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Gehrden Marktbesucher wollen Plastikmüll vermeiden
Umland Gehrden Marktbesucher wollen Plastikmüll vermeiden
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13:54 12.04.2019
Barbara Hennies aus Linderte: „Oft sind plastikfreie Verpackungen für mich ein Kaufargument.“ Quelle: Finn Bachmann
Gehrden

Die Probleme, die Plastikmüll der Umwelt bereitet, sind beängstigend. Ungefähr 600.000 Kubikmeter Müll bedecken bereits den Meeresboden der Nordsee, schätzt das Umweltbundesamt. Dieser Abfall, der über lange Zeit nicht verrottet, besteht zu einem großen Teil aus Einwegverpackungen aus Plastik. Ein Problem, dass auf kommunaler Ebene angegangen werden muss, findet die Ratsgruppe Grüne/Linke. Sie fordert die Reduzierung des Plastikverbrauchs. Die Stadtverwaltung sollte hier als gutes Vorbild vorangehen. Verzichtet werden könnte so zum Beispiel auf Wegwerfgeschirr und Einmalbecher für Kaffee und Tee. Diesem Vorsatz folgen auch bereits einige Geschäfte in Gehrden. Kunden von Edeka-Ladage können beispielsweise an den Wurst- und Käsetheken seit kurzem eigene Behälter mitbringen und Obst und Gemüse in mehrfach verwendbaren Säckchen kaufen.

Auf dem Gehrdener Wochenmarkt ist es hingegen schon länger üblich, so oft wie möglich auf Kunststoffverpackungen zu verzichten. Denn in einem Punkt sind sich alle Marktbesucher und -beschicker einig: Einwegverpackungen sind hier in den meisten Fällen nicht nötig.

Eigene Tasche statt Plastikbeutel

„Wenn ich auf den Markt gehe, nehme ich meine eigene Tasche mit“, erklärt Berbel Wiggers. Obst und Gemüse kauft die 55-jährige Gehrdenerin am liebsten lose. „Eine Alternative können auch Papiertüten sein“, fügt sie hinzu. Immer häufiger beobachtet Detlef Neumann, dass Kunden ihre eigenen Behälter mitbringen. An seinem Stand verkauft er Honig. Allerdings hat er angesichts der unverpackten Obst- und Gemüseauslagen Bedenken: „Ich finde es eklig, wenn Lebensmittel nicht verpackt sind, weil ich nie weiß, ob die vor mir schon jemand angefasst hat.“

Sefahattin Uksul (62), Hannover: „Seit ein paar Wochen bringen immer mehr Kunden ihre eigenen Behälter mit. Das finde ich sehr gut.“ Quelle: Finn Bachmann

Gemüsehändler Wolfgang Ulrich teilt diese Sorge nicht. „Unsere Produkte müssen ja sowieso gewaschen werden“, sagt er. Für ihn ist der Verzicht auf Plastiktüten nicht nur ein Anliegen des Umweltschutzes. „Ich spare auch das Geld für die Tüten, wenn die Kunden selbst Behälter mitbringen“, erklärt der 59-jährige. Trotzdem bezweifelt er die Wirksamkeit der Bemühungen. „Ob wir durch den Plastikverzicht die Meere retten, halte ich für fraglich.“

Um der Plastikflut zu entkommen, kauft Berbel Huth so häufig wie möglich auf Wochenmärkten oder in kleinen Handwerksbetrieben. „Im Supermarkt findet man kaum Produkte, die nicht in Plastik verpackt sind“, stellt sie fest.

Hygienevorschriften bereiten Probleme

Über starre Hygienevorschriften berichtet Astrid Völkel. An ihrem Stand verkauft sie Brathähnchen. „Wir dürfen die Dosen der Kunden nicht auf unsere Seite der Theke nehmen“, erklärt sie. Das Dilemma zwischen Umweltschutz und Lebensmittelsicherheit hält sie dennoch nicht davon ab, Alternativen zur Plastiktragetasche anzubieten. „Unsere Iso-Taschen halten warm oder kalt und können immer wieder verwendet werden“, sagt sie mit einem gewissen Stolz.

Astrid Völker: „In anderen Ländern gibt es Verpackungen aus Zucker“. Quelle: Finn Bachmann

Eine Lösung für die Plastikverschwendung sieht Marktbeschickerin neuartigen Verpackungen. „In anderen Ländern sind aus Zucker gewonnene Verpackungen üblich“, erzählt sie. Solche Verpackungen sind biologisch abbaubar und werden nach ihrer Nutzung nicht zum Müllproblem. Eine Idee, die in Gehrden auf dem Wochenmarkt und in den Geschäften noch auf ihre Umsetzung wartet.

Von Finn Bachmann

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