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Nachrichten Mittendorf feiert historischen Erfolg
Umland Gehrden Nachrichten Mittendorf feiert historischen Erfolg
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00:18 18.06.2014
Blumen für den Wahlsieger Cord Mittendorf (rechts). Quelle: Wirausky
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Gehrden

Fast ungläubiges Staunen bei der SPD, Ratlosigkeit und Enttäuschung bei der CDU: Nach einem hochdramatischen Wahlabend schienen Sieger und Verlierer gleichermaßen perplex. Mit 50,9 Prozent der Stimmen wurde Cord Mittendorf gestern in das Amt des Gehrdener Bürgermeisters gewählt. Er löst Hermann Heldermann (CDU) ab, der lediglich auf 49,1 Prozent der Stimmen kam. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,1 Prozent.

Es war 20.20 Uhr als der Jubel bei den Anhängern von Cord Mittendorf aufbrandete. Erst das letzte Wahllokal brachte die Entscheidung. Zuvor hatte Mittendorf zwar stets in Führung gelegen, aber der Vorsprung war immer hauchdünn. „Ich habe nicht damit gerechnet, gewählt zu werden“, sagte Mittendorf ehrlich. Nun werde er sich in den nächsten Wochen mit aller Schaffenskraft und Energie auf sein neues Amt vorbereiten. Im Oktober wird er die Nachfolge von Heldermann antreten. Letztlich habe seine praktizierte Bürgernähe den Ausschlag für den Wahlsieg gegeben, sagte Mittendorf.

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Hermann Heldermann verließ unmittelbar nach dem Ergebnis schwer enttäuscht das Rathaus. Eine Stellungnahme gab er nicht ab. Das besorgte der CDU-Chef Heinrich Meinecke. „Gehrden hat das bekommen, was es möchte“, sagte er. Er sei zutiefst enttäuscht. Und Peter Lübcke (CDU) meinte: „Mir ist es schleierhaft, wie jemand ohne politische Aussage eine Wahl gewinnen kann.“

 

Kommentar: Sieger betritt 
Neuland

Nein, damit konnte niemand rechnen. Außenseiter Cord Mittendorf wird bald Chef im Rathaus sein. Das ist allein schon deshalb erstaunlich, weil er einen Wahlkampf führte, der in erster Linie auf seiner Außenwirkung und seinem Bekanntheitsgrad basierte. Gegenüber Verwaltungsfachmann Hermann Heldermann ein Vorteil, der offenbar einer Mehrheit der Gehrdener Qualifikation genug ist, um den Sozialdemokrat ins Amt zu hieven. Doch der Alltag wird Mittendorf bald einholen. Vor ihm liegt eine schwere Aufgabe. Nicht etwa, dass es große Probleme in Gehrden gibt. Heldermann hinterlässt ein gut bestelltes Feld. Doch Mittendorf betritt Neuland. Er braucht Führungsqualitäten, innovative Ideen und fachliches Einschätzungsvermögen. Bekanntheit allein wird ab Oktober nicht mehr reichen.

Von Dirk Wirausky

Dirk Wirausky 13.06.2014
Dirk Wirausky 12.06.2014
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