moment zu bezeichnen, mag von einem mächtigen Schwung Pathos begleitet sein. Und doch ist dem jungen Ehepaar Schulte Stolz und Glückseligkeit anzumerken: „Wir haben erst vor eineinhalb Wochen mit dem Rohbau begonnen und können später erzählen, dass wir die ersten Häuslebauer waren, die im Langen Feld III ihr Richtfest gefeiert haben“, sagt die 30-jährige Alena Schulte, nimmt ihren 31-jährigen Ehemann Tobias zärtlich in den Arm und streichelt sich über den Bauch. Das Paar erwartet Nachwuchs.

Alena und Tobias Schulte freuen sich eineinhalb Wochen nach ihrem Baubeginn über den im Wind flatternden Richtkranz . Quelle: Ingo Rodriguez

Die junge Familie zählt zu insgesamt 84 neuen Haushalten, die künftig im Osten der Gehrdener Kernstadt im neuen Wohngebiet Langes Feld III leben werden. „Die Erschließungsarbeiten sind bis auf den Straßenendausbau mit Asphaltierung abgeschlossen“, sagt der Fachbereichsleiter Wolfgang Middelberg von der Stadtverwaltung. Auf dem rund sieben Hektar großen Areal sind seit dem Sommer Versorgungsleitungen für Strom-, Gas-, Wasser- und Telefonanschlüsse gelegt worden. Gleichzeitig waren der Unterbau für die Baustraßen angelegt und weitere Vorkehrungen für die Ankunft der Häuslebauer getroffen worden. Insgesamt sollen 50 Einfamilienhäuser und sechs Mehrfamilienhäuser mit jeweils mindestens vier Wohnungen entstehen. Außerdem wurden beim Zuschnitt des Gebiets fünf Doppelhausgrundstücke berücksichtigt. Schon im Mai waren laut Stadtverwaltung alle Kaufverträge für die geplanten Immobilienprojekte abgeschlossen.

Jetzt wird in die Höhe gebaut: Im Neubaugebiet Langes Feld III werden nach dem Ende der Erschließungsarbeiten bereits die ersten Häuser errichtet. Quelle: Ingo Rodriguez

Etwa die Hälfte der Bauherren wird die Projekte sogar ohne Baugenehmigung umsetzen. „Das ist möglich, weil es einen Bebauungsplan gibt, der das Areal als Fläche für Wohnungsbau ausweist“, sagt Fachbereichsleiter Middelberg . Im Gegensatz zu diesen Häuslebauern, die nach einer Bauanfrage und einer Bauanzeige ihre Gebäude errichten, wird ein etwa genau so großer Anteil der Grundstücksbesitzer mit Baugenehmigung arbeiten. „Das ist sicherheitshalber für viele eine rechtliche Überprüfung der Pläne, um später bei möglicherweise widerrechtlichen Bestandteilen nicht haftungspflichtig zu sein“, erläutert Middelberg den Unterschied.

Dass der von der Stadt ursprünglich gewünschte soziale Wohnungsbau im Langen Feld III keine Berücksichtigung findet, liegt laut Fachbereichsleiter an der Bebaubarkeit der Grundstücke. „Um sozialen Wohnraum zu realisieren, benötigen Investoren viele Einheiten auf sehr kleiner Fläche. Das ließ sich dort nicht umsetzen, deshalb hat sich dafür kein Investor gefunden“, sagt Middelberg.

Im Neubaugebiet Langes Feld III werden die ersten Häuser errichtet. Quelle: Ingo Rodriguez

Das Ehepaar Schulte schätzt sich indes glücklich, einen der begehrten Bauplätze erhalten zu haben. „Es gab für die rund 60 geeigneten Grundstücke mehr als 400 Bewerber“, weiß die 30-jährige Frau. Das Paar repräsentiert mit seinen Gründen für den Kauf vermutlich eine große Gruppe von Bauherren. „Wir wollten weg aus der Stadt Hannover, um mit dem Nachwuchs in einer ländlichen Gegend sesshaft zu werden“, sagt die 30-Jährige. Von Gehrden aus sei Hannover trotzdem noch gut zu erreichen. Und warum ausgerechnet Gehrden? „Ich stamme ursprünglich aus Lemmie“, verrät die Frau lächelnd.

Von Ingo Rodriguez