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Gehrden Landwirte fordern Sicherheiten von Südlink-Betreiber Tennet
Umland Gehrden

Gehrden: Landwirte fordern Sicherheiten von Südlink-Betreiber Tennet

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00:19 22.06.2019
Skeptisch aber nicht grundsätzlich dagegen: Baron Hubertus von Knigge (Bredenbeck) und Gutsherrin Anette Henkels (Springe) äußerten Ihre Bedenken. Den Trassenverlauf haben beide jederzeit auf ihren Handys griffbereit. Quelle: Mario Moers
Everloh

Am 12. Juli endet das erste Beteiligungsverfahren für den Abschnitt der Stromtrasse Südlink, die nach dem aktuellem Vorhabenstand auch das Calenberger Land quert. Auch unter Äckern in Gehrden, Lenthe, Northen, Everloh und Ditterke sollen die Erdkabel demnach verlegt werden. Landwirte aus der Region haben sich am Dienstag auf dem Rittergut Erichshof in Everloh getroffen, um sich über den Stand der Planungen zu informieren. Das Landvolk hatte zu der Veranstaltung eingeladen. Außer Bürgerreferenten des Netzbetreibers Tennet nahmen auch die SPD-Bundestagsabgeordneten Matthias Miersch und Caren Marks teil. Die zentrale Botschaft beider Seiten: „Beteiligen Sie sich jetzt“.

Auf dem Rittergut Erichshof informierten sich Landwirte aus der Region über den Planungsstand der Stromtrasse und die Auswirkungen auf ihr Land.

Die Frist läuft ab

„Es gibt wenige Berufsverbände, die so großen Einfluss auf die Politik der Bundesrepublik haben wie Ihrer, deshalb reichen Sie ihre Bedenken rechtzeitig ein“, appellierte Miersch an die rund 50 Besucher der nicht-öffentlichen Veranstaltung. Auf Landwirte, die ihm und den Tennet-Mitarbeitern Grundsatzfragen stellten, etwa nach der Sinnhaftigkeit des Projekts oder der Erdkabellösung, reagierte er scharf. „Diese Messe ist gesungen. Der überwiegende Teil der Bevölkerung begrüßt die Entscheidung“, sagte Miersch. Der Fokus müsse nun auf den Planungen über den konkreten Trassenverlauf liegen. Die etwa 700 Kilometer lange Stromleitung Südlink soll den Strom der norddeutschen Windparks nach Bayern leiten. Im Februar hatte Tennet bekannt gegeben, den westlichen von zwei in Frage kommenden Korridoren durch die Region Hannover zu bevorzugen.

Zwischen Everloh und Ditterke machen Holzkreuze auf den möglichen Korridor aufmerksam Quelle: Mario Moers

Wie reagiert die Versicherung?

„Wie reagiert meine Bodenumwelthaftpflichtversicherung, wenn unter dem Land plötzlich der Südlink liegt?“, fragt Gutsbesitzerin Anette Henkels aus Springe die Tennet-Mitarbeiter. Müssten Landwirte damit rechnen, künftig für Umweltschäden selbst aufkommen, wenn etwa eine Ladung Spritzmittel oder Diesel über der Südlink-Trasse auslaufe? Baron Hubertus Freiherr von Knigge sieht einen finanziellen Fallstrick auf die Bauern zukommen. „Erfahrungen mit Naturschutzgebieten haben gezeigt, dass es mit diesem Flächen schwerer wird, über die Grundschuld an Kredite zu kommen“, sagte er. Eine konkrete Antworten konnte Tennet-Bürgerreferentin Elisabeth Benecke auf die Fragen nicht liefern. Man werde die Hinweise aufgreifen, versprach sie. Eine Onlinekarte verzeichnet allein für den Gehrdener Abschnitt bereits heute um die 100 Hinweise entlang des Planungskorridors. Die mögliche Aussiedlung eines landwirtschaftlichen Betriebes ist dort verzeichnet, ebenso ein ehemaliges Bergbaugebiet oder der Dorfteich Dunke.

Drei Forderungen

Explizite Forderungen an Tennet formulierte Holger Hennies, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Südlink im Landvolk Niedersachsen. Er kritisierte, dass ein bei der Bundesnetzagentur beantragtes landwirtschaftliches Gutachten abgelehnt wurde. Dies sei weiterhin notwendig, sagte Hennies. Das Landvolk bevorzugt außerdem einen Verlauf, der sich an bestehende Infrastrukturtrassen wie etwa Autobahnen anlehnt. Für etwaige Ertragsschäden, die Landwirten entstehen, wird eine Beweislastumkehr gefordert. Miersch hält davon nichts. Er schlug stattdessen das Einsetzen von Ombudsmännern vor. Die Schiedsleute könnten im Streitfall zwischen Landwirten und der Bundesnetzagentur schlichten. „Die Idee gefällt uns“, entgegnet ihm Hennies.

Bürger können beim Stromnetzausbau mitreden

Stellungnahmen, die den Gehrdener Bereich des Korridors betreffen, können noch bis Freitag, 12. Juli, bei der Bundesnetzagentur eingereicht werden. Auf der Seite www.netzausbau.de steht ein Onlineformular bereit. Der Bereich wird dort als Vorhaben 3 und 4 im Abschnitt B geführt. Nur Stellungnahmen, die auf diesem Weg eingereicht werden, haben offiziell Gültigkeit.

Davon unabhängig bietet auch Tennet die Möglichkeit an, Hinweise zu geben, die bei den eigenen Planungen berücksichtigt werden. Dies geschieht über eine Online-Karte unter www.bit.ly/2cIiseg. Sie bietet auch einen guten Überblick.

Von Mario Moers

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