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Gehrden: Das ist die 100-jährige Geschichte des Kleingärtnervereins

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16:18 29.11.2019
Dieter Sewig (von links), Fred Ebeling und Rainer Piesch haben die 100-jährige Geschichte des Kleingärtnervereins aufgeschrieben. Quelle: Dirk Wirausky
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Gehrden

100 Jahre gibt es den Kleingärtnerverein Gehrden schon. Nun hat der erste Vorsitzende Dieter Sewig gemeinsam mit Fred Ebeling und Rainer Piesch vom Heimatbund die Historie in der 53. Ausgabe der Reihe „Gelbe Hefte“ aufgeschrieben. „Das war eine spannende Zeitreise“, gesteht Sewig.

Die Zeiten haben sich geändert. Einst waren die Kleingartenanlagen in Gehrden dazu da, die Menschen zu ernähren. „1919 kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs waren sie froh, einen eigenen Garten zu haben, wo sie Gemüse, Kartoffeln und Obst anpflanzen und ernten konnten“, erzählt Ebeling. Das sei auch ein wichtiger Faktor in der Haushaltskasse gewesen, weiß Piesch. Sogar Schweine wurden in den Gärten gehalten. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg konnten sich jene Gehrdener glücklich schätzen, die einen Kleingarten besaßen. Es musste sogar neues Pachtland beschafft werden.

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Inga Stein und Oma Dreyer in ihrem Kleingarten im Jahr 1960 beim Ernten von Kartoffeln. Quelle: Privat

Wandel in den 60er und 70er Jahren

Doch die Zeiten änderten sich. Der große Wandel begann in der 60er und 70er Jahren. Die Gartenarbeit rückte mehr und mehr in den Hintergrund, die Parzelle wurde in erster Linie als Freizeitgarten genutzt.

Doch Sewig hat in jüngster Zeit ein Umdenken festgestellt – nicht zuletzt wegen der Diskussion um regionale Bio-Produkte. „Es geht wieder mehr in Richtung Selbstversorgung“, sagt er. Das Interesse an einem eigenen Garten sei gestiegen, aktuell ist kein Grundstück in den beiden Kolonie Schüttewiese und Wisch frei. Alle 170 Parzellen sind belegt.

Gartenidylle im Jahr 1965: Der langjährige Vorsitzende des Kleingärtnervereins Otto Senger (Zweiter von rechts) mit Ehefrau sowie Willi Matykowski nebst Gattin und Enkel. Quelle: Privat

Das 60-seitige bebilderte Heft „100 Jahre Kleingärtnerverein Gehrden“ reicht bis in die Gegenwart. Es endet mit der Ansiedlung des Discounters Lidl, der den Verein in Atem hielt. „Das hat uns schon sehr beschäftigt“, meint Sewig. Mehr als zehn Jahre zog sich die Diskussion hin. Letztlich mussten zwölf Grundstücke für den Neubau des Einkaufsmarktes, der im Sommer diesen Jahren eröffnet wurde, räumen – und erhielt dafür eine finanzielle Entschädigung.

Vor gut einem Jahr begannen die Abbruch- und Aufräumarbeiten auf einer Teilfläche der Kolonie Schüttewiese. Inzwischen steht dort ein Lidl-Markt. Quelle: Dirk Wirausky (Archiv)

Gemeinschaft lebt gerade wieder auf

Geändert hat sich der Gemeinschaftssinn. „Das ist auch nicht mehr so wie früher“, gibt Sewig zu. Der Verein stehe im Hintergrund. Allerdings: Die Feier zum 100-jährigen Bestehen Ende Juli habe den Kleingärtnern gut getan. „Das hat die Gemeinschaft aufleben lassen“, meint der 71-Jährige. Aus diesem Grund solle 2020 wieder mehr Wert auf Geselligkeit gelegt werden. So wird es ein Spargelessen geben, der Maibaum wird gemeinsam aufgestellt, Matjes- und Räucherfisch soll genauso serviert werden wie Kartoffelpuffer. „Wir versuchen dadurch, etwas in Gang zu bringen“, sagt Sewig.

Er selbst ist seit 25 Jahren im Verein, seit 1999 ist er Vorsitzender. „Ehrlich gesagt: Ich habe gar keinen grünen Daumen“, sagt er schmunzeln. Doch die Kleingärtner sind ihm ans Herz gewachsen. Gemeinsam mit Arbeitsdienstleiter Werner Langrehr ist er nahezu jeden Tag in der Kolonie Schüttewiese am Stadtweg anzutreffen. „Es gibt immer irgendetwas zu tun“, sagt Langrehr. Alle nötigen handwerklichen Arbeiten werden in Eigenleistung ausgeführt. Doch nicht nur das zieht Sewig und Langrehr in den Garten. „Im Sommer ist es einfach nur schön hier“, sagt Sewig.

Erhältlich ist das Heft, das 5 Euro kostet, auf der Jahresversammlung am Sonnabend, 7. Dezember. Dann treffen sich die Mitglieder ab 17 Uhr im Sportcenter des SV Gehrden.

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Von Dirk Wirausky

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