Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Bürokratie schreckt viele beim Bildungspaket ab
Umland Gehrden Nachrichten Bürokratie schreckt viele beim Bildungspaket ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:36 05.10.2012
Von Dirk Wirausky
Das Bildungspaket soll für Jungen und Mädchen aus sozial schwachen und armen Elternhäusern unter die Arme greifen. Quelle: dpa
Anzeige
Gehrden

Ein wenig ratlos ist Jens Dosdall schon. Nur 29 Prozent der Berechtigten in Gehrden beantragten Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum es nicht mehr Bedürftige sind“, sagt der Fachbereichsleiter. Dabei habe die Stadt das Programm regelrecht befeuert und in Kindertagesstätten und im Hort geworben. Die Antragshürde sei offenbar zu hoch, mutmaßt Dosdall.

Dem stimmt Fachdienstleiter Ralf Geide zu. Die Bürokratie schrecke viele ab, sagt er. Das soll sich nach dem Willen der Region bald ändern. Sie plant, ab 2013 einen Berechtigungsschein auszustellen, den Wohngeld- und Sozialhilfeempfänger sowie Asylanten vorlegen müssen, wenn sie eine Förderung wünschen. „Damit fallen die lästigen Einzelanträge weg“, sagt Geide. Er glaubt, noch einen Grund zu kennen. „Es besteht die Angst, sich zu outen“, sagt er.

Anzeige

Peter Radike von der Gehrdener Tafel kennt die Probleme. Hemmschwelle, komplizierte Bürokratie und Unkenntnis seien die Gründen, warum staatliche Hilfeleistungen nicht genutzt werden. Auch bei der Tafel habe es Anlaufschwierigkeiten gegeben. Aufklärung sei deshalb wichtig, auch um Ängste abzubauen, sagt Radike.

In Gehrden haben 119 Jungen und Mädchen einen Anspruch, nur 34 Kinder haben in diesem Jahr Leistungen bezogen, 83 Anträge sind eingereicht worden. In Ronnenberg gibt es 211 Berechtigte. 51 Kinder haben bislang 91 Anträge gestellt. Das sind 24 Prozent. Allerdings können auch die Leistungen direkt bei der Region beantragt werden, diese Antragsteller tauchen nicht in der städtischen Statistik auf.

Dirk Wirausky 28.09.2012
Ingo Rodriguez 28.09.2012