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Gehrden Lemmie bekommt den ersten Sonnenstein
Umland Gehrden

Gehrden: In Lemmie gibt es den ersten Sonnenstein

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16:50 30.09.2019
Peter Nispel (rechts) freut sich über den Sonnenstein, den Gerd-Peter Zaake für ihn gestaltet hat. Quelle: Stephan Hartung
Lemmie

Ein bisschen sieht es aus wie auf dem Walk of Fame: Vor seinem Haus in Lemmie hat Peter Nispel nun einen Sonnenstein innerhalb der Pflasterung. Damit es wirklich wie auf dem berühmten Fußweg in Hollywood aussieht, müssen aber innerhalb von Gehrden noch einige Steine hinzukommen. Immerhin: Der Anfang ist gemacht. Nispel nimmt teil am 100-Sonnendächer-Programm.

Herstellung dauerte 40 Stunden

Wer wie Nispel eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach hat oder eine Solarthermie, erhält die kleine Auszeichnung. Dies hat sich die Energiegenossenschaft Calenberger Land, die das Projekt angeschoben hat, überlegt. Für jeden Hausbesitzer gibt es dann einen Sonnenstein vom Künstler Gerd-Peter Zaake. Für den stellvertretenden Ortsbürgermeister Peter Nispel hat er eine Steinritz-Zeichnung angefertigt, im Mittelpunkt steht natürlich eine Sonne sowie das Assisi-Gebirge. „Damit der Sonnenstein jedem Wetter standhält, musste ich Markierungsfarbe verwenden, die es sonst für Zebrastreifen gibt“, sagt Zaake, der rund 40 Stunden für die Herstellung benötigte. „Mit der Farbe war die Arbeit sehr zäh.“

99 Steine sollen noch folgen

Rund zwei Dutzend weitere Sonnensteine sind bereits entstanden, einige werden noch folgen – wenn die Genossenschaft ihr ehrgeiziges Ziel von 100 Solaranlagen erreicht und damit jeden Hausherren, der sich eine Anlage neu aufs Dach installiert, mit einem Stein beglückt. Nur bei Nispel, der seit dem Hausbau 2011 Fotovoltaik besitzt, war es anders – zur Premiere kann man ja mal eine Ausnahme machen, außerdem soll das Projekt schließlich bekannter werden.

In der Stadt gibt es Informationen zu Solardach und Passivhaus

In der Festhalle gab es eine Informationsveranstaltung über Passivhäuser, den damit verbundenen energieeffizienten Neubau und Solardächer. Gut 50 Interessierte waren gekommen. „Wir sind mit der Resonanz zufrieden“, sagte Kira Janotta, Klimaschutzmanagerin der Stadt Gehrden, die zusammen mit der Klimaschutzagentur Region Hannover und der Energiegenossenschaft Calenberger Land (ENER:GO) eingeladen hatte.

Nicht nur zufrieden, sondern begeistert zeigte sich Genossenschafts-Geschäftsführer Edmund Jansen mit den Besuchern. „Darunter waren viele neue Leute, die sich für Solardächer interessieren. Zusätzlich zu den Personen, die wir ohnehin schon in unserer Liste haben, sind wir bereits bei 60“, sagte Jansen. Die Energiegenossenschaft informierte über ihr Projekt „100 Sonnendächer für Gehrden“.

Außerdem stellte Uwe Fischer seine Erfahrungen mit einem Passivhaus vor (siehe Interview), darüber hinaus gaben Katrin Härtel von der Klimaschutzagentur und Architekt Roland Beckedorf wichtige Tipps. Wer den Abend verpasst hat, kann Versäumtes im Rathaus nachholen: Dort ist noch bis zum 11. Oktober eine kleine Ausstellung mit wichtigen Details über Passivhäuser zu sehen.

„Wir haben damals Geld in die Hand genommen, um ein zukunftsfähiges Haus zu errichten“, sagt Nispel, der sich mit seiner Frau für ein Passivhaus entschieden hatte. Mittlerweile ist er für sämtlichen Energiebedarf Strom-Eigenversorger. „Und im Jahr haben wir mit unserem Vier-Personen-Haushalt netto 1000 Kilowattstunden übrig“, sagt Nispel. Diesen Überschuss nutzt er zum Aufladen seines Elektroautos. Zumindest an Wochenenden. „Werktags reicht dafür die Zeit nicht, da beziehen wir den Strom aus dem normalen Netz.“

Das ist das Sonnendach-Projekt

Die Energiegenossenschaft Calenberger Land (ENER:GO) hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: 100 Solardächer für Gehrden. Ohne zeitliche Festlegung sollen Anlagen für Fotovoltaik oder Solarthermie entstehen. Dass diese Zahl nicht utopisch ist, weiß Genossenschafts-Geschäftsführer Edmund Jansen, seitdem er in der vergangenen Woche viel positives Feedback erhalten hat – dies spiegelt seiner Meinung nach den allgemeinen Trend wider. „Durch Greta Thunberg, die heißen Sommer und die Vernachlässigungen der Politik ist das Thema Klimawandel und Nachhaltigkeit präsent. Die Menschen wollen etwas machen“, sagt Jansen. In Zukunft soll es einen regelmäßigen Solarstammtisch geben. „Das ist gut zum gegenseitigen Austausch. Denn manche Leute sind schon etwas weiter und haben Vorgespräche geführt, andere steigen erst in die Thematik ein“, sagt Jansen. hg

Interview mit Uwe Fischer, der ein Passivhaus gebaut hat

Vor 19 Jahren baute Uwe Fischer, größtenteils in Eigenregie, ein Passivhaus. Vor 17 Jahren zog er ein – es war damals das erste Passivhaus in Gehrden, was zur damaligen Zeit nicht nur in der Burgbergstadt recht exotisch anmutete. Mit dem 55-Jährigen sprach unser Mitarbeiter Stephan Hartung.

Herr Fischer, warum habe Sie sich damals für ein Passivhaus entschieden?

Das energiebewusste Bauen kam damals in Trend, auch ich habe mich dafür interessiert. Außerdem gab es Fördermöglichkeiten vonseiten der Stadt. Ich hatte hohe Kosten für den Gasanschluss, weil er weit von der Hauptleitung entfernt war. Das Geld dafür konnte ich da besser in die Dämmung stecken.

Wie verliefen die Vorplanung und die Umsetzung?

Auf den Internetseiten des Passivhaus-Instituts habe ich mir entsprechende Kenntnisse und Vorgehensweisen angelesen. Dort konnte man sich das Passivhaus-Vorprojektierungsprogramm herunterladen. Ich habe mir entsprechende Literatur besorgt und war mein eigener Qualitätsmanager. Gebaut habe ich dann in sogenannter Holzrahmenbauweise. Dadurch war viel in Eigenleistung möglich, sämtliche Leitungen und Kanäle sind verdeckt – auch wenn das heutzutage kein Thema mehr und Standard ist. Ich habe wenig Wärmeverluste dank einer Dreifachverglasung. Die Dämmung beträgt mehr als 30 Zentimeter, das macht sich bemerkbar.

Würden Sie den Bau eines Passivhauses empfehlen?

Auf jeden Fall. Der Wohnkomfort ist sehr hoch. Außerdem ist es mittlerweile gar nicht mehr so viel teurer im Gegensatz zum Bau eines normalen Hauses, wenn man ein Passivhaus errichten will. Auch wenn viele Leute immer noch skeptisch sind und nicht mehr haltbare Vorurteile bezüglich der Belüftung haben: Ich kann ein Passivhaus nur jedem Interessierten ans Herz legen.

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