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Nachrichten Kulturladen Benthe: Eröffnung rückt immer näher
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09:09 16.03.2018
Vereinsvorstand mit Bistro-Geschäftsführerin: Silvia Ventz-Heemann (von links), Hans-Werner Matteikat, der Vorsitzende Alfons Schleinschock, Kilian Wolf, die künftige Vereinswirtin Melanie Schulze und Werner Windt präsentieren die Gründungsdokumente. Quelle: Ingo Rodriguez
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Benthe

 Neues Finanzmodell mit minimalem Risiko, neues Gastronomiekonzept mit externer Betreiberin – und nun gibt es auch einen neuen Verein: In Benthe ist die Eröffnung eines neuen Dorftreffs nur noch eine Formsache. Im früheren Lebensmittelgeschäft soll schon in diesem Sommer ein Gemeinschaftsraum eröffnet werden. Im Gemeindehaus der Kirche haben jetzt 54 Dorfbewohner den Verein Kulturladen Benthe gegründet. Die neue Organisation wird mit ehrenamtlichen Kräften in den Räumen an der Straße Am Steinweg kulturelle Veranstaltungen, Workshops, Flohmärkte und eine Tauschbörse organisieren. Außerdem sollen dort Stammtische und Treffen von Gruppen und Vereinen sowie private Feiern möglich sein. Für das geplante Bistro gibt es auch schon eine externe Betreiberin. Sie wird sogar – entgegen ursprünglicher Planungen – als Pächterin fungieren.

Raimund Lehmann von der siebenköpfigen Planungsgruppe hatte zu Beginn der Gründungsversammlung nicht zuviel versprochen: „Es gibt positive Veränderungen, die das finanzielle Risiko des künftigen Vereins minimieren“, sagte Lehmann. Eineinhalb Stunden später war es vollbracht: „Die Satzung ist einstimmig angenommen“, sagte Lehmann unter lautem Applaus. Nun sei es nur noch erforderlich, die von den Mitgliedern unterschriebenen Dokumente für einen Eintrag im Vereinsregister beim Amtsgericht einzureichen. Darauf stehen auch die Namen des Vorstands. Zum Vorsitzenden wurde einstimmig der Musikschulleiter Alfons Schleinschock gewählt, Stellvertreterin ist Silvia Ventz-Heemann. Als Beisitzer fungieren Kilian Wolf, Hans-Werner Matteikat und Werner Windt.

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Die Gründungsmitglieder unter den Versammlungsbesuchern stimmen bei den Wahlen über die Besetzung der Vorstandsposten ab. Quelle: Ingo Rodriguez

Das neue Konzept hatte die Dorfbewohner überzeugt. Mit Mareile Beerboom aus Hannover ist es die Schwester der Musikpädagogin Melanie Schulze aus dem Planungsteam, die Pächterin des Kulturladens und Betreiberin des Bistros werden möchte. „Sie wird die Umbaukosten in Höhe von rund 16 000 Euro übernehmen sowie die Miete und Nebenkosten“, sagte Lehmann. Als Geschäftsführerin und Vereinswirtin werde Schulze angestellt, ihr Lohn werde ebenfalls von Betreiberin übernommen.

Mit der Ausgliederung des Bistrobetriebs aus dem Verein ist laut Lehmann auch die Gemeinnützigkeit gewährleistet. Obwohl nun nicht mehr die Mitgliedsbeiträge die jährlichen Kosten decken müssten, sei eine hohe Anzahl von Mitgliedern vorteilhaft. „Der Verein wird in den Räumen wohnen und anteilig eine Pauschalmiete übernehmen“, sagte Lehmann. Außerdem sollen von den Beiträgen Künstlergagen finanziert werden. Inwieweit eine von der Stadt bereits genehmigte Anschubfinanzierung weiterhin nötig ist, will der neue Vorstand klären.

Nach der Versammlung unterschreiben insgesamt 54 Gründungsmitglieder die notwendigen Dokumente für einen Eintrag in das Vereinsregister. Quelle: Ingo Rodriguez

Laut Stefan Behrens – Bruder des Immobilienbesitzers - sollen in den nächsten Wochen ein Mietvertrag abgeschlossen werden und die Umbauarbeiten beginnen. In etwa acht Wochen wird der Verein zur Information eine Mitgliederversammlung einberufen.

Vereinswirtin hat große Pläne

Die Musikpädagogin Melanie Schulze aus Benthe soll als Geschäftsführerin des Bistros im Kulturladen Benthe eingesetzt werden und ist damit auch die künftige Wirtin des neuen Vereins. Am Rande der Gründungsversammlung hat die 53-jährige Mitinitiatorin des Projekts schon erste Pläne vorgestellt. Demnach will sie ihre Arbeit als Musikpädagogin auf wichtige Projekte reduzieren, um möglichst oft im Kulturladen eine Bewirtschaftung anzubieten. Zwar werde sich die Koordination der Öffnungszeiten vor allem am Bedarf orientieren und einspielen. „Aber werktags sollen dreimal pro Woche jeweils Frühstück und Mittagstisch angeboten werden“, sagte Schulze. Nahezu fest stehe zudem, dass freitags am Abend geöffnet sei. Am jedem Sonnabendvormittag will Schulze auch Frühstück anbieten, sonntags Kaffee und Kuchen. Auf Basis von Spenden an den Verein sei es vermutlich zudem möglich, mit ehrenamtlicher Hilfe von Mitgliedern etwa alle zwei Monate Brunch anzubieten. In der geplanten – etwa elf Quadratmeter großen Küche – will Schulze außerdem anlässlich privater Feiern ein Catering für bis zu 30 Personen zubereiten.

Von Ingo Rodriguez