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Gehrden: Berufspendler kämpfen für die Buslinie 350.

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10:36 29.11.2019
Nur noch bis Mitte Dezember verkehren Busse der Linie 350 zwischen Gehrden und Weetzen. Quelle: Archiv
Gehrden

Zahlreiche Bewohner im Süden der Kernstadt wollen es nicht hinnehmen, dass die Region die Buslinie 350 von Gehrden nach Weetzen am 15. Dezember einstellen will. Sie haben die Verantwortlichen in Hannover in einem Schreiben aufgefordert, den Entschluss rückgängig zu machen.

Aus ihrer Sicht ist die Linie 350 nach Weetzen mit Anschluss an die S-Bahn für die Bewohner im Süden Gehrdens die günstiges Verbindung nach Hannover. Die geplante Variante, die Linie 350 mit der Schulbuslinie 522 zusammenzuführen, sei keine geeignete Alternative, zumal der letzte Bus von Weetzen nach Gehrden bereits um 17.15 Uhr fahre. „Das führt zu einer deutlichen Verschlechterung des Angebots für Berufspendler“, heißt es in dem Brief.

Busse warten nicht auf S-Bahnen

Auch die Begründung seitens der Region, die Busse der Linie 350 seien nicht ausgelastet, lassen die Unterzeichner des Briefes nicht gelten. Die mangelnde Auslastung entstehe auch dadurch, dass die Busfahrer die Ankunft der sich oft verspäteten S-Bahn nicht abwarten würden. „Das ist auch deshalb sehr ärgerlich, weil der nächste Bus nach Gehrden erst eine halbe Stunde später fährt“, lautet ein Vorwurf.

Auch vor den aktuellen Diskussion zum Klimaschutz seien die Verschlechterungen im neuen Fahrplan völlig inakzeptabel. Die beabsichtigte Streichung der Linie 350 führe dazu, dass viele Berufspendler wieder auf das Auto umsteigen würden. „Die Verschlechterung des ÖPNV-Angebots widerspricht den Zielen der Region Hannover hinsichtlich der Eindämmung des CO2-Ausstoßes“, heißt es.

Abschließend fordern die Unterzeichner die Region auf, die attraktive Anbindung an den Bahnhof Weetzen mit einem gesicherten Umstieg von der S-Bahn zum Bus nach Gehrden beizubehalten. Gleichzeitig hat die Gruppe an Bürgermeister Cord Mittendorf appelliert, ihr Anliegen zu unterstützen.

Auch Jugendparlament kritisiert Streichung

Auch das Jugendparlament der Stadt Gehrden bedauert die Einstellung der Buslinie 350. „Die Buslinie werde uns Jugendlichen fehlen“, sagt Tobias Butzer, Mitglied des Gremiums. Denn die Fahrt vom S-Bahnhof Weetzen sei eine attraktive Möglichkeit für Jugendliche, schnell beispielsweise in die Innenstadt von Hannover zu gelangen. In der Buslinie 522 sieht das Jugendparlament keinen optimalen Ersatz.

Die Jugendlichen haben die Region ebenfalls aufgefordert, ihre Pläne noch einmal zu überdenken. „Die Streichung der Linie 350 ist die falsche Entscheidung, man hätte zuvor über Anpassungen des Fahrplans an die Fahrzeiten der Züge und sonstige Verbesserungen sprechen sollen“, sagt Butzer. Zudem sei die Entscheidung getroffen worden, ohne die Meinung der betroffenen Gehrdener Jugendlichen einzuholen. „Wir würden uns wünschen, das nächste Mal in die vorbereitenden Gespräche einbezogen zu werden“, erklärt Butzer.

CDU: Buslinie 500 verlängern

Auch die CDU-Ratsfraktion kritisiert die Einstellung der Linie 350 durch die Region Hannover. „Wir haben Bürgermeister Mittendorf aufgefordert, endlich bei der Regionsverwaltung vorstellig zu werden und eine bessere Anbindung der Kernstadt an den S-Bahnhof Weetzen sicherzustellen“, sagt der Fraktionsvorsitzende Thomas Spieker, und erinnert an den entsprechende Ratsbeschluss aus dem Juni. Laut Spieker könnte die Buslinie 500 bis nach Weetzen verlängert werden.

Neuer Fahrplan ab dem 15. Dezember

Die Region hat entschieden, dass die Regiobus-Linie 350, die von Gehrden zum S-Bahnhof nach Weetzen führt, zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember eingestellt wird. Die Strecke werde nicht genügend genutzt. Im Schnitt sitzen pro Fahrt sieben bis acht Fahrgäste in dem Bus. Das Regionalbusgutachten kommt deshalb zu der Empfehlung, die Buslinie einzustellen.

Die Linie 522 wird künftig einen Teil der Fahrten zwischen Weetzen und Gehrden übernehmen. Auf dieser Linie sollen zusätzliche Fahrten in den Hauptverkehrszeiten werktags zwischen 6.30 und 8.30 Uhr sowie zwischen 13 und 19 Uhr, unter Beibehaltung einzelner abschnittsweiser Schulfahrten, eingeführt werden.

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