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Umland Gehrden Nachrichten So viele Einsätze wie noch nie
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00:16 16.01.2019
"Meine Familie hat zugestimmt": Oliver Schröder (links) bleibt Stellvertreter von Ortsbrandmeister Peter-Albert Fricke. Quelle: Dirk Wirausky
Gehrden

Es war wie so oft in der Vergangenheit ein äußerst ereignisreiches Jahr für die Gehrdener Feuerwehr. Es stiegen bereits die ersten Silvesterraketen auf, als die Feuerwehrleute noch im Einsatz waren. Kurz vor dem Jahreswechsel brannte ein parkendes Auto in der Straße Im Flecken. Es war der 125. Einsatz in 2018; zum Vergleich: 2017 musste die Ortswehr 104. Mal ausrücken.

Das Jahr begann für die Gehrdener im wahrsten Sinne des Wortes stürmisch. Das Sturmtief Friederike fegte im Januar mit Orkanböen durch Gehrden. 23 Einsätze gab es allein an diesem 18. Januar. Bäume stürzten um und Ziegel fielen von den Dächern. Die Regionsleitstelle hatte sogar Vollalarm ausgelöst; im Feuerwehrhaus wurde eine Einsatzzentrale eingerichtet. Im Juli gab es einen Flächenbrand an der K230 zwischen Gehrden und Lemmie zu löschen. Aufgrund der Dürre hat ein abgeerntetes Getreidefeld Feuer gefangen. 30000 Quadratmeter standen in Flammen. Es war einer der größten Einsätze. „Wir hatten im vergangenen Jahr viel Arbeit“, sagte Zugführer Timo Schröder.

Neben den Einsätzen kamen Schulungen, Lehrgänge und Übungsdienste. „Sie sind die Voraussetzung für die ständig steigenden Herausforderungen“, sagte Schröder. 12 Frauen und 62 Männer stehen zurzeit im aktiven Dienst. Der Altersdurchschnitt beträgt 34 Jahre. „Das lässt uns positiv in die Zukunft blicken“, sagte Schröder. Gut aufgestellt ist auch der Nachwuchs. 43 Jungen und Mädchen werden von Silke Riedel in der Kinder- und Jugendfeuerwehr betreut.

Jahresversammlung der Gehrdener Feuerwehr in der Festhalle

Wichtig ist auch eine moderne Ausrüstung. Unter anderem hat die Feuerwehr ein neues Einsatzleitfahrzeug bekommen. Demnächst erhalten alle Fahrzeuge Digitalfunk. „Das ist ein Meilenstein“, betonte Ortsbrandmeister Peter-Albert Fricke.

Doch es gab auch Misstöne. Die Stadt hat der Ortswehr den jährlichen Zuschusses um 1000 Euro gekürzt. „Einfach so“, sagte Kassenwart Fritz Marlin. Er habe dafür wenig Verständnis. Zum einen werde ständig die ehrenamtliche Arbeit hochgejubelt, auf der anderen Seite werde die finanzielle Unterstützung zusammengestrichen. Auch Fricke kritisierte das Vorgehen. Worte und Taten passten nicht zusammen. Auch wenn der jährliche Zuschuss eine freiwillige Leistung sei. „Unsere Arbeit ist auch freiwillig, aber wir kürzen sie nicht“, fand Fricke deutliche Worte. „Die fehlenden 1000 Euro tuen uns weh“, sagte er in Richtung der Politiker. Zuvor hatte Bürgermeister Cord Mittendorf die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehr als wichtigen Beitrag für eine kommunale Gemeinschaft bezeichnet. „Sie stehen rund um die Uhr für die Sicherheit der Bürger bereit“, lobte er. Für Pastor Wichard von Heyden trägt die Feuerwehr Verantwortung für ihre Umgebung. „Sie arbeiten nicht für sich selbst, sondern für andere, weil sie wollen, dass die Gemeinschaft funktioniert“, sagte er.

Ehrungen, Beförderungen und Auszeichnungen

Gleich 12 Frauen und Männer der Feuerwehr Gehrden wurden befördert: Tobias Winter und Timo Schröder zu Hauptlöschmeister, Silke Riedel und Dennis Großmann zu Oberlöschmeister, Benjamin Rosenbaum und Jan-Henrik Schrank zu Löschmeister, Maren Seefeld zur ersten Hauptfeuerwehrfrau, Daniela Naujoks zur Hauptfeuerwehrfrau, Folker Riedel zum Hauptfeuerwehrmann, Fenja Fricke und Zuhal Karakas zur Oberwehrfrau sowie Luca Warras zum Feuerwehrmann. Aus der Jugendabteilung wurden Pasqual Heine, Jessica Porrmann und Robin Ebel in die Einsatzabteilung übernommen.

Geehrte wurde Thorsten Borowski für 40-jährige Mitgliedschaft; jeweils 25 Jahre sind Christian Fiedler, Sven Naujoks und Sven Seefeldt dabei. Mit der Ehrennadel in Bronze für ihre zehnjährige Mitgliedschaft im Musikzug wurde Alexandra Schmidt ausgezeichnet.

75 Jahre fördern Rolf Dammann und Wilhelm Pook die Feuerwehr; 50 Jahre macht dies Friedrich Rohde und Geert Maring kommt auf 40 Jahre. Jeweils 25 Jahre sind Werner Becker, Albert Brock, Helga Brockmann, Walter Dehn, Wolfgang Freerk, Reinhard Ipsen, Bernhard Steinbach und Wolfgang Wulf fördernde Mitglieder. dw

An der Spitze des Ortskommandos wird auch künftig das bewährte Duo stehen. Oliver Schröder wurde einstimmig für sechs weitere Jahre in seinem Amt bestätigt. „So ein Ergebnis ist nicht selbstverständlich“, sagte er nach seiner Wiederwahl. Und Fricke freut sich auf die weitere Zusammenarbeit, die in den zurückliegenden Jahren äußerst konstruktiv gewesen sei.

Eine in der Geschichte der Gehrdener Feuerwehr bislang einmalige Auszeichnung erhielt Rolf Dammann. Der 93-Jährige ist seit 75 Jahren förderndes Mitglieder der Ortswehr. „Für solch ein Jubiläum hat der Verband noch nicht einmal eine Urkunde vorgesehen“, wunderte sich Fricke bei der Ehrung. Auch Wilhelm Pook ist seit einem Dreiviertel Jahrhundert treues Mitglied. Er fehlte allerdings bei der Versammlung.

Apropos Zahlen:Die Gehrdener Feuerwehr besteht 110 Jahre, seit 65 Jahren hat sie einen Spielmannszug. Im September werden diese beiden Jubiläen am Feuerwehrhaus an der Nordstraße gefeiert.

Von Dirk Wirausky

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