Gehrden: Oberschule verabschiedet 92 Jugendliche auf dem Pausenhof
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Gehrden: Oberschule verabschiedet 92 Jugendliche auf dem Pausenhof

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14:03 26.06.2020
Ungewöhnliche Kulisse: Auf dem Pausenhof der Oberschule werden die Jungen und Mädchen klassenweise verabschiedet. Quelle: Dirk Wirausky
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Gehrden

„Ihr seid mit Abstand der beste Jahrgang“: Das stand auf einem Transparent geschrieben. Besser hätte das Motto der Verabschiedung der Oberschüler nicht sein können. Am Freitag, 26. Juni, erhielten insgesamt 92 Jungen und Mädchen aus fünf Klassen ihr Abschlusszeugnis.

Die Zeremonie hätte ungewöhnlicher nicht sein können: nicht wie sonst üblich im großen Rahmen in der Festhalle mit Grußworten, Orchestermusik und Einmarsch aller Akteure vor Publikum, sondern bescheiden und überschaubar wurden die Schüler klassenweise auf dem Pausenhof verabschiedet. Es gab sogar Einlasskontrollen. Immerhin: Spontan konnte zumindest ein Elternteil pro Schüler zugelassen werden.

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Und trotz der coronabedingten Umstände: Die Oberschule schaffte einen würdigen und feierlichen Rahmen. Die didaktische Leiterin Anke Berlin und die zweite Konrektorin Saskia Struckmeyer sprachen zu Recht von einer „traumhaften Kulisse und tollem Ambiente“ im sonnenüberfluteten Innenhof der Schule.

Oberschule Gehrden verabschiedet 92 Jugendliche auf dem Pausenhof

Bei der Entlassungsfeier der Klasse 10c betonte Schulleiter Carten Huge noch einmal die besonderen Umstände. Unabhängig davon lobte er die Klasse mit „unglaublich relaxten Jungs“ und „wahren Powerfrauen“ für ihre zum Teil großartigen Abschlüsse. „Ich mache mir wenig Sorgen, wenn ihr ab morgen am Drücker seid“, sagte Huge. Die Jugendlichen könnten sich auf Kompetenzen und Fähigkeiten berufen, die sie selbstbewusst in die Zukunft schauen lassen. „Seid mutig“, meinte Huge. Klassenlehrerin Ulrike Stahlberg-Pahl forderte die Jugendlichen auf, ihre Träume nicht aus den Augen zu verlieren. Und sie erinnerte an einen Satz von Albert Einstein, der einst sagte: „Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig.“

Dass der Abschied vielen der Schüler schwerfiel, bewies die kurze Rede von Marie-Luise Rinker. Die Klasse sei im Laufe der zurückliegenden Jahre zusammengewachsen. „Ich werde euch vermissen“, sagte sie mit tränenerstickter Stimme.

Acht Schüler haben eine Eins vor dem Komma

Acht Schüler schafften einen Notenschnitt mit einer Eins vor dem Komma. Leni Größ war mit 1,5 die Jahrgangsbeste. Auf einen Schnitt von 1,7 kamen Johanna Langhardt, Joel Bröckl, Benjamin Eike und Luana Schultz. 51 Jugendliche schlossen mit einem erweiterten Realschulabschluss ab.

24 Jugendlichen werden nun eine Ausbildung beginnen, 36 Jungen und Mädchen wechseln an eine weiterführende Schule, und der Rest wird künftig eine BBS besuchen. Ute Woll, die an der Oberschule für Berufsorientierung zuständig ist, glaubt, dass deutlich mehr Schüler einen Ausbildungsplatz angetreten hätten, wenn die Pandemie nicht ausgebrochen wäre. „Das hat unseren Bewerbungsprozess gestoppt“, sagte sie. Alle Jugendlichen, die nun in die Ausbildung gehen, hatten ihre Zusage bereits vor der Schulschließung Mitte März. Ärgerlich zudem: Wegen Corona mussten auch die geplanten Praktika abgesagt werden. „Und das ist eine Grundvoraussetzung für die Firmen“, meinte Woll.

Von Dirk Wirausky

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