Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Stimmen Politiker einem Solarfeld in Lemmie zu?
Umland Gehrden Nachrichten Stimmen Politiker einem Solarfeld in Lemmie zu?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 16.08.2018
Ein Landwirt aus Lemmie will auf einem Feld im Süden des Ortes entlang der Bahnstrecke eine etwa 2,75 Hektar große Photovoltaikanlage errichten lassen.
Ein Landwirt aus Lemmie will auf einem Feld im Süden des Ortes entlang der Bahnstrecke eine etwa 2,75 Hektar große Photovoltaikanlage errichten lassen. Quelle: Archiv
Anzeige
Gehrden/Lemmie

Bevor es sich am Dienstag, 14. August, die Mitglieder des Ausschusses für Bau- und Städteplanung ab 18 Uhr im Rathaus bequem machen, geht es für die Politiker zuvor auf Reisen. Ab 17 Uhr treffen sie sich zu einem Ortstermin in Lemmie. Mit dabei sind die Vertreter des Ortsrates. Anlass ist der Plan eines Landwirtes auf einer Fläche von fast drei Hektar an der Südfeldstraße eine Photovoltaikanlage zu errichten.

Ein Projekt, das nicht überall im Ort auf Zustimmung trifft. Etliche Anwohner wehren sich gegen das Solarfeld. Die Kritiker sehen das „idyllischen Ortsbild“ durch die bis zu 3,50 Meter hohen Anlagenteile beeinträchtigt. Die Politiker wollen sich nun selbst ein Bild machen. „Sie müssen letztlich abwägen, ob solch eine Anlage vertretbar ist und ob sie an der geplanten Stelle Sinn macht“, sagt Wolfgang Middelberg, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt. Aus seiner Sicht sei das Projekt durchaus akzeptabel. Es solle eine Energieerzeugungsanlage errichtet werden ohne Lärm, Geruch und Schlagschatten – außerdem müssten keine Flächen versiegelt werden. Der Flächennutzungsplan müsste zuvor aber entsprechend angepasst und die Fläche neu als Sondergebiet für die Energieerzeugung Photovoltaik dargestellt werden.

Die landwirtschaftliche Fläche zwischen dem südlichen Ortsrand und der Bahn war vor mehreren Jahren als Fläche für Wohnen im Flächennutzugsplan ausgewiesen worden. Das erfolgte zu einer Zeit, als die Region Hannover die verstärkte Ausweisung an den Haltepunkten des schienengebundenen ÖPNV förderte und Lemmie aufgrund seiner Lage zu den Siedlungen mit Entwicklungspotential gezählt wurde. Das hat sich mittlerweile geändert. Das Dorf ist wie alle anderen Ortschaften der Stadt Gehrden hinsichtlich der Siedlungsentwicklung durch das Regionale Raumordnungsprogramm auf eine Baulandausweisung von fünf Prozent beschränkt worden - bezogen auf die gesamte besiedelte Fläche. Allein die im Bereich an der Bahn liegende Fläche ist mit zehn Hektar um ein Vielfaches größer, als in den nächsten zehn Jahren (1,26 Hektar) umgesetzt werden könnte.

Von Dirk Wirausky