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Gehrden So verabschiedet sich Pastor Klaus-Thilo von Blumröder in den Ruhestand
Umland Gehrden

Ronnenberg: Pastor Klaus-Thilo von Blumröder geht in den Ruhestand

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15:06 26.09.2019
Dicht an den Menschen: Pastor Klaus-Thilo von Blumröder (links) zieht auf diesem Bild von 2016 mit den Diamantenen und Eisernen Konfirmanden zum Gottesdienst mit Abendmahl in die Michaeliskirche ein. Quelle: privat
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Ronnenberg

Klaus-Thilo von Blumröder versteht sich als Begleiter an „Schnittstellen des Lebens“. Dazu gehören für den Pastor nicht nur Trauungen, Taufen, Beerdigungen. Auch ungezählte Gottesdienste „und ganz viele Gespräche“ hat er in diesem Sinne verantwortet. 32 Jahre war von Blumröder in seiner Funktion tätig, davon 30 Jahre in Ronnenberg. Am Sonntag, 29. September, um 15 Uhr wird der 63-jährige mit einem Gottesdienst in der Michaeliskirche in den Ruhestand verabschiedet. Für seine Predigt hat er sich vorgenommen: „Es wird kein kompliziertes Theologisieren oder Theoretisieren, sondern eine persönliche Predigt.“

Über die Musik in die Kirche hineingewachsen

Klaus-Thilo von Blumröder Quelle: privat

Von Blumröder ist in Northeim in einem Hausarzthaushalt aufgewachsen. „Mein Vater hat sich immer viel Zeit für seine Patienten genommen, das hat mich in meinem Beruf geprägt“, erzählt er. Schon als Jugendlicher engagierte er sich in der Kirche, leitete als junger Mann Freizeiten für Konfirmanden. „Reingewachsen in die Kirche bin ich vor allem aber über die Musik. Ich bin immer noch leidenschaftlicher Chorsänger“, sagt der Pastor. „Der Montagabend war auch in Ronnenberg immer reserviert für die Proben des Jungen Vokalensembles Hannover, dem ich auch heute noch angehöre.“

Er studierte nach dem Abitur Theologie in Göttingen und Tübingen. Seine erste Stelle als Pastor trat er am 1. März 1987 in der Lüneburger Heide an, nahe an der damaligen Grenze zur DDR. Bewusst lebten er und seine erste Frau mit einem weiteren Paar im Pfarrhaus. „Wir wollten in der Kirche teilen“, erinnert er sich. Schließlich begann er in einer Phase zu arbeiten, als Stellen knapp waren. Und so teilte er sich mit seiner Frau Susanne Wendorf-von Blumröder von 1989 bis 1992 die Stelle in der Michaelisgemeinde in Ronnenberg.

Später übernahm er die volle Stelle in Ronnenberg, während Susanne Wendorf-von Blumröder einige Jahre in Empelde arbeitete. Mit seiner zweiten Frau Frauke von Blumröder, die als Lehrerin in Hemmingen tätig ist, lebt er seit 1997 zusammen. Zwei Kinder, 19 und 17 Jahre, gehören zur Familie, außerdem hat der Geistliche zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe und bereits zwei Enkelkinder.

Schwerpunkt der Arbeit in der Seelsorge

Als „großes Glück“ bezeichnet er rückblickend eine Fortbildungswoche in seinen ersten Amtsjahren in der sogenannten personzentrierten Seelsorge. Vor allem das Vertrauen in den Menschen im Gespräch überzeugten ihn. „Heilige Momente“ habe er erfahren, wenn auf diese Weise helfen konnte. Er bildete sich weiter in der Seelsorge, war als Berater und Ausbilder in der Landeskirche tätig. Dazu kam ein Engagement im ambulanten Hospizdienst. Bis vor fünf Jahren leitete er regelmäßig Gruppen für Trauernde in Ronnenberg und Barsinghausen.

Überraschend traf von Blumröder vor zwei Jahren ein schwerer Schlaganfall. Viele Tage lag er im künstlichen Koma. „Ich habe in der Zeit viel geträumt. Es waren friedliche Träume, ich hatte ein positives Bild von meinem Leben“, berichtet er aus dieser Phase. Noch immer lerne er, wie er sagt. Der Stock steht im Wohnzimmer für weitere Wege. Beim Sprechen muss er sich konzentrieren. Und er berichtet von einem Schlüsselerlebnis: „Ich erinnere mich noch gut an einen Tag, als ich mühsam von der Bushaltestelle den Kirchhügel hinaufging. Ein Mann sprach mich an, der schon mit 42 Jahren einen schweren Schlaganfall hatte, sich aber dann mit viel Geduld zurückgekämpft hat. Er ist wie ein Engel für mich, und ich habe oft an ihn gedacht, wenn ich mutlos war.“

Vor drei Monaten ist von Blumröder mit seiner Familie nach Gehrden gezogen. Ein Glückstreffer nach einer langen Suche nach einem geeigneten Haus, das nun Schritt für Schritt eingerichtet wird. Und in dem sich alle wohlfühlen.

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