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Gehrden: Martin Memming verabschiedet sich aus Gehrden

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08:54 26.10.2019
Zwei, die sich verstehen: Dr. Jochen Wedemeyer (links) wird Nachfolger von Dr. Martin Memming als Ärztlicher Direktor des Gehrdener Krankenhauses. Quelle: Dirk Wirausky
Gehrden

Es war ein würdevoller und kurzweiliger Abschied. Mehr als 100 Gäste, darunter Memmings Eltern sowie Frau und Töchter, haben den Ärztlichen Direktor des Klinikums Robert Koch, Dr. Martin Memming, verabschiedet. Sein Nachfolger und langjähriger Weggefährte Dr. Jochen Wedemeyer lobte ihn als einen Mensch des klaren Denkens und Handelns und der klaren Sprache.

Es kommt nicht von ungefähr, dass Memming seine offizielle Verabschiedung in den Bürgersaal gelegt hatte. Der 60-jährige Mediziner hat in der Vergangenheit stets seine Verbundenheit zu Gehrden dokumentiert. Und Memming hat Spuren hinterlassen. Er war 2003 vom Henriettenstift aus Hannover nach Gehrden als Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Gefäßchirurgie gekommen, 2008 übernahm er zusätzlich die Funktion des Ärztlichen Direktors. In dieser Zeit hat er die Spezialisierung des Krankenhauses vorangetrieben und das Behandlungsspektrum erweitert. Ein Höhepunkt seines Schaffens war zuletzt die Etablierung der robotisch-unterstützten Chirurgie.

Eine besondere Führungspersönlichkeit

Für Dr. Matthias Bracht, KRH Geschäftsführer Medizin, hat Memming das Gehrdener Krankenhaus wesentlich geprägt. Er sei eine besondere Führungspersönlichkeit und habe in Gehrden eine leistungsstarke und hochdifferenzierte Abteilung aufgebaut. Darüber hinaus sei Memming konsequent seinen Weg gegangen und habe sich für den Standort am Gehrdener Berg eingesetzt. Memming sei ein Mediziner mit Tatkraft aus Überzeugung. „Und er hat die Fähigkeit, dies auf andere zu übertragen“, sagte Bracht. Die nicht seltenen Diskurse hätten sich immer an der Sache orientiert.

Die Chefärzte des Klinikums überraschen Dr. Martin Memming mit einer Gesangseinlage. Quelle: Dirk Wirausky

Auch Barbara Schulte, KRH Geschäftsführerin Finanzen und Infrastruktur, lobte Memmings Engagement für das Klinikum Robert Koch. „Sie haben infrastrukturelle und medizinische Rahmenbedingungen vor Ort geschaffen“, sagte sie. Gleichzeitig sei Memming ein Teamplayer und ein Mensch, der stets klar Position beziehe und niemandem nach dem Mund rede. Das sei nicht immer einfach gewesen, aber immer konstruktiv. Und er habe sich bis zuletzt dafür eingesetzt, dass das Klinikum einen Neubau erhalte, der demnächst mit einer Bauzeit von fünf Jahren errichtet werden soll.

Doch Memming ist auch ein kritischer Geist. Spardruck, gestiegene Anforderungen und Fachkräftemangel, zudem die ständig zunehmenden Belastungen für einen Mediziner – Zustände, die er immer wieder angeprangert hat. Und ihm nun möglicherweise auch den Entschluss erleichtert haben, aufzuhören. Er habe sich entschlossen, andere Themen seines Lebens in den Mittelpunkt zu stellen. „Ich muss feststellen, dass es mir nach mehr als 30 Jahren chirurgischer Tätigkeit immer schwerer fällt, mich mit jeder Entwicklung anzufreunden“, sagte der gebürtige Bremer. Künftig wird er sich der Familie, dem Sport und dem Cello widmen.

Die Geschäftsführer des Klinikums der Region Hannover Barbara Schule und Dr. Matthias Bracht (rechts) übergeben Dr. Martin Memming ein Abschiedsgeschenk. Quelle: Dirk Wirausky

Memmings Nachfolger Wedemeyer ging der Abschied seines Mentors spürbar nahe, launig war seine Rede dennoch. Er bezeichnete „Triple M“ als Mediziner, Manager, Motivator, Marke und auch Mutti. „Es war eine fantastische Zeit“, betonte Wedemeyer.

Keine Angst vor der Zukunft

In seiner Abschiedsrede machte Memming deutlich, dass mehr ärztliche Kompetenz in die Leitungsebene einziehen müsse. Darüber hinaus müsse die Medizin und Pflege wieder attraktiver dargestellt werden. Das Gehrdener Krankenhaus bezeichnete er als eine wichtige und gute Versorgung in der Fläche. Um die Zukunft des Standortes sei ihm nicht bange. „Alle werden die richtigen Antworten auf die wichtigen Fragen der Zukunft finden“, ist Memming überzeugt. Das Klinikum stehe gut da. „Wir haben es dahin gebracht, dass es eine Chance hat, zu überleben“, sagte Memming. Seinen Nachfolger, mit dem er seit 2011 zusammenarbeitet, bezeichnete er als seinen Wunschkandidaten.

Mit Memmings Entscheidung, sich aus dem Berufsleben zu verabschieden, hatten offenbar nur wenige gerechnet. „Wir sind überrascht und traurig“, fasste Manfred Mücke, Vorsitzender der Fördervereins des Krankenhauses, die Gemütslage vieler Gäste zusammen.

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Von Dirk Wirausky

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