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Umland Gehrden Nachrichten Nach Friederike: Waldbesitzer erwarten hohe Verluste
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00:28 25.04.2018
Die Folgen des Sturms: Kleine und größere Lichtungen prägen mittlerweile das Bild des Benther Bergs. Quelle: Marcel Sacha
Lenthe

 Vor Jahrzehnten war er ein bundesweites Thema: der Borkenkäfer. Lange war es ruhig um den Forstschädling, doch zumindest für die Forstbetriebsgemeinschaft Benther Berg stellt er in diesen Tagen wieder ein großes Problem dar. Ursache hierfür ist das Orkantief Friederike, das im Januar über das Land fegte und dabei enorme Schäden hinterließ – auch am Benther Berg. Hunderte Fichten fielen dem Sturm zum Opfer und wurden entwurzelt. Seitdem liegen die Bäume am Benther Berg unbehandelt herum und bilden somit für den Borkenkäfer einen attraktiven Ort, an dem sie ihre Eier ablegen können. Die Larven fressen sich dann durch das Holz und lassen dadurch die Qualität und folglich auch die Preise des Holzes sinken. Um dem entgegenzuwirken, ist die Waldbetriebsgemeinschaft derzeit damit beschäftigt, die umgefallenen Bäume abzutragen.

Die Beamten der Spurensicherung untersuchen am Mittwochmittag an der Marienstraße den Fundort der Leiche an einer Bank wenige Meter neben der Einmündung der Ladestraße. Quelle: Björn Franz

„Normalerweise sind wir Mitte April damit längst fertig“, erklärt Jakob Freiherr von Richthofen, Vorsitzender der Waldbetriebsgemeinschaft, die den Benther Berg bewirtschaftet. Dass sich die Arbeiten in diesem Jahr zeitlich verzögert haben und nun in die Brut- und Setzzeit fallen, liegt seinen Worten nach ebenfalls an Friederike. „Das Unwetter hat ja nicht nur bei uns seine Spuren hinterlassen, sondern im ganzen Land.“ Entsprechend hoch sei überall die Nachfrage nach notwendigen Maschinen gewesen, um das Holz zu verarbeiten und abzutragen. Die Brut- und Setzzeit spiele für die Forstbewirtschafter dabei allerdings keine Rolle, betont von Richthofen. „Wir dürfen laut Gesetz dennoch unserer Arbeit im Wald nachgehen.“

Erleichtert zeigt sich der Freiherr darüber, dass nun auch am Benther Berg die dringend benötigten Gerätschaften zum Einsatz kommen. Denn die Zeit drängt. „Bei höheren Temperaturen fühlen sich die Borkenkäfer deutlich wohler und lassen sie aktiver werden“, sagt er. „Würden die Schädlinge sich im Waldgebiet ausbreiten, würde dies zu einem enormen wirtschaftlichen Schaden führen.“

Hunderte Fichten fielen Friederike zum Opfer. Quelle: Marcel Sacha

Doch auch wenn die Vermehrung der Käfer verhindert wird, ist ein Einnahmeverlust für die Waldbesitzer in diesem Jahr nicht zu vermeiden. „Die Preise liegen trotzdem deutlich unter dem Durchschnitt“, sagt von Richthofen. Schließlich seien die entwurzelten Bäume eigentlich noch nicht reif genug, um sie zu verkaufen. „Die Qualität unseres Holzes ist dadurch geringer als üblich“, sagt er. Folglich könnten sie es nur zu einem niedrigeren Preis verkaufen. Wie hoch der Verlust in diesem Jahr für die Waldbesitzer ausfallen wir, kann von Richthofen noch nicht beziffern. „Er wird aber deutlich zu spüren sein“, sagt er.

Die Beamten der Spurensicherung untersuchen am Mittwochmittag an der Marienstraße den Fundort der Leiche an einer Bank wenige Meter neben der Einmündung der Ladestraße. Quelle: Björn Franz

Teilweise sind durch den Sturm bis zu einem Hektar große Lichtungen am Benther Berg entstanden. Neubepflanzungen sind für die Waldbesitzer daher unausweichlich. Doch auch in diesem Zusammenhang stehen sie vor logistischen Herausforderungen. Denn derzeit gibt es laut von Richthofen kaum Pflanzen auf dem Markt – zumindest keine aus der Region. Der Gesetzgeber untersagt nämlich den Kauf anderer Pflanzen. „Es ist uns beispielsweise verboten, Pflanzen aus Süddeutschland zu erwerben“, sagt von Richthofen. Sollte es für die Waldbetriebsgemeinschaft im Laufe des Jahres nicht möglich sein, mit der Rekultivierung zu beginnen, könnte die wirtschaftliche Nutzung der entsprechenden Flächen laut von Richthofen im schlimmsten Fall auf Dauer unmöglich werden. Hintergrund sind sich auf den freien Flächen ausbreitende Sträucher. Sobald diese flächendeckend vorhanden seien, könnten dort keine Bäume mehr wachsen, sagt von Richthofen.

Die Forstarbeiten am Benther Berg werden voraussichtlich noch rund zwei Wochen andauern. Dann können die zahlreichen Spaziergänger wieder ohne Lärmbeeinträchtigung durch das Waldgebiet wandern.

Von Marcel Sacha

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