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Gehrden Ferienpass: Johanniter bilden Zukunftsretter aus
Umland Gehrden

Ronnenberger Ferienpass: Johanniter bilden Zukunftsretter aus

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15:03 09.08.2019
Wie die Rettungsprofis: Die Schüler bergen einen „Verletzten“ und transportieren ihn zum Behandlungsplatz. Quelle: privat
Ronnenberg

Das Ziel ihrer Ferienpass-Aktion haben sich die Johanniter des Ortsverbands Deister ehrgeizig gesteckt: In nur vier Stunden sollen aus 15 Schülern aus Ronnenberg, Gehrden, Wennigsen und Barsinghausen Zukunftsretter werden. So bezeichnet der Rettungsdienst junge Menschen, die nach einem Konzept der Johanniter-Jugend Einblicke in die Welt der Ersthelfer und des Katastrophenschutzes bekommen.

Kinder bauen Behandlungsplatz auf

Zu dem Grundwissen gehört auch, was ein sogenannter Behandlungsplatz ist. Einen solchen haben die Mädchen und Jungen in der Dienststelle der Hilfsorganisation selbst aufgebaut, und dort wartet Niklas Tracht, Leiter Sondereinsatzdienste, auf seine „Patienten“. Tracht ist im Rettungsdienst tätig und gehört zum Leitungsteam der ehrenamtlichen Johanniter im Calenberger Land. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem die Ausbildung von Helfern, die Besetzung von Sanitätsdiensten bei Veranstaltungen, aber auch die Unterstützung anderer Rettungskräfte im Ernstfall. Gemeinsam mit Ortsjugendleiterin Saskia Kulhawy und weiteren sechs Johannitern kümmert er sich während der Ferienpass-Aktion der Stadt Ronnenberg um Teenager, die in ihren Sommerferien einen Einblick hinter die Kulissen der Johanniter bekommen. Wie der Schüler Niclas, der über ein ehrenamtliches Engagement nachdenkt. „Mich interessiert das hier einfach“, sagt er. Oder um Madlin, die im Alltag lieber helfen will, wenn Mitmenschen einen Unfall erleiden, als nur dabei zu stehen. „Ich will wissen, was dann zu tun ist“, sagt sie.

Ferienpass-Aktion ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs

Einen kompletten Erste-Hilfe-Kurs – der dauert einen Tag – ersetzt die Ferienpass-Aktion zwar nicht. Dafür bekommen die Zwölf- bis 15-Jährigen aber einiges mit auf den Weg. Die Johanniter führen sie durch mehrere Stationen. Sie zeigen, wie man ein Wundpflaster für Fingerkuppen zurechtschneidet, lassen die Jugendlichen ausgiebig selbst mit Einsatzmaterial probieren, präsentieren einen Rettungstransportwagen und haben sich praxisnahe Fallbeispiele ausgedacht. Inklusive täuschend echt hergerichteten „Verletzungen“.

Nur im Team klappt die Arbeit

Die Teenager lernen dabei auch, wie wichtig eine funktionierende Gemeinschaft ist. Denn nur im Team lässt sich ein großes Zelt für den Behandlungsplatz aufbauen, in dem es genug Raum gibt für mehrere Patienten, Infusionsständer, medizinische Gerätschaften und Personal. Dorthin tragen Niclas, Madlin und die anderen Schüler die drei „Verletzten“, die sie zuvor beim Fallbeispiel als Ersthelfer versorgt haben. „Im Katastrophenfall“, berichtet Tracht, „kann es viele Unfallopfer auf einen Schlag geben.“ Auch einen solchen Massenandrang müssen Rettungskräfte in einer extremen Situation bewältigen können.

Dann begutachtet der Johanniter den Druckverband, den die Schüler am Bein eines „Verletzten“ angelegt haben. Sitzt alles, ist nichts zu locker oder zu straff? Tracht nickt den Jugendlichen zu. Alles richtig gemacht.

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