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Umland Gehrden Nachrichten Gutachten soll Grundlage sein
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20:54 18.09.2014
Von Dirk Wirausky
Der Aldi-Markt soll größer werden. Doch ohne Einzelhandelskonzept will die Region nicht zustimmen.
Der Aldi-Markt soll größer werden. Doch ohne Einzelhandelskonzept will die Region nicht zustimmen. Quelle: Wirausky
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Gehrden

Das Einzelhandelskonzept sei längst überfällig, sagt Eva Kiene-Stengel (Bündnis 90/Die Grünen). Mit dieser Meinung ist sie nicht allein. Seit Längerem wird laut über ein Gutachten nachgedacht, das die Gesamtsituation im Gehrdener Stadtgebiet analysiert. Nun soll es kommen - mit sanftem Druck von außen.

Aufgrund von Plänen der Discounterkette Aldi, die ihren Markt an der Levester Straße vergrößern möchte, hat die Region ein Konzept gefordert. „Wir müssen eine Beurteilung vorlegen, welche Auswirkungen diese Erweiterung hat“, sagt Fachbereichsleiter Wolfgang Middelberg. Die Pläne dürfen sich nicht negativ auf die Umsätze im Stadtzentrum niederschlagen.

Abgesehen davon erhofft sich die Stadt durch ein externes Gutachten wichtige Hinweise für die weitere Entwicklung der Innenstadt. „Wir hätten völlig unabhängig von der Anmerkung der Region zu den Aldi-Plänen über solch ein Konzept nachdenken müssen“, sagt Middelberg. Andere Städte hätten damit gute Erfahrungen gemacht. Die Expertise soll verwertbare Informationen darüber liefern, welche Sortimente und Angebote künftig zu einer Belebung des Stadtzentrums beitragen können. Ziel ist es, die Ansiedlung von Geschäften zu steuern.

Das sieht auch Kiene-Stengel so. „Wir brauchen ein Leitbild“, sagt sie. Es müsse geklärt werden, für welche Produkte es in Gehrden einen Bedarf gibt und für welche ein Überangebot. Auch Hilmar Rump (FDP) begrüßt den Schritt. Zum einen sei es wichtig, dass Aldi in Gehrden bleibe, und zum anderen sei ein Einzelhandelskonzept eine gute Grundlage für künftige Entscheidungen, sagt der Liberale.

Problematisch sei zurzeit laut Middelberg die Vermarktung großflächiger Leerstände, die zu klein für zeitgemäße Supermärkte sind und nicht die nötigen Voraussetzungen für Anlieferung und Parkplätze bieten. Beispiele sind der ehemalige Rewe-Markt an der Kirchstraße sowie die Filialen Ihr Platz und demnächst Rossmann in der Fußgängerzone.

Eines dürfte den Politikern die Entscheidung zusätzlich erleichtert haben: Die Kosten für das Gutachten in Höhe von etwa 10 000 Euro sind förderfähig.

Dirk Wirausky 17.09.2014
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