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Umland Gehrden Nachrichten Kirchensanierung geht in die Endphase
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17:36 15.10.2017
Von Ingo Rodriguez
Die St.-Agathakirche ist nach dem Bau neuer Stützpfeiler (siehe Bildergalerie) inzwischen statisch wieder stabilisiert. Auch die Gerüste im Innern der Kirche stehen nun nicht mehr. Dafür sind vor einigen Kirchenfenstern an den Mauern teilweise die eingelassenen Ringanker sowie der frei gelegte Geheimgang am Turm zu sehen. Quelle: Ingo Rodriguez
Leveste

Von außen deutet auf die langen und äußerst schwierigen Bauarbeiten kaum noch etwas hin: Das Gerüst an dem denkmalgeschützten Gotteshaus ist bereits seit einigen Wochen wieder abgebaut, die neu gemauerten Stützpfeiler fügen sich harmonisch in das Gesamtbild ein. Und auch in Inneren der Kirche steht inzwischen kein Gerüst mehr.

Der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Michael Bürger, ist nun auch zuversichtlich: "Wenn jetzt nicht noch unerwartet Handwerker abspringen, können wir die Adventszeit wieder in der Kirche begehen", kündigt er an. Ähnlich hatte sich der Kirchenvorstand aber auch bereits vor fast genau einem Jahr geäußert. Es sei zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht deutlich gewesen, wie kompliziert sich die Stabilisierung des Gotteshauses gestalten würde, sagt Bürger. Die Arbeiten seien eine echte Herausforderung für die Statiker gewesen.

Ein kurzer Rückblick: In der 1229 erstmalig urkundlich erwähnten Kirche waren vor der Sanierung tiefe Risse im Mauerwerk und Gewölbe beobachtet und regelmäßig vermessen worden. Grund für die Schäden am denkmalgeschützten Gebäude: „Das Dach und das tonnenschwere Gewölbe drückten zu schwer auf die Außenmauern. Der Druck der Stützpfeiler war nicht mehr stark genug“, sagt Bürger. Teilweise hätten die Pfeiler kaum noch Kontakt zum Mauerwerk gehabt. „Deshalb haben die Wände nachgegeben. Es bestand Einsturzgefahr“, sagt Bürger. Rund 300 000 Euro haben die Landeskirche und der Kirchenkreis investiert, um diesen schleichenden Prozess aufzuhalten – auch, um die kunsthistorisch bedeutsamen mittelalterlichen Wandfresken im Innern zu erhalten.

Um der Kirche wieder Halt zu geben, wurden inzwischen vier neue Stützpfeiler gemauert – in Sandstein. „Vor dem Errichten eines neuen Stützpfeilers an der Treppe zur Gutsprieche wurden Überreste eines alten Pfeilers entdeckt“, sagt Bürger. Dieser sei offenbar im Lauf der Jahrhunderte für den Bau der Außentreppe entfernt worden. „Das war außer dem schweren Gewölbe wohl ein Hauptgrund für die massiven Mauerschäden“, so der Vorsitzende. Einer der neu gemauerten Stützpfeiler ersetze nun den ursprünglich gebauten, aber später entfernten Pfeiler.

Um die Standsicherheit wieder herzustellen, wurden von den Bauexperten auch sogenannte Ringanker wie eine Art Stahlring in die Außenmauern eingelassen. Nur: "Bei den Längsbohrungen stießen die Arbeiter in der Wand mal auf Hohlräume und dann wieder auf Schutt. Auf diese Voraussetzungen musste völlig unterschiedlich reagiert werden", begründet Bürger die langen Verzögerungen. "Es musste sehr vorsichtig gebohrt werden - ohne Schlagbohrer", betont Bürger. In Risse und Hohlräume im Gewölbe habe sogar nur mit einer Handpumpe und viel Fingerspitzengefühl Mörtel gespritzt werden können. "Damit das Gewölbe nicht unter zu großem Druck aufplatzt", sagt Bürger.

Nach der statischen Grundsanierung sind inzwischen in der Kirche auch bereits die Wandfresken und Löcher im Mauerwerk ausgebessert sowie neue Stromleitungen verlegt worden. Nun blickt der Kirchenvorstand nur noch voraus. "Weitere Elektroleitungen, neue Versiegelung für den Holzfußboden - einige Kirchenbänke müssen vor dem Aufstellen auch noch renoviert werden", nennt Bürger einige unerledigte Restarbeiten. Außerdem soll auch noch die Orgel gereinigt und gestimmt werden.

Bis zum Abschluss dieser Arbeiten wird die Levester Gemeinde offenbar noch einige Wochen das Gemeindehaus als Ausweichstandort für ihre Gottesdienste nutzen müssen. Immerhin hatten die langwierigen Bauarbeiten auch einen positiven Nebeneffekt. "Auf der Orgelempore wurde in einer Außenwand ein bislang unbekannter Gang am Glockenturm entdeckt", sagt Bürger. Ein Schatz oder spektakuläre Überbleibsel seien dort aber nicht gefunden worden.

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