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Gehrden: Nur die Platane auf dem Marktplatz soll weg.

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16:04 31.10.2019
Kompromiss: Die Platane auf dem Marktplatz soll gefällt werden, die beiden Kastanien am Ratskeller bleiben stehen. Quelle: Dirk Wirausky
Gehrden

Die wochenlange Diskussion über die Bäume auf den Marktplatz ist beendet. Die Mehrheit im Rat einigte sich auf einen Kompromiss, den die CDU angeregt hatte. Demnach kann die große Platane beseitigt werden, die beiden Kastanien am Ratskeller dagegen bleiben erhalten.

Damit folgten die Politiker nicht dem Wunsch der Verwaltung. Diese hatte in Absprache mit Freiraumplaner Thomas Ostermeyer vorgeschlagen, dass alle drei Bäume beseitigt und dafür neue Bäume gepflanzt werden. Auch der Sanierungsbeirat hatte kürzlich mit einer deutlichen Mehrheit dafür votiert.

Auf dieses Votum berief sich Henning Harter (SPD). Der Sanierungsbeirat sei eine Form der Bürgerbeteiligung. „Und wir sind bislang den Empfehlungen dieses Gremiums gefolgt“, sagte er. Aus seiner Sicht müssen die Bäume weg. „Sie schränken die Umgestaltung des Marktplatzes erheblich ein“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende und folgte damit der Einschätzung der Verwaltung.

CDU schlägt Kompromiss vor

Das sahen die Christdemokraten anders. Zwar sei die Modernisierung des Marktplatzes dringend notwendig, doch die dortigen Bäume sollten möglichst geschützt werden, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Spieker. Der Kompromissvorschlag: Die beiden Kastanien sollen auf jeden Fall erhalten bleiben, darüber hinaus sollen vier neue Bäume gepflanzt werden. Die Platane könne verschwinden, wenn dies nötig sei.

Für Heinz Strassmann ist die bisherige Sanierung der Innenstadt wenig gelungen. Die Fußgängerzone sei eine Pflasterwüste. „Sie ist trist, öde, langweilig, unpersönlich und eintönig“, sagte der Grünen-Politiker. Die alten und laut Gutachten auch erhaltenswerten Bäume auf dem Marktplatz seien dagegen wohltuend und müssten alle stehen bleiben. „Der Freiraumplaner hat offensichtlich nicht die Kreativität, diese Bäume in seine Planung zu integrieren“, befand Strassmann. Auch Eva Kiene-Stengel (Bündnis 90/Die Grünen) sah keinen Grund, Platane und Kastanien zu fällen. „Sie sind historisch gewachsen und sorgen für eine lebendige Atmosphäre“, sagte sie. Durchsetzen konnten die Grünen ihren eigenen Antrag, den Baumbestand so zu lassen wie er ist, allerdings nicht.

Nachdem die Verwaltungsvorlage mit zwölf Nein- und zwölf Ja-Stimmen abgelehnt wurde, erhielt der CDU-Vorschlag mit 13 zu elf Stimmen eine knappe Mehrheit. „Es ist die zweitbeste Lösung, wenn nur die Platane entfernt wird“, sagte Harter.

Klaus Dörffer verlässt Ratssitzung

Nicht alle in den CDU-Reihen folgten allerdings dem Antrag der eigenen Fraktion. Im Gegenteil: Klaus Dörffer wurde sogar deutlich. „Die Vision einer Neugestaltung wird beerdigt“, kritisierte er. Dörffer verteidigte das Baumkonzept von Stadt und Planer. Der beauftragte Landwirtschaftsarchitekt habe sich sehr wohl Gedanken gemacht und einen Veränderungsprozess eingeleitet. Blieben die Bäume stehen, sei der obere Teil der Marktplatzgestaltung tot.

Weil ihm die inhaltliche Diskussion nicht gefiel, verließ Dörffer die Ratssitzung. Kurios und nicht unbedingt verständlich. Hätte er bei der abschließenden Abstimmung für die Vorlage der Verwaltung gestimmt, wäre es so gekommen, wie er es sich eigentlich gewünscht hatte: Die Platane und die zwei Rosskastanien wären für die Umgestaltung beseitigt worden.

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Von Dirk Wirausky

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