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Gehrden Wie Schüler die Energiewende in Gehrden gestalten
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Wie Schüler die Energiewende in Gehrden gestalten

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15:22 30.10.2019
Abstimmung: Das Energiewende-Parlament tagt unter dem Vorsitz von Bürgermeister Cord Mittendorf im Bürgersaal. Quelle: Dirk Wirausky
Gehrden

Hannah, Leonie und Aron sind sich einig: „Das ist ein wichtiges Thema und es ist auch wichtig, dass wir uns darum kümmern“, sagen die drei Oberschüler. Sie nehmen wie etwa 80 weitere Jugendliche an dem dreitägigen Projekt „Plenergy – vom Planspiel bis zur Energiewende“ teil. Die Klimaschutzagentur der Region Hannover hat das Angebot entwickelt, um Jugendliche für die Gestaltung der lokalen Energiewende zu gewinnen.

Der 14-jährige Aron ist von dem Angebot überzeugt. „Wir müssen uns Gedanken über die Zukunft machen und uns überlegen, mit welchen Projekten und kleinere Maßnahmen wir zur Energiewende beitragen können“, sagt er. Jeder könne seine Beitrag leisten. Er zum Beispiel achte darauf, Wasser zu sparen. Hannah und Leonie stimmen ihm zu. Die beiden Mädchen vermeiden Plastik. Und in ihrer Gruppe haben sie den Antrag ausgearbeitet, dass es in der Mensa fleischlose Tage geben soll.

Anträge vorstellen, diskutieren, abstimmen – im Energiewende-Parlament haben Jugendliche wie Johanna das Wort. Quelle: Klimaschutzagentur Hannover

Anträge werden diskutiert

Diese Anträge sind in verschiedenen Fachausschüssen erörtert und formuliert worden. Im sogenannten Energiewende-Parlament unter dem Vorsitz von Bürgermeister Cord Mittendorf werden sie vorgetragen und das Plenum stimmt ab. So wird unter anderem gefordert, dass die Stadt einen Energieratgeber herausgibt, das Regenwasser auf den privaten Grundstücken gespeichert werden soll, dass Trinkwasserspender im Schulgebäude und in der Fußgängerzone installiert werden und dass bei der Anschaffung von Materialien auf den Klimawandel Rücksicht genommen wird.

Interview: Anna Lena (links) und Anna befragen Bürgermeister Cord Mittendorf zum Thema Energiewende. Quelle: Dirk Wirausky

Ziel der Initiatoren ist, dass die Ideen und Anregung der Schüler auch ernst genommen werden. „Wir haben uns versichern lassen, dass die Anträge tatsächlich aufgenommen und beraten werden“, sagt Projektleiterin Andrea Werneke. Sonst mache die Veranstaltung keinen Sinn. „Die Kommunalpolitiker sollen sich ernsthaft damit befassen“, sagt sie. Das Ziel: „Wir wollen Nachwirkungen erzielen und junge Menschen motivieren, selbst in ihrer Stadt aktiv zu werden“, sagt Werneke. Deshalb werden Vertreter der Klimaschutzagentur nochmal in die Oberschule kommen und prüfen, was die Projektideen machen.

Jugendliche sollen ermuntert werden

Das unterstreicht auch Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur. Klimaschutz und Energiewende seien gesellschaftspolitisch wichtige Themen. „Wir wollen die Jugendlichen befähigen und ermuntern, ihre Ideen einzubringen“, sagt Sahling. Es solle ein Feuer entzündet werden, damit die Heranwachsenden etwas bewirken.

