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Umland Gehrden Nachrichten

Gehrden: Kinder in der Kita Dammstraße haben einen eigenen Gemüsegarten.

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08:15 10.07.2019
Mit Spaten und Harke bearbeiten Gudi (von links), Charlotte und Emma (alle 6) den Gemüsegarten. Quelle: Dirk Wirausky
Gehrden

Etwas ratlos schaut Christian Gaidzik schon. „Wir haben ein Nagerproblem“, sagt der 35-jährige Erzieher beim Anblick der Rotkohl- und Lauchzwiebelpflanzen im Garten der Kita Dammstraße. In den vergangenen Tagen sind die Pflanzen und die Zucchini abgefressen und angeknabbert worden. „Ich glaube nicht, dass es Hasen waren“, meint Gaidzik – dann wären auch die Salatblätter betroffen. Doch wer dahinter stecke, sei ihm ein Rätsel.

Gaidzik ist eine Art nebenberuflicher Gärtner und kümmert sich um den Gemüsegarten, die Blumenwiese, die Tomaten- und Beerensträuche sowie die Obstbäume auf dem Kita-Gelände. „Ich habe mir vieles angelesen“, sagt er. Inzwischen sei es fast ein Hobby.

Erzieher Christian Gaidzik inspiziert mit den Kindern den Gemüsegarten. Quelle: Dirk Wirausky

Allein ist Gaidzik natürlich nicht. Er hat zahlreiche eifrige Erntehelfer – so wie Charlotte: „Mir macht vor allem das Umgraben großen Spaß“, sagt die Sechsjährige. Und der fünfjährige Khaled jagt am liebsten die Regenwürmer; oder genauer gesagt: Er sammelt sie vorsichtig auf. Elmira wiederum freut sich schon auf die Kartoffelernte. „Die mag ich besonders gerne“, erklärt die Fünfjährige.

Brachfläche wird zum Gemüsegarten

Dass Jungen und Mädchen in einer Gehrdener Einrichtung einen Gemüsegarten bewirtschaften, ist an der Dammstraße einmalig. Vor drei Jahren wurde auf einer Brachfläche zahlreiche Beete angelegt. „Mit großer Unterstützung und Hilfe der Eltern“, berichtet Leiterin Sabine Thäder. Für sie ist die Gartenarbeit ein bedeutendes Projekt. „Viele Kinder wissen gar nicht mehr, wie Obst und Gemüse wachsen und wie viel Zeit und Mühe es kostet, bis sie geerntet und gegessen werden können“, sagt sie. Für Thäder ist das auch ein Teil der Bildung. „Natur ist ein Schwerpunkt unserer pädagogischen Arbeit“, betont sie; unabhängig davon, dass sich die Kinder an der frischen Luft bewegen.

Gießen muss sein: Felix (5) und Jihan (7) wässern die Blumen. Quelle: Dirk Wirausky

Unterstützung bekommt die Kita von der Stadt Gehrden. Im vergangenen Jahr hat sie ein Bienenprojekt finanziell gefördert; dieses Jahr gab es Geld für Pflanzen und Blumen.

Und so bewirtschaften die Jungen und Mädchen die Fläche: Sie graben den Boden um, jäten das Unkraut, pflanzen Gemüse oder Blumen, gießen, hacken und düngen – bis es letztlich soweit ist, dass Äpfel, Beeren, Kirschen und Pfirsich sowie Salat, Lauch Kartoffeln oder Tomaten geerntet werden können. Anschließend werden die Produkte in der Küche verarbeitet – ebenfalls gemeinsam. Der Lohn sind Apfelchips, Zucchinisuppe, Holundersaft, Heidelbeermarmelade oder Kartoffelauflauf. „Das gemeinsame Essen ist immer eine tolle Sache“, sagt Thäder.

Naschen ist ausdrücklich erlaubt: Elmira (5) freut sich über die reifen Johannisbeeren, die an Sträuchern in der Kita Dammstraße wachsen. Quelle: Dirk Wirausky

Christian Gaidzik wirft derweil noch mal einen Blick auf den Kopfsalat. „Der sieht gut aus und kann geerntet werden“, sagt er. Ein Rezept hat sich der 35-Jährige auch schon herausgesucht. Es gibt Fischburger mit Salat.

Von Dirk Wirausky

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