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Gehrden: Region baut Radwege in drei Gehrdener Ortsteile aus.

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18:36 28.01.2020
Am nördlichen Ortseingang in Everloh soll eine Querungshilfe gebaut werden - auch um den Autoverkehr aus Richtung Northen abzubremsen Quelle: Heidi Rabenhorst
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Lenthe/Northen/Everloh

Die Region wird ab April bis zum Jahresende in Lenthe, Northen und Everloh die Radwege erneuern und die Streckenführung an der K 230 umgestalten. Das übergeordnete Ziel sei, ein alltagstaugliches Radwegenetz zu schaffen, sagte Olaf Engehausen aus dem Fachbereich Verkehr der Region. Das Projekt wird vom Bund gefördert. „Wir können deshalb die Situation für Radfahrer mit einem überschaubaren Aufwand verbessern“, meinte Engehausen. „Wir wollen ein sinnvolles Ganzes schaffen, um Angebote zu machen und Menschen zum Radfahren zu motivieren“, fasste er zusammen.

Sinnvoll finden allerdings nicht alle Bürger, die zur Informationsveranstaltung in das Sportheim des SV Northen/Lenthe gekommen waren, die Pläne. Die Lenther beispielsweise sehen die Prioritäten falsch gesetzt. Dort soll der Radweg in Höhe der Straße Im Eickhof entlang der Kreisstraße in Richtung Northen so verlegt werden, dass er nicht mehr direkt an der Straße entlangführt. Ein Grünstreifen soll künftig Radler und Autofahrer trennen. 2,50 Meter breit wird der sogenannte Zwei-Richtungs-Radweg werden.

Schlechte Verbindung nach Hannover

Lenthes Ortsratsmitglied Jakob von Richthofen meint, dass für die wenigen Radfahrer, die die Wege an der Kreisstraße nutzen, der Aufwand, die Kosten und der Eingriff in die Natur zu hoch seien. Viel wichtiger wäre es aus seiner Sicht, die Radverbindung zwischen Lenthe und Hannover zu verbessern. „Der Zustand ist katastrophal“, sagte von Richthofen. Das sieht auch Ortsbürgermeister Jürgen Ermerling so. Der viel benutzte Radweg sei abgängig und werde deutlich mehr genutzt als die Strecke nach Harenberg.

Radfahrer, die in Lenthe in Richtung Hannover abbiegen wollen, müssen die viel befahrene Kreisstraße überqueren. Quelle: Heidi Rabenhorst

Die Northerin Beate Reinders zählt zu jenen, die täglich mit dem Rad in Richtung Hannover unterwegs ist. „Die Strecke ist schlecht und im Dunkeln kaum zu befahren“, kritisierte sie. Und noch etwas sei gefährlich: das Überqueren der Kreisstraße in Lenthe, um auf den Radweg nach Hannover zu kommen. Das bestätigte ein weiterer Bürger. „Die Kreisstraße ist eine Hochgeschwindigkeitsstrecke“, sagte er. Ohne eine Verkehrsinseln sei es nahezu unmöglich, über die Fahrbahn zu gelangen. „Sie muss entschärft werden“, forderte er.

In Lenthe soll der Radweg nicht mehr direkt an der Straße entlangführen, sondern um etwa Meter versetzt und mit einem Grünstreifen von der Fahrbahn getrennt werden. Quelle: Heidi Rabenhorst (Archiv)

Engehausen und seine Kollegin Janina Rose hörten sich diese Einwände geduldig an. Sie machten aber auch klar: Die Pläne sind bereits in der Ausschreibung und könnten höchstens noch in Nuancen geändert werden. „Wir wollen informieren, sind aber auch offen für Anregungen“, sagte Engehausen. Doch: „Wir können nur dort etwas verändern oder bauen, wo wir auch Zugriff haben“, sagte Rose.

Für Northens Ortsbürgermeister Friedhelm Meier ist das Vorgehen der Region dennoch überdenkenswert. „Die Methode, Maßnahmen nicht vorher in den Ortsräten vorzustellen, ist zu kritisieren“, sagte er. Die Region müsse mehr Mut zur Bürgerbeteiligung haben.

In Northen soll unterhalb der Einmündung in die Große Straße eine drei Meter breite Übergangshilfe für Radfahrer in die Fahrbahn eingebracht werden. Quelle: Heidi Rabenhorst

In Northen sollen zwei Fahrbahnverengungen im Süden und Norden des Orts angelegt werden. Sie sollen den Autoverkehr drosseln. „Eine vernünftige Maßnahme“, meinte Meier; schließlich habe das der Ortsrat immer wieder gefordert. Unabhängig davon wird der Radweg auf der Fahrbahn aufgemalt; für einen neuen Radweg fehlt der Platz. Meier machte aber deutlich: „Der Gehweg muss auch weiterhin für den Radverkehr genutzt werden können.“

Auch am nördlichen Ortsrand wird in Northen eine Querungshilfe gebaut. Diese Verengung soll auch den Verkehr aus Richtung Lenthe drosseln. Quelle: Heidi Rabenhorst

In Everloh wird einseitig ein Schutzstreifen für die Radfahrer auf der Harenberger Straße in Richtung Northen angelegt. Zudem werden in Höhe des Friedhofs eine Querungshilfe in die Straße eingebaut sowie kurz hinter der Einmündung in die Straße Alte Rehre. Letzteres begrüßt Ortsbürgermeisterin Gisela Wicke. „Es vorteilhaft, dass der Verkehr durch die Querung abgebremst wird“, sagte sie.

In Höhe der Bushalte am Friedhof soll auf der Straße in Everloh eine sogenannte Querungshilfe für Radfahrer angelegt werden. Quelle: Heidi Rabenhorst

Wenig Begeisterung löste die Nachricht aus, dass während der geplanten Maßnahmen in den drei Gehrdener Ortsteilen die Bereiche für den Autoverkehr voll gesperrt werden müssen – und zwar über mehrere Wochen.

Letztlich haben die Vertreter der Region aber doch noch was gelernt. So muss die geplante Überquerungsinsel am Ortsausgang von Everloh entgegen der ursprünglichen Pläne versetzt werden, weil sonst die Landwirte nicht auf ihre Felder kommen. Die Umleitungsstrecke während der Bauphase in Northen-Nord führt gegenwärtig durch die Feldmark – auf schmalen Straßen, die gerade einmal für ein Fahrzeug ausgelegt sind. Diese Idee muss genauso überarbeitet werden, wie der Vorschlag, während des Radwegebaus in Lenthe den Autoverkehr durch den Ort umzuleiten. „Wir müssen dort wohl großräumiger denken“, gestand Engehausen.

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