Projektleitung: Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur, Klimaschutzmanagerin Kira Janott, Emre Ölcen, Vorsitzender des Jugendparlaments, Timo Abert von der Avacon, die Oberschüler Aron, Leonie und Hannh sowie Bürgermeister Cord Mittendorf. Quelle: Dirk Wirausky

Von dem Engagement der Neunt- und Zehntklässler der Oberschule ist Bürgermeister Cord Mittendorf beeindruckt. „Es ist eine tolle Veranstaltung“, sagte er. Viele der vorgetragenen Ideen seien gut. Er zeigte sich begeistert, wie sich die Jugendlichen einbringen. Für Mittendorf steht fest: „Klimaschutz und Energiewende müssen wir mit der jungen Generation gestalten.“

Jan (von links), Lara (beide 15) und Claas Robin (14) setzen sich für eine Stadtbahnlinie bis nach Gehrden ein. Quelle: Dirk Wirausky

In drei Projekttagen haben sich die Schüler mit der Energiewende beschäftigt. Im Planspiel Plenergy arbeiten sie in Gruppen, stimmen über Beschlussvorlagen im Energiewende-Parlament ab und planen die Umsetzung von Ideen. Zum Abschluss kommen örtliche Initiativen wie die Energiegenossenschaft Calenberger Land, das Jugendumweltnetzwerk Niedersachsen, Naturschutzbund oder Fridays-for-Future in die Schule.

Auf dem Programm steht, dass die Schüler ihnen ihre Projektideen präsentieren und sie als Beratende und Unterstützende bei der Umsetzung gewinnen. „So sollen langfristig neue Verbindungen zu tatkräftigen Akteurinnen und Akteuren entstehen, damit die Plenergy-Ideen in Gehrden mit Erfolg umgesetzt werden“, erläutert Werneke. Denn Plenergy solle fortwirken und nicht nach den drei Projekttagen enden.

Der 16-jährige Timo ist Mitglied der Doku-Gruppe für die drei Projekttage. Er führt Interviews, filmt und ist für die Blog-Einträge zuständig. Quelle: Dirk Wirausky

Jugendliche wollen Straßenbahnanschluss für Gehrden

Lara, Claas Robin und Jan haben eine Vision. Die drei Oberschüler wünschen sich, dass die S-Bahnlinie bis nach Gehrden führt. Das entlaste den Autoverkehr und sei zudem umweltfreundlich, begründeten die drei Jugendliche ihren Vorstoß.

„Wir appellieren an Stadt, unseren Antrag an die Region weiterzugeben“, sagt der 15-jährige Jan nach der Sitzung des Energiewende-Parlaments. Dort wurde der Vorschlag einstimmig befürwortet.

Jan ist überzeugt, dass es von Seiten der Bürger eine hohe Nachfrage gebe. Und überhaupt: Es sei nicht einzusehen, dass es die Stadtbahn nicht bis Gehrden führe, zumal auch Hemmingen an das Straßenbahnnetz angeschlossen werde, meint Claas Robin. Der 14-Jährige erinnert an die einstige Linie 10, die bis 1961 nach Gehrden führte. Auch die 15-jährige Lara unterstreicht: „Wir brauchen eine direkte und schnelle Anbindung nach Hannover.“ Aktuell wird Gehrden über den Regiosprinter der Buslinie 500 angebunden. Das sei zwar gut, dauere aber 40 Minuten, meinen die Jugendlichen. „Und voll ist der Bus auch immer“, sagt Jan.

Das Argument, dass der Bau einer Straßenbahnlinie bis Gehrden zu kostspielig sei, lassen die Oberschüler nicht gelten. „Es wird ja auch in andere Dinge investiert“, sagt Jan. Die Straßenbahn bis an den Burgberg zu verlängern, sei von hohem Nutzen – gerade aus Klimaschutzgründen. „Es fehlt vielmehr die Wille“, glaubt Jan.

Neu ist die Idee nicht. Immer wieder ist aus den politischen Reihen zu hören, dass Gehrden an das Straßenbahnnetz angebunden werden solle. Erst im Frühjahr hatte die CDU gefordert, dass sich Bürgermeister Mittendorf bei der Region für einen Anschluss der Üstra-Stadtbahn bis in die Gehrdener Kernstadt stark macht. Die Region legt bislang in Bezug auf Gehrden ihr Augenmerk auf die Busse. Die Verlängerung der Bahn bis an den Burgberg ist von der Region bislang als zu kostspielig abgelehnt worden.

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Von Dirk Wirausky

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