Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Gehrden Mehr als 15 000 Brücken: Gehrdener stellt mit seinen Postkarten einen Weltrekord auf
Umland Gehrden

Gehrden: Postkartensammlung schafft es ins Buch der Rekorde

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
18:38 24.01.2020
Michael Schefers präsentiert zum Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe gemeinsam mit Gisela Wicke (links) und Elisabeth Steffen vom Mehrgenerationenverein einige seiner Postkarten sowie das Zertifikat des Rekordbuchverlages. Quelle: Ingo Rodriguez
Anzeige
Gehrden

Es sind mehr als 15.500 Bilder von Brücken in Städten und Orten auf der ganzen Welt und auch aus längst vergangenen Zeiten: Der 61-jährige Michael Schefers aus Gehrden sammelt seit Jahren Postkarten. Mit seiner großen Anzahl spezieller Motive hat der Bauingenieur den bisherigen Weltrekord einer Frau aus Griechenland gebrochen. Damit ist ihm ein Eintrag in der nächsten Ausgabe vom Guinnessbuch der Rekorde sicher. „Weil ich den neuen Rekord im vergangenen Jahr nach der Frist für den Druckauftrag aufgestellt habe, wird meine Sammlung erst in der Auflage für 2021 aufgelistet“, sagt Schefers.

Michael Schefers aus Gehrden hat es mit seiner Postkartensammlung in das Buch der Rekorde geschafft. Mit rund 15.500 Brückenmotiven ist ihm ein Eintrag in der nächsten Ausgabe sicher.

Sammlung lagert in Kisten auf dem Dachboden

Um trotzdem jeden Zweifel zu zerstreuen, zeigt er einen Beweis für seinen Rekord: Auf einem Zertifikat des Buchverlages wird Schefers für das Jahr 2019 der Besitz von genau 15.553 speziellen Postkarten bescheinigt. Der geborene Westfale ist mit einigen Exemplaren seiner Sammlung und einem Laptop in das Vierständerhaus in Gehrden gekommen. Dort soll er zum Auftakt einer neuen Veranstaltungsreihe des Mehrgenerationenvereins über sein ungewöhnliches Hobby berichten. Seine mehrere Kisten umfassende Sammlung lagere auf dem Dachboden seines Hauses. „Aber ich habe alle Motive eingescannt und kann sie auf dem Computer zeigen“, sagt Schefers.

Die meisten seiner Postkarten bewahrt er in Schutzhüllen auf. Sein ältestes und wertvollstes Stück hat er nicht mitgebracht: „Für die Postkarte der Basteibrücke in der sächsischen Schweiz aus dem Jahr 1884 habe ich einem Händler 50 Euro bezahlt“, erzählt Schefers. Die meisten seiner Postkarten hätten jedoch mit einem Preis von etwa einem Euro eher einen ideellen Wert.

Weltrekord: Auf dem Zertifikat des Rekordbuchverlages wird Michael Schefers der Besitz von 15.553 Postkarten mit außergewöhnlichen Motiven bescheinigt. Quelle: Privat

Ingenieur will mit Postkarten Brücken bauen

Für die neue Veranstaltungsreihe des Gehrdener Vereins Mehrgenerationenhaus zählt ohnehin Schefers Sammelleidenschaft viel mehr als der Geldwert und der Rekord. Die neue Reihe soll unter anderem Senioren vor einer drohenden Vereinsamung bewahren und Tipps für gemeinschaftsfördernde Aktivitäten geben. Genau aus diesem Grund hat Schefers dem Verein nach einem Aufruf auch von seiner bislang weitgehend unbekannten Sammlung berichtet. Der Bauingenieur in Altersteilzeit wohnt zwar schon seit 2002 in Gehrden. Als angehender Rentner will er nun aber buchstäblich mit seinen Postkarten auch Brücken bauen.

