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Gehrden Privater Investor soll Baugebiet in Redderse erschließen
Umland Gehrden

Gehrden: Redderse: Baugebiet soll von privatem Investor erschlossen werden

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17:05 10.09.2019
Zwischen den Straßen An der Linde und Sunderanger soll ein Neubaugebiet entstehen. Quelle: Ingo Rodriguez
Gehrden

Das Dorf Redderse soll weiter wachsen. Im Süden der Ortschaft sollen entlang der Straßen Sunderanger und An der Linde bis zu 20 Baugrundstücke entstehen. Im Gegensatz zur üblichen Verfahrensweise werden die Flächen jedoch nicht von der Stadt erschlossen und als kommunales Bauland angeboten. Das Neubaugebiet soll vielmehr von einem privaten Investoren entwickelt und vermarktet werden. Dafür hat sich der Ortsrat Redderse in seiner Sitzung am Montagabend mit knapper Mehrheit ausgesprochen.

Stadtplanerin wirbt für das Projekt

Stadtplanerin Nicole Leubert von der Gehrdener Stadtverwaltung hatte vor der Abstimmung im Dorfgemeinschaftshaus für dieses Modell geworben und auch gute Gründe dafür genannt. Zwar habe sich der Ortsrat bislang schon mehrfach dafür ausgesprochen, dass die neuen Grundstücke im Süden der Ortschaft kommunales Bauland werden sollen. Die beiden Grundstückseigentümer der zu entwickelnden Flächen seien jedoch daran interessiert, das Projekt in privater Trägerschaft nach einem Investorenmodell umzusetzen. „Sie wollen ihre Flächen nicht an die Stadt verkaufen, sondern privat erschließen und vermarkten“, sagte Leubert. Da keine Verkaufsbereitschaft bestehe, sei es kaum möglich, das Neubaugebiet als kommunales Bauland zu entwickeln.

Stadtplanerin Nicole Leubert von der Gehrdener Stadtverwaltung erläutert in der Ortsratssitzung die Pläne für das Neubaugebiet. Quelle: Ingo Rodriguez

Leubert nannte auch gute Gründe, warum dies für die Stadt von Interesse sei: Demnach gebe es für zusätzliche Baugrundstücke in Redderse eine genügend große Nachfrage. Außerdem könne das Projekt in privater Trägerschaft viel schneller umgesetzt werden. „In der Stadtverwaltung sind die personellen Kapazitäten wegen etlicher Bauprojekte derzeit erschöpft“, sagte Leubert. Außerdem wäre es der Investor, der die finanziellen Risiken wegen archäologischer und naturschutzrechtlicher Vorgaben sowie steigender Baupreise tragen würde – und nicht die Stadt.

Im Ortsrat ist die Entscheidung umstritten

Trotzdem gab es seitens des Ortsrates auch Bedenken, auf einer etwa 15.000 Quadratmeter großen Fläche 15 bis 20 Grundstücke von einem privaten Investoren erschließen zu lassen. Melanie Greger (CDU) etwa äußerte ihre Sorge, dass dort ein unattraktiver Wohnpark mit überteuerten Grundstücken entstehen könne. Ortsbürgermeister Philipp Felsen (CDU) stimmte später aus einem anderen Grund gegen die Privatvergabe. „Ein privater Träger kann sich vielmehr als die Stadt rarmachen und aus der Verantwortung ziehen“, sagte Felsen.

Das Luftbild zeigt die Lage des geplanten Baugebiets am Ortsrand von Redderse. Quelle: Google

Leubert versuchte, diese Sorgen zu zerstreuen. „Die städtebauliche Planungshoheit bleibt bei der Stadt. Die Modalitäten der Erschließung und Vergabevorgaben für die Grundstücke werden wie bei einem Verfahren mit kommunalem Bauland über einen städtebaulichen Vertrag geregelt“, sagte Leubert. Felsen und Greger stimmten dennoch gegen die Entwicklung des Neubaugebiets durch einen privaten Erschließungsträger. Mit den Stimmen von Axel Gröper, Frank Thaler (beide CDU) sowie Ernst-August Hohmann (SPD) wurde dies trotzdem beschlossen. Sie waren sich einig: „Wenn die Eigentümer ihre Flächen nicht an die Stadt verkaufen wollen, können wir ihnen doch deshalb ihre Pläne nicht verwehren. Außerdem wollen wir doch auch Neubürger“, lautete ihre übereinstimmende Meinung. Laut Leubert soll nach dem Ortsratsvotum nun ein Bebauungsplan aufgestellt werden und somit auch das etwa einjährige Planverfahren beginnen.

Von Ingo Rodriguez

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