Trotz Corona in Gehrden: Bürgermeister lädt zur Ratssitzung in Festhalle ein
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Gehrden Trotz Corona: Bürgermeister lädt zur Ratssitzung in Festhalle ein
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Trotz Corona in Gehrden: Bürgermeister lädt zur Ratssitzung in Festhalle ein

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11:13 21.03.2020
Die Festhalle der Stadt Gehrden bietet normalerweise Platz für bis zu 200 Besucher. Quelle: HAZ (Archiv)
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Gehrden

Erst am Montag hat der Krisenstab der Stadt Gehrden entschieden, zum Schutz vor der weiteren Ausbreitung des Coronavirus zusätzlich zu allen Veranstaltungen in städtischen Gebäuden auch die noch vor Ostern geplanten politischen Sitzungen abzusagen. Nun soll die ursprünglich für den kommenden Mittwoch im Bürgersaal geplante und abgesagte Ratssitzung aber doch kurzfristig nachgeholt werden: am 1. April in der Gehrdener Festhalle – vor einer begrenzen Zahl an Zuschauern. Während CDU und Grüne den Bürgermeister scharf kritisieren und auf Risiken hinweisen, verteidigt Mittendorf sein Vorgehen.

Die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts würden alle angewendet, heißt es in dem Begleitschreiben des Bürgermeisters zu der Sitzung. Um den empfohlenen Mindestabstand einhalten zu können, sei die Sitzung extra in die Festhalle verlegt worden. Weil unter den aktuellen Umständen jedoch auch dort deutlich weniger als die sonst möglichen 200 Menschen zulässig sind, würden Eintrittskarten abgegeben, so Mittendorf. Interessierte könnten diese unter Telefon (05108) 6404901 bestellen.

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Bei den Abschlussfeiern der Schulen, hier ein Bild von 2018, saßen die Besucher der Festhalle stets dicht an dicht. Bei der für den 1. April dort geplanten Ratssitzung soll um die einzelnen Ratsleute, Verwaltungsvertreter und bis zu 20 Zuschauer viel Platz bleiben. Quelle: Ingo Rodriguez (Archiv)

„Infektionsepidemiologisch alles andere als ratsam“

Kaum war der Termin am Freitag öffentlich, da meldeten sich die Fraktionschefs von CDU und Bündnis 90/Die Grünen zu Wort. Vor Ende der Schulschließungsfrist und den weiteren wohl noch bevorstehenden Verschärfungsmaßnahmen eine Ratssitzung einzuberufen sei „infektionsepidemiologisch alles andere als ratsam“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung von Thomas Spieker (CDU) und Heinz Strassmann (Grüne). Viele Ratskollegen und Besucher gehörten zur Risikogruppe. Überall sonst in Behörden und Unternehmen würde Besucherverkehr verboten und würden Menschen gebeten, auch privat möglichst Abstand zu halten, so die Fraktionsvorsitzenden weiter. „Für diese Kehrtwende des Bürgermeisters hinsichtlich aller bisherigen Vorgaben fehlt uns das Verständnis.“

Der Termin sei nicht in Stein gemeißelt, aber nötig, um Fristen einzuhalten, so Mittendorf auf Nachfrage. Der Satzungsbeschluss zur Verkleinerung des Rates müsse bis 30. April vorliegen und könne nicht per Umlauf gefasst werden. Auch andere Kommunen hielten noch Sitzungen ab. Er habe sich bei Regionspräsident Hauke Jagau erkundigt – und dessen Rückendeckung erhalten.

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Von Astrid Köhler