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Umland Gehrden Nachrichten Da-Vinci-Roboter hilft bei schwierigen Operationen
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12:44 18.03.2019
Prof. Dr. Florian Fuller hat von seiner Steuerungskonsole alles fest im Griff. Quelle: Tobias Welz
Gehrden

Es ist ein Millionen-Projekt und ein großer Schritt für die gesamte Region Hannover in Richtung medizinische Zukunft: Die Klinikum Region Hannover (KRH) GmbH hat Gehrden als Pilot-Standort für ihren ersten Da-Vinci-Roboter ausgewählt. Das rund 1,5 Millionen Euro teure Chirurgie-System hilft seit Anfang Februar bei komplizierten Operationen im Klinikum Robert Koch. Bei einem erfolgreichen Verlauf sollen an weiteren KRH-Standorten Da-Vinci-Roboter angeschafft werden.

Wenn es darum geht, auf engstem Raum und möglichst präzise zu arbeiten, schaltet Prof. Dr. Florian Fuller einfach den Da-Vinci-Roboter an: „Da zeigt er seine Überlegenheit gegenüber anderen Verfahren deutlich“, sagt Fuller. Alleine macht sein Roboter-Kollege allerdings nichts: Von einer Steuerkonsole aus bedient Fuller die vier weißen Roboterarme. Dabei blickt er in einen Videoturm, der ihn mit einem hochauflösenden 3D-Bild versorgt. Der Patient liegt rund zwei Meter von dem Arzt entfernt. Theoretisch könnte er, bei optimaler Datenübermittlung, auch in einem anderen Raum oder gar in einer anderen Stadt liegen.

Prof. Dr. Florian Fuller hat von seiner Steuerungskonsole alles fest im Griff. Quelle: Tobias Welz

In Deutschland kommt der Da-Vinci-Roboter bereits an vielen Universitätskliniken und anderen großen Krankenhäusern zum Einsatz. Laut Herstellerfirma waren am 30. September 2017 weltweit 4271 Da-Vinci-Systeme installiert (719 davon in Europa). Die hohen Zusatzkosten, die der Einsatz des Roboters verursacht, übernimmt in Gehrden komplett das KRH: „Krankenkassen übernehmen die Mehrkosten derzeit nicht. Wir stellen dem Patienten diese aber jetzt und auch in Zukunft sicher nicht in Rechnung“, erklärt Dr. Martin Memming, Ärztlicher Direktor des Klinikums Robert Koch.

Gesundheitsvorsorge auf höchstem Niveau

Warum die KRH GmbH diesen finanziellen Aufwand dennoch betreibt? „Wir bieten hier eine Gesundheitsversorgung auf dem höchsten Niveau“, sagt Memming. Die Qualität verbessere sich, Klinikaufenthalte nach Operationen würden sich verkürzen und der Operateur erziele schneller sowie einfacher hochwertige Ergebnisse. Durch den Robotereinsatz, so sind sich die Experten in Gehrden einig, können beispielsweise Prostataentfernungen mit einem geringeren Impotenz- und Inkontinenzrisiko ausgeführt werden.

Begleiten im Gehrdener Klinikum das Pilotprojekt: Dr. Heiko Aselmann, der Ärztliche Direktor Dr. Martin Memming und Dri. Florian Fuller. Quelle: Tobias Welz

Aktuell mangelt es jedoch noch an Studien, die die genannten Vorteile auch eindeutig belegen: Das liegt in Memmings Augen aber eher am Prüfsystem selbst. Sogenannte Doppelblindstudien, die im klinischen Bereich eingesetzt werden, um zwei Behandlungsalternativen qualitativ zu prüfen, könne man hier nicht zum Teil gar nicht oder nur schwer einsetzen. Und entsprechende Fallzahlen für glaubwürdige Studien fehlen ebenfalls. „Wenn ich die aktuelle Studienlage jedoch richtig einschätze, ist man gerade dabei, dieses Problem zu lösen und den Nachweis doch eindeutig zu erbringen“, meint Memming.

In der Zwischenzeit verlässt sich das Krankenhaus auf das Votum der Patienten: „Viele fragen bereits aktiv nach einer Roboter unterstützten Operation, weil sie in ihrem Umfeld von Positivbespielen gehört haben“, sagt Fuller. Wie sicher sich das KRH bei dieser Einschätzung ist, zeigt ein weiterer Umstand: In Gehrden hat sie gleich zwei Steuerungskonsolen für den Da-Vinci-Roboter eingekauft: „Im Moment bin ich im Bereich der Urologie am Standort der Einzige, der ihn komplett bedienen kann“, sagt Fuller. Deshalb bildet er seine Kollegen mithilfe der zweiten Konsole aus: „Ich bringe ihnen die Eingriffe Schritt für Schritt bei.“

Roboter ist bereits im Einsatz

In Gehrden etabliert hat das System jedoch Dr. Heiko Aselmann, Oberarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie und Spezialist für robotisch unterstützte Eingriffe. Er setzt den Roboter bereits bei Eingriffen an der Speiseröhre, am Magen oder auch am Darm ein. Bei den ersten Eingriffen wurde Aselmann von Dr. Martin Memming assistiert. Memming sagt: „Wir haben in den zurückliegenden Wochen für uns echtes Neuland betreten.“ Das Unterstützungssystem kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Mediziner mit klassischen minimalinvasiven Methoden beispielsweise nicht gut an einen Tumor herankommen.

Von Tobias Welz

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