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Gehrden Naturschutzbund: Mehr Naturschutz in der Landwirtschaft
Umland Gehrden

Gehrden: Naturschutzbund eröffnet achtteilige Bannerausstellung 

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14:03 08.09.2019
Ausstellungseröffnung im Rathaus (von links): Eva Meyerhoff, Gisela Wicke, Sonja Papenfuß und Lutz Knölke. Quelle: Heidi Rabenhorst
Gehrden

Immer weniger Vogelarten, Insektensterben, der Rückgang der biologischen Vielfalt – all das bereitet dem Naturschutzbund (Nabu) Gehrden/Benthe Sorgen. Auslöser dafür sei nicht allein die Landwirtschaft, sagte die Vorsitzende Gisela Wicke bei der Ausstellungseröffnung mit Podiumsdiskussion unter dem Thema „Landwirtschaft für morgen“ am Freitagabend. Aber sie trage einen Teil dazu bei. „Eine Kommunikation findet bisher kaum statt und ist unter anderem das Ziel der Wanderausstellung des Nabu“, sagte Wicke.

Sonja Papenfuß, Leiterin des Fachbereichs Umwelt bei der Region Hannover, setzt darauf, die Landwirte mit ins Boot zu holen und sie für den Naturschutz zu engagieren. „Wir sollten nicht übereinander, sondern miteinander reden. Gemeinsam arbeiten und miteinander reden“, sagte Papenfuß. „Wir sollten uns gegenseitig unterstützen und die Kompetenz aller nutzen, um eine gemeinsame Lösung zu finden“, ergänzte die studierte Landschaftspflegerin.  

Ökolandbau als gute Basis

Eva Meyerhoff vom Kompetenzzentrum Ökolandbau Visselhövede wies darauf hin, dass Ökolandbau eine sehr gute Basis für den Naturschutz sei. „Wir unterstützen Betriebe, die mehr für den Naturschutz tun möchten. Wir müssen gemeinsame Wege finden, dass Landwirte Artenvielfalt produzieren und dafür auch Geld bekommen“, forderte sie. Das Produktionsziel der Landwirte sei es bisher gewesen, das Maximum von ihren Feldern zu ernten, um mit den Weltmarktpreisen konkurrieren zu können. „Trotz der EU-Agrarsubventionen mussten aber viele Betriebe in der Vergangenheit aufgeben. Durch die intensive Bewirtschaftung ist die Vielfalt der Tiere und Pflanzen auf der Strecke geblieben, und durch die Anwendung von Pestiziden ein Rückgang von rund 75 Prozent der Insekten zu verzeichnen. Unser Trinkwasser ist in vielen Gebieten Niedersachsens mit Nitrat belastet“, erläuterte Meyerhoff.  

Landwirt Lutz Knölke sagte, dass er in den vergangen drei Jahren eine Spur von Verunsicherung gespürt habe. „Ist es wirklich richtig, was und wie ich es mache? Sollen wir eine andere Fruchtfolge wählen? Der Klimawandel stellt uns vor große Herausforderungen“, sagte der Gehrdener. Eine Umstellung von konventioneller Landwirtschaft auf ökologischen Anbau könne nicht von jetzt auf gleich geschehen. Dafür bräuchte es nicht nur eine Menge Geld für die technische Umrüstung. „Wir müssten uns zuerst auch das nötige Know-How aneignen“, sagte Knölke.

Zahlreiche Besucher kommen zu Ausstellungseröffnung. Quelle: Heidi Rabenhorst

Eines hat die Podiumsdiskussion gezeigt: Das Thema brennt Landwirten wie Verbrauchern auf den Nägeln. Für die Landwirtschaft für morgen müsse deshalb eine Agrarwende mit extensiverem Anbau, weniger Bürokratie und dem Einsatz öffentlichen Geldes für öffentliche Leistungen verbunden sein. Dabei sollte der ökologische Anbau, der jetzt schon mehr Umweltleistungen erbringe, eine größere Rolle spielen. „Letztendlich können die Verbraucher an der Ladentheke mit entscheiden, ob sie für etwas mehr Geld umweltfreundliche Produkte kaufen wollen“, betonte Wicke.

Von Von Heidi Rabenhorst

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