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Gehrden „Chaos“ und „fehlende Transparenz“: Ortsbürgermeister Felsen kritisiert die Stadtverwaltung
Umland Gehrden

Gehrden: Ortsbürgermeister Felsen übt heftige Kritik am Tempo der Stadtverwaltung

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15:13 11.09.2019
Redderses Ortsbürgermeister Philipp Felsen kritisiert die Arbeit der Stadtverwaltung. Quelle: Archiv
Redderse

Keine Transparenz, verstreichende Fristen, verschwundene Anfragen, keine Kenntnis von offiziellen Vorgängen: Redderses Ortsbürgermeister Philipp Felsen (CDU) hat in der jüngsten Ortsratssitzung heftige Kritik an der Stadtverwaltung geübt. „Ich bin mit dem Rathaus zurzeit absolut unzufrieden“, sagte der Ortsbürgermeister. Beschlüsse des Ortsrates würden nur sehr langsam abgearbeitet, Mitarbeiter verschiedener Büros hätten regelmäßig keine Kenntnis von Anfragen des Ortsrates. „Ich bin frustriert“, sagte Felsen. Es sei für einen ehrenamtlichen Ortsbürgermeister wirklich schwierig, immer wieder in fünf bis sechs Büros anzurufen, um den Vorgängen hinterherzulaufen und an Beschlüsse zu erinnern.

Felsen hatte sich vor rund 30 Dorfbewohnern für seine Rathaus-Schelte den Tagesordnungspunkt Mitteilungen des Ortsbürgermeisters ausgesucht. „Es gibt absolut keine Transparenz seitens der Kommune. Für einen Ehrenamtlichen ist es nicht einfach, mit dem dortigen Chaos umzugehen“, sagte der Ortsbürgermeister. Wenn der Ortsrat Beschlüsse fasse, müsse einfach davon ausgegangen werden, dass diese auch umgesetzt werden.

Immer noch keine neue Tische und Stühle

Felsen nannte auch Beispiele: Im Februar sei vom Ortsrat die Anschaffung von neuen Tischen und Stühlen für das Dorfgemeinschaftshaus beschlossen worden. „Und bisher hat mich noch nicht einmal jemand aus dem Rathaus gefragt, welche Farbe wir denn haben wollen. Es ist noch gar nichts passiert“, berichtete der Ortsbürgermeister. Auch der geplante Anbau für das Dorfgemeinschaftshaus lasse sich derzeit noch nicht verwirklichen, weil zuvor schlichtweg notwendige Fristen nicht eingehalten worden seien. „Immerhin ist das Projekt im nächsten Haushalt abgebildet“, sagte Felsen. Dann stellte er sichtlich resigniert eine vielsagende Frage: „Und wann bekommen wir denn überhaupt mal das Protokoll der Sitzung vom 30. Januar 2017?“

Ortsrat will Liste mit unerledigten Sachen zusammenstellen

Seine Kritik ließ Felsen von der Verwaltungsmitarbeiterin Christiane Olbrich auch im Sitzungsprotokoll aufnehmen. Gleichwohl: Sie sei von der Kritik am Tempo der Verwaltung ausdrücklich ausgenommen, betonte Felsen. Der Ortsbürgermeister will sich aber trotz vorübergehender Frustration nicht den Spaß an seinem Posten nehmen lassen. „Wir werden jetzt mit dem Ortsrat aus allen Protokollen eine Liste von unerledigten Sachen zusammenstellen und Bürgermeister Cord Mittendorf zukommen lassen“, kündigte der Ortsbürgermeister an.

Mittendorf wiederum reagierte auf Nachfrage überrascht auf die Vorwürfe. „An mich ist Philipp Felsen noch nicht herangetreten“, sagte er. Er hätte sich diese direkte Form der Kommunikation gewünscht. Andererseits: „Wir haben zurzeit eine Fülle an Aufgaben zu erledigen, und darüber hinaus haben wir nur begrenzte Personalressourcen“, sagte Mittendorf. Da könne es schon sein, dass es dauere, bis Wünsche erledigt werden.

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