Zu seiner Sammlung zählen Motive aus längst vergangenen Zeiten und aus aller Welt. Quelle: Privat

Beim Aufbau für die Veranstaltung berichtet der verheiratete Familienvater von den Anfängen: Auslöser für seine Sammelleidenschaft sei die berufliche Tätigkeit als Ingenieur für den Bau von Türmen und Brücken gewesen. Nach seinem Studium in Hannover habe er einst aus seinen Flitterwochen in Portugal zehn Postkarten von genieteten Fachwerkbrücken aus Stahl mitgebracht. „Ich fand die Motive toll. Von da an habe ich Brückenpostkarten gesammelt und archiviert“, erzählt er. Zunächst sei er von Angehörigen, Freunden und Kollegen unterstützt worden. „Später bin ich gezielt auf Flohmärkte gegangen und habe im Internet Händler gesucht.“

Tochter meldet Sammlung beim Rekordbuchverlag

Vor etwa fünf Jahren sei seine erwachsene Tochter angesichts der riesigen Sammlung auf die Idee mit dem Guinnessbuch der Rekorde gekommen. „Beim Verlag wurde uns aber mitgeteilt, dass ich noch zu wenig der speziellen Postkarten besitze“, erzählt Schefers. Den Weltrekord hielt demnach zu diesem Zeitpunkt eine Frau aus Griechenland. „Ich weiß nicht, welche Motive sie sammelt, aber ich habe weitergemacht, bis es gereicht hat“, sagt Schefers. Möglicherweise werde sie nun versuchen, ihn wieder zu übertrumpfen.

Der Eintrag in der nächsten Ausgabe des jährlich erscheinenden Rekordbuches ist ihm aber nicht mehr zu nehmen. Um seinen neuen Rekord zu beweisen, habe er nach der Anmeldung etliche Bedingungen erfüllen müssen. „200 Karten musste ich aussortieren, weil sie nie verkauft wurden und deshalb nicht dem Reglement entsprachen“, sagt Schefers.

Zu seiner Sammlung zählen Motive aus längst vergangenen Zeiten und aus aller Welt. Quelle: Privat

Er musste schließlich im Beisein von zwei Zeugen an einem öffentlichen Ort ein etwa 45-minütiges Beweisvideo von der stichprobenartigen Überprüfung seiner in Kisten archivierten Sammlung verschicken. „Dieses Video haben wir in der Wikipedia-Geschäftsstelle am Kröpcke gedreht“, berichtet Schefers. Er plane schließlich ohnehin, auf dieser Plattform seine digital eingepflegte Sammlung öffentlich zugänglich zu machen. Ganz so einfach ist das aber offenbar nicht: „Weil die Rechtsansprüche von Verlagen, Fotografen und Schreibern abgelaufen sein müssen“, erläutert Schefers das Problem. Für die Veröffentlichung von Karten, die nach 1925 produziert wurden, seien Genehmigungen erforderlich.

Schefers sammelt weiter

Der 61-jährige Gehrdener sammelt nach seinem Weltrekord unverändert weiter. „Die alten Postkarten sehen toll aus, fühlen sich auch historisch an und enthalten mit den Texten auch Zeitzeugenberichte“, sagt Schefers. Trotzdem ist und bleibt das Sammeln ein Hobby. „Ich blättere normalerweise nur hin und wieder abends ein Stündchen in den Kisten“, versichert er.

Lesen Sie auch

Von Ingo Rodriguez

Vom Wennigser Amtsgericht bis zum Backhaus in Barrigsen: Künstler Jörg-Michael Wulf aus Lemmie sucht seine Motive am liebsten in der Region Hannover. Nun stellt er 40 Aquarellbilder im Wennigser Amtsgericht aus.

22.01.2020

Bei einem Unfall am Verkehrskreisel zur Nordstraße in Gehrden ist eine Radfahrerin verletzt worden. Sie hatte dem Fahrer eines Transporters offenbar die Vorfahrt genommen.

22.01.2020

Wo in Wennigsen sollen und dürfen neue Windräder gebaut werden? Diese Frage beschäftigt nicht nur den Rat, sondern auch viele Bürger. Die Gemeinde lädt daher zu einer Informationsveranstaltung ins Rathaus.

22.01.2020