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Gehrden Landwirte wehren sich gegen Stromtrasse Südlink
Umland Gehrden

Gehrden: Landwirte wollen sich sachlich gegen Stromtrasse Südlink wehren

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12:38 26.05.2019
Bei der Infoveranstaltung hören sich Landwirte aus dem Calenberger Land und weitere Besucher die Ausführungen des Referenten Jakob von Richthofen über mögliche Auswirkungen der geplanten Stromtrasse Südlink auf Anbauflächen an. Quelle: Ingo Rodriguez
Lenthe

Sachlicher Protest aus Sorge um ihre Anbauflächen: Zahlreiche Landwirte aus dem Calenberger Land wollen nicht hinnehmen, dass die geplante Starkstromtrasse Südlink ihre Felder zerschneidet und langfristig ihre Böden beschädigt. Bei einer Informationsveranstaltung des CDU-Ortsverbandes Gehrden-Nord in Lenthe haben viele von ihnen angekündigt, ihre Einwände im offiziellen Beteiligungsverfahren bei der zuständigen Bundesnetzagentur zu äußern. „Wir sollten uns alle in schriftlicher Form am Widerstand beteiligen, damit wir die Verantwortlichen zum Umdenken bewegen“, sagte Landwirt Heiko Reverey aus Everloh.

Landwirtschaftliche Flächen gehen verloren

Die Landwirte sorgen sich nicht grundlos um ihre Ackerflächen. Ihre bekannten Kritikpunkte wurden in der Veranstaltung noch einmal deutlich: Durch das Verlegen der Erdkabel würden gewachsene Bodenschichten zerwühlt und Wachstumsprozesse verändert. Noch problematischer sei die Erwärmung des Ackerbodens durch die Stromkabel. „Das wird die größte Fußbodenheizung der Welt. Die Auswirkungen sind gar nicht absehbar“, sagte Landwirt Friedrich Rodewald aus Göxe, der in Everloh Pachtflächen bewirtschaftet. Außerdem würden zusammenhängende Ackerflächen zerstört, kritisieren viele seiner Kollegen. „Es geht viel Fläche verloren, die nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden kann“, fasste Tanja Reverey zusammen.

Entscheidung über Trassenverlauf ist noch nicht gefallen

Die geplante Stromtrasse soll durch das Calenberger Land führen. Quelle: Ingo Rodriguez

Ihren Protest und ihre Einwände wollen die Landwirte sachlich vorbringen: im offiziellen Beteiligungsverfahren. Ob die geplante Stromtrasse im Westen oder im Osten an Hannover vorbeiführe, werde erst im Herbst nach der Anhörung endgültig entschieden, hatte Landwirt Jakob von Richthofen aus Lenthe zuvor berichtet. Frühestens 2022 könnten die Bauarbeiten beginnen. Zuvor sei noch der Klageweg möglich. Der Netzbetreiber Tennet hat der Bundesnetzagentur nach einer Umweltverträglichkeitsprüfung aber einen rund einen Kilometer breiten Trassenkorridor im Westen vorgeschlagen. Die rund 700 Kilometer lange Stromleitung nach Süddeutschland würde in diesem Fall unterirdisch auch zwischen Ronnenberg und Gehrden, Ditterke und Everloh sowie westlich von Northen und Lenthe verlegt werden – unter einem etwa 50 Meter breiten Bodenstreifen innerhalb der Trasse.

Jakob von Richthofen berichtet über mögliche Auswirkungen der geplanten Stromtrasse Südlink auf Anbauflächen. Quelle: Ingo Rodriguez

Landwirte wollen Druck erhöhen

Ziel ist es, die durch Windkraftanlagen an der böigen Küste im Norden produzierte Energie auch in den Süden zu transportieren. Verhindern lasse sich dies angesichts der beschlossenen Energiewende nicht, hatte von Richthofen betont. Die Entschädigungszahlungen seien aber nicht angemessen. Deshalb wollen die Landwirte mit ihren Einwänden den Druck erhöhen. „Durch die Entscheidung für eine unterirdische Stromtrasse und gegen Überlandmasten ist das öffentliche Interesse an dem Projekt fast verschwunden, aber die Sorgen der Landwirte sind ernst zu nehmen“, sagte der CDU-Ortsverbandsvorsitzende Mark-Erich Volker in seinem Schlusswort.

Von Ingo Rodriguez

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