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Umland Gehrden Nachrichten Die Energiewende ist eingeleitet
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16:03 03.11.2012
Von Ingo Rodriguez
Im Calenberger Land ist die Energiewende weit vorangeschritten. Quelle: Ingo Rodriguez
Gehrden

Für Matthias Herzog aus dem Vorstand des Netzbetreibers Eon-Avacon ist die Energiewende und die dafür erforderliche Umgestaltung des Versorgungsnetzes eine große technische Herausforderung. „Waren ursprünglich einige Großkraftwerke für die Stromversorgung zuständig, werden künftig Zehntausende Windkraftanlagen, Hunderttausende Fotovoltaikanlagen und Tausende Biogasanlagen mit Blockheizkraftwerken anzuschließen sein“, beschreibt er künftige Anforderungen an das Netz.

Im Calenberger Land ist der Umgestaltungsprozess bereits eingeleitet. In den elf Kommunen, die zum Versorgungsgebiet des Gehrdener Eon-Avacon-Standortes zählen, lag der Anteil des regenerativ produzierten Stroms im vergangenen Jahr bereits bei rund 28 Prozent. „In diesem Jahr sind weitere Anlagen dazu gekommen, die Quote steigt“, sagt Herzog. Obwohl ländliche Regionen wegen freier Flächen für die Produktion von Biostrom geeigneter seien, sei der Standort Gehrden tendenziell dicht besiedelt.

Trotzdem gab es laut Eon-Avacon im Jahr 2011 im diesem Gebiet 1200 Anlagen, die regenerative Energie einspeisen - darunter 100 mit Windkraft, 14 mit Biomasse und 1084 Solaranlagen. Die meiste Bioenergie liefert davon mit einem Anteil von 79 Prozent der Wind. Landesweit beträgt der Anteil des Biostroms im Eon-Avacon-Netz rund 45 Prozent. Zum Vergleich: Bundesweit nutzen die Verbraucher insgesamt etwa zu 25 Prozent Naturstrom.

Eon-Avacon: Stellenabbaunoch offen

Die Energiewende und der dafür erforderliche Ausbau des Versorgungsnetzes ist für Matthias Herzog (57) aus dem Vorstand der Eon-Avacon eine große technische Herausforderung. Im Gespräch mit Ingo Rodriguez, Mitarbeiter der Zeitung, räumt er aber steigenden Kostendruck ein.

Ihr Mutterkonzern Eon will nach dem beschlossenen Atomausstieg Kosten sparen und bundesweit Personal abbauen. Inwieweit wirkt sich das auch auf den Netzbetreiber Eon-Avacon und die 69 Arbeitsplätze am Standort in Gehrden aus?

Bislang haben wir in Sachen Stellenabbau noch keine konkreten Beschlüsse getroffen. Genaue Folgen lassen sich derzeit aber nicht prognostizieren. Für uns entsteht aber durch die Einsparvorgabe der Bundesnetzagentur ein zunehmender Kostendruck. In den nächsten fünf Jahren haben wir die Verpflichtung, jeweils mit 1,5 Prozent weniger Aufwand auszukommen. Diese Sparvorgabe macht es auch für uns erforderlich, die Aktivitäten zu straffen.

Künftig müssen immer mehr dezentrale Anlagen für regenerative Stromerzeugung an das Versorgungsnetz angeschlossen werden. Sind Arbeitsplätze bei Netzbetreibern nicht äußerst sicher?

Es ist aber trotzdem Unsinn, zu behaupten, dass sich das niemals ändert. Überall muss untersucht werden, wie das Arbeiten effizienter gestaltet werden kann. Dann muss natürlich auch überprüft werden, ob man mit weniger Personal auskommt.

Notwendige Investitionen für den Netzausbau, aber gleichzeitig zunehmende Einsparvorgaben – wie lässt sich das vereinbaren?

Es ist eine politische Lösung notwendig. Es gilt, die Kosten für das Netz besser zu verteilen. Die Einspeisung regenerativer Energien wird subventioniert, der Anschluss und Netzausbau kostet Betreiber von Anlagen nichts extra. Bislang müssen doch die Kleinverbraucher über ihre Stromrechnung den innovativen und wohlhabenderen Nutzern den Anschluss ihrer Anlagen praktisch finanzieren. Es ist fraglich, ob die Kostenermittlung über Kilowattstunden noch zeitgemäß ist.

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