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Hemmingen Bio-Lieferant aus Hemmingen: Die Gemüsekiste erhält das Gemeinwohl-Zertifikat
Umland Hemmingen

Gemüsekiste aus Hemmingen: Bio-Lieferant erhält Auszeichnung

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13:06 20.02.2020
„Die Gemeinwohl-Ökonomie wirkt als eine Art Wertekompass“: Gemüsekiste-Geschäftsführer Matthias Rönicke (Mitte) mit GWÖ-Koordinator Günther Baumert (links) und Hemmingens Bürgermeister Claus Schacht. Quelle: Torsten Lippelt
Hiddestorf

In Hiddestorf sind am Mittwoch drei regionale Unternehmen ausgezeichnet worden, deren Beitrag zum Gemeinwohl in den Betriebsabläufen einen besonders hohen Stellenwert hat. In den Räumen der Gemüsekiste an der Hauptstraße wurde der Gastgeber – der Bio-Lebensmittellieferant Gemüsekiste – von der international aktiven Organisation Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) mit einem Gemeinwohl-Zertifikat ausgezeichnet. Dieses bekam auch das Gesundheitszentrum TherapieZeitRaum in Hannover-Bothfeld und das Göttinger Fairtrade-Unternehmen Contigo, das eine Filiale in der List in Hannover hat. Es sind die ersten Firmen in und um Hannover, die zertifiziert wurden.

Voraussetzung dafür war jeweils die Erstellung einer sogenannten Gemeinwohl-Bilanz für das vergangene Kalenderjahr. Dazu wurden in einem mehrmonatigen Prozess alle Betriebsabläufe nach den Kriterien der Gemeinwohl-Ökonomie durchleuchtet. Es ging nicht allein um wirtschaftliche Erfolgszahlen, sondern Aspekte „wie Menschenwürde und ökologische Nachhaltigkeit in der Zulieferungskette, die Abhängigkeit von ökologisch bedenklichen Ressourcen oder aber die ethische Haltung im Umgang mit Geldmitteln“, erläuterte GWÖ-Koordinator Günther Baumert vor rund 40 Gästen.

Gemüsekiste erhält Zertifikat

Das hehre Ziel: der Aufbruch zu einer ethischen Marktwirtschaft, die Geld als Mittel zu einem Zweck versteht und nicht die Vermehrung von Kapital als Ziel hat. Kernstück der Zertifizierung ist die Gemeinwohl-Matrix, die den teilnehmenden Organisationen und Unternehmen ein Raster bietet, mit dem sie eine ethische Bilanz erstellen und die Ausrichtung ihrer Arbeit am Gemeinwohl überprüfen können. „Für diese drei Unternehmen sind Werte wie Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit, Menschenwürde und Transparenz wichtiger als Gewinnmaximierung. Das macht sie zu Pionieren ethischen Wirtschaftens – und damit zu Leuchttürmen“, lobte Baumert.

Barbara Knoben (von links) und Günther Baumert überreichen die Zertifikate an Matthias Rönicke (Gemüsekiste), Ralph Wüstefeld (Contigo) und an Dirk Breitenbach (Therapie ZeitRaum). Zum Prüferteam gehört auch Gerd Lauermann (rechts). Quelle: Torsten Lippelt

Als externer GWÖ-Auditor, der die gelieferten Zahlen überprüfte, ergänzte Gerd Lauermann: „In den letzten zehn Jahren haben wir rund 500 von 2100 interessierten Firmen zertifiziert. Diese drei hier sind nun die ersten in und um Hannover.“

Gemüsekiste beliefert auch Schulen

„Das Zertifikat ist für uns in erster Linie ein hilfreicher Spiegel, um zu sehen, wie weit wir sind“, sagte Matthias Rönicke, einer der beiden Gemüsekiste-Geschäftsführer. „Die Gemeinwohl-Ökonomie wirkt somit intern als eine Art Wertekompass.“ Mehr als 3000 Produkte zählen inzwischen zum Sortiment des seit 20 Jahren in Hiddestorf beheimateten Bio-Lebensmittellieferanten, mit rund 6000 Kunden. Pro Woche werden mehr als 4000 Privat- und Firmenkunden beliefert, zudem mehr als 100 Schulen mit Obst.

Zertifikat geht auch an Gesundheitszentrum TherapieZeitRaum in Bothfeld und Contigo-Fairtrade

Die beiden weiteren ausgezeichneten Unternehmen sind das seit vielen Jahren tätige Göttinger Unternehmen Contigo-Fairtrade, das auch eine Filiale auf der Lister Meile in Hannover unterhält sowie das Gesundheitszentrum TherapieZeitRaum am Klein-Buchholzer Kirchweg in Hannover-Bothfeld. Für die beiden geehrten Firmen nahmen Contigo-Geschäftsführer Ralph Wüstefeld und der Praxischef Dirk Breitenbach die Zertifikate entgegen.

Gemeinwohl-Zertifikat: Stadt will sich beraten lassen

Hemmingens Bürgermeister Claus Schacht lobte ebenfalls die drei Unternehmen für ihren „Leuchtturm-Charakter in jeder Beziehung“. Auch die Kommunen müssten diesbezüglich noch viel Arbeit leisten. So möchte sich die Stadtverwaltung Hemmingen in einem Gespräch mit dem GWÖ-Referenten Gerd Lauermann über Möglichkeiten der Gemeinwohl-Zertifizierung als Kommune beraten lassen.

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Von Torsten Lippelt

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