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Umland Gehrden Nachrichten Klimaneutrales Leben in Gehrden-Ost ist das Ziel
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12:31 10.03.2019
Montage einer Solaranlage auf dem Dach eines Wohnhauses. Die Klimaschutzexperten wünschen sich, dass auch in Gehrden-Ost verstärkt diese Energiequelle eingesetzt wird. Quelle: Erich Häfele
Gehrden

In Gehrden ist nun das Pilotprojekt „Energetisches Stadtquatierskonzept Gehrden Ost (ESQK)“ abgeschlossen worden. Die Fragestellung dahinter lautete: „Ist Klimaneutralität in Kombination von Wohnen und Gewerbe in Gehrden Ost möglich?“ „Ja“, sagt Julia Michaelczyk von der Klimaschutzagentur der Region, die das Projekt begleitet hat. Das Ergebnis: Es könnten die CO2-Emissionen im Quartier bis zum Jahr 2050 auf etwa 7 Prozent gesenkt werden. Damit dies erreicht werden könne, müsste mindestens die Hälfte des Endenergieverbrauchs und der CO2-Emissionen durch energetische Gebäudesanierungen reduziert werden.

Umstellung auf regenerative Energieträger

Der verbleibende Rest könnte durch Umstellung auf regenerative Energieträger klimaneutral bewältigt werden, meinen die Experten. Verändert werden könnte der Energieverbrauch für Heizungen und Warmwasser. Die Klimaschutzagentur denkt dabei an den Ausbau von Photovoltaik oder einen Energieträgerwechsel bei Heizungen – weg von Gas und Heizöl. Ausbeifähig ist auch die Mobilität. Die Vorschläge: Bessere Kombination von Radverkehr und Öffentlichen Personennahverkehr, bessere Radwegeverbindungen, attraktive Pendlerangebote und eine bessere zeitliche Abstimmung von Bus und S-Bahn. Aus Sicht von Michaelczyk steht fest: Durch gezielte Effizienzmaßnahmen und dem Ausbau regenerativer Energieträger sei es durchaus möglich, Gehrden Ost, in dem etwa 5000 Bürger leben, klimaneutral zu gestalten. Das sei aber ein langer Prozess, betonte Michaelczyks Kollege Udo Scherer. „Allerdings haben wir keine Zeit mehr zu verlieren“, meint er.

Ratsgruppe Grüne/Linke hat Fragen zum Klimaschutz

Die Ratsgruppe Grüne/Linke hat Bürgermeister Cord Mittendorf einen Fragebogen geschickt. Darin erinnert die Gruppe, dass Gehrden 2009 den Maßnahmenkatalog des Klimaschutzaktionsprogramms mit dem Ziel beschlossen hat, bis 2050 die Pro Kopf-Emissionen an Treibhausgasen CO2 von 8 Tonnen auf 2 Tonnen zu reduzieren – und fragt unter anderem: Wie hat sich der Flächenverbrauch beziehungsweise Flächenversiegelung entwickelt? Sind Vorgaben für energieeffizientes Bauen und Bauen geplant? Wird der Fuhrpark in naher Zukunft mit Elektrofahrzeugen ausgestattet? Ist der Einsatz von Totalherbiziden auf kommunalen Flächen ausgeschlossen? Welche Ziele des Klimaschutzaktionsprogramms wurden bisher in welchen Bereichen erreicht?Die Gruppe Grüne/Linke wolle anregen, in einer der nächsten Ausschuss- oder Ratssitzungen das Thema Klimaschutz auf die Tagesordnung zu setzen, begründet der Vorsitzende der Gruppe, Heinz Strassmann, die Fragen. Verwaltung und Fraktionen solle Gelegenheit gegeben werden, ihre Positionen und Ideen darzustellen und gemeinsam den Prozess zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung zu gestalten und über einen Meilensteinplan zu verstetigen. dw

Diese Aussage unterstreicht auch der kürzlich vorgelegte Energiebericht der Region Hannover. Dort heißt es, dass der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid in der Region gemessen am Pro-Kopf-Wert zwar unter dem Bundesschnitt liege, aber über den selbst gesteckten Zielen. „Um die beschlossene klimaneutrale Region bis zum Jahr 2050 zu realisieren, sind in allen Bereichen deutlich größere Anstrengungen als bisher erforderlich“, sagt Sabine Tegtmeyer-Dette, Wirtschafts- und Umweltdezernentin der Stadt Hannover. Handlungsbedarf bestehe beim Energieverbrauch in den privaten Haushalten und in der Wirtschaft. In beiden Bereichen müssten effizientere Technologien zum Einsatz kommen. Unerlässlich seien energetische Standards sowohl bei der Gebäudesanierung als auch bei Neubauten.

Prozess muss auch in Zukunft begleitet werden

Zumindest im Osten des Gehrdener Stadtgebiets scheint man auf einem guten Weg. Das findet zumindest Bürgermeister Cord Mittendorf. „Das sind tolle Ergebnisse“, bewertet er den Abschlussbericht. Die Frage ist allerdings, wie es nun weitergeht. Nach Ansicht von Udo Scherer müsste ein Sanierungsmanagement eingesetzt werden, um den Prozess in Zukunft zu begleiten. „Sonst bricht er ab“, befürchtet er. Die nötigen Grundlagen seien in den vergangenen Monaten geschaffen worden. „Wir haben Möglichkeiten aufgezeigt, Vertrauen gewonnen und die Menschen im Quartier zusammengebracht“, meint Scherer.

Insgesamt werden im Konzept 42 Maßnahmen für das Gebiet Gehrden-Ost vorgeschlagen. Einige davon seien wichtige Schlüsselbausteine für die erfolgreiche Umsetzung eines klimaneutralen Quartiers, betonen die Vertreter der Klimaschutzagentur. Dazu gehört die Idee zur Gründung von Nachbarschaftsinitiativen wie einer Kooperation zur Solarenergienutzung (100-Dächer-Programm), aber auch der Vorschlag, nationale Förderprogramme stärker zu nutzen, beispielsweise zur Installation von E-Mobil-Ladeinfrastruktur für Mieterhaushalte.

Von Dirk Wirausky

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