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Hemmingen Parkgebühr am Büntebad?
Umland Hemmingen Parkgebühr am Büntebad?
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14:57 22.01.2019
Recherche an Ort und Stelle: Mitglieder des Fachausschusses im Dunkeln und bei Regen an der Hohen Bünte. Quelle: Andreas Zimmer
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Hemmingen-Westerfeld

Viel Geld und hoher Aufwand und unterm Strich zu wenig Parkplätze: Das ist der derzeitige Stand der Diskussion um den geplanten Ausbau der viel befahrenen Hohen Bünte in Hemmingen-Westerfeld.

An der Straße befinden sich unter anderem die KGS, das Büntebad, das Strandbad und der Sportplatz, sodass es zu Spitzenzeiten an Stellflächen auf dem Parkplatz am Büntebad mangelt. Rund 400 Meter entfernt, am Ende der Straße, ist ein weiterer Parkplatz, doch für viele Gäste scheint dieser Weg von etwa fünf Minuten zu Fuß zu weit. Das könnte aber auch daran liegen, dass der Geh- und Radweg nicht der beste ist: Baumwurzeln sorgen für Risse, die bei Dunkelheit schlecht zu sehen sind.

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Davon hat sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt vor seiner jüngsten Sitzung bei einem Ortstermin überzeugt. Regen und Temperaturen um zwei Grad – die Teilnehmer wollten schnell wieder zurück ins Warme. Ohne das Flutlicht des benachbarten Sportplatzes wäre es an dem späten Nachmittag noch dunkler gewesen. Bei der Diskussion an der Hohen Bünte und später im Rathaus lief es auf eine abgespeckte Umbauvariante hinaus: Für zusätzliche Leuchten sollen voraussichtlich 55 000 Euro ausgegeben werden, die Sanierung des Geh- und Radweges darf etwa 36 000 Euro kosten.

Das wäre günstiger als das bisher gesetzte Kostenlimit von 200 000 Euro. Für dieses Geld gibt es in dem entsprechenden Planentwurf neben dem teilweisen Ausbau der Hohen Bünte nur 16 neue Parkplätze – reichlich mager, wie die Kommunalpolitiker meinen. Mehr sei laut der Planer wegen der Bäume und der starken Wurzeln bei dieser Variante nicht drin. 2018 war auch eine Variante mit 25 und eine mit 39 Parkplätzen vorgelegt worden, doch beide haben ihren Preis.

50 000 Euro stehen bereits für Planungskosten im Etat und sind laut Verwaltung noch nicht ganz ausgegeben. Der Ausschuss zögert trotzdem, sich nach dieser Ausgabe für eine Variante ganz ohne neue Parkplätze zu entscheiden. Andererseits: „Ist der Aufwand gerechtfertigt für das, was wir haben wollen?“, fragte Wolf Hatje (DUH). Anette Wnendt (SPD) gab zu bedenken: „Wenn wir was machen, dann gescheit und nicht nur Schadensbegrenzung.“ Von der SPD stammt der Ursprungsantrag für den Ausbau der Hohen Bünte. CDU, Bündnisgrüne und DUH hatten im Jahr 2016 einen ergänzenden Antrag gestellt. Thorsten Baxmann (CDU) kritisierte jetzt im Ausschuss, das Projekt koste schlichtweg zu viel Geld. Ulrike Roth (Grüne) warnte: „Es gibt keinen zeitlichen Druck für eine Entscheidung.“

Bei der Debatte kamen die unterschiedlichsten Ideen auf den Tisch, zum Beispiel von den Parkenden auf dem Platz am Büntebad eine Gebühr zu verlangen und auf den Gratis-Parkplatz am Strand zu verweisen (Frank Wiedemann, beratendes Mitglied) oder den Parkplatz am Büntebad mit einer Schranke zu versehen, die sich – über das Badticket geregelt – öffnen lässt (Wolf Hatje, DUH). Fachbereichsleiter Axel Schedler entgegnete: „Das sprengt den Rahmen.“ Nachdem der Ausschuss sein Votum jetzt ein drittes Mal vertagt hat, will er bei der Etatberatung am Donnerstag, 24. Januar, 19 Uhr, im Rathaus Nägel mit Köpfen machen. 

Von Andreas Zimmer