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Hemmingen 20 Jahre bauhof im Schnelldurchlauf: Von A wie Anfang bis Z wie Zukunft
Umland Hemmingen

Hemmingen 20 Jahre bauhof im Schnelldurchlauf: Von A wie Anfang bis Z wie Zukunft

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18:23 17.10.2019
Beim Blind Date zum Jahresende wird der bauhof illuminiert. Quelle: Torsten Lippelt (Archiv)
Hemmingen-Westerfeld

Der bauhof und die Zahl 20: Dieses Jahr sind beide eng verbunden. 20 Jahre besteht der Trägerverein für das Kulturzentrum an der Dorfstraße in Hemmingen-Westerfeld, 20 Aktive sind es vor und hinter der Bühne und beim Auf- und Abbau sowie als Helfer für viele andere Aufgaben. Um 20 Uhr beginnen auch die meisten Veranstaltungen, auch die große Geburtstagsshow im Forum der KGS in Hemmingen-Westerfeld am Freitag, 18. Oktober, für die es keine Karten mehr gibt. Desimo, Sascha Korf, Wall Street Theatre, GlasBlasSing und Aquabella treten auf.

Mehr als 800 Veranstaltungen, mehr als 50.000 Besucher und ein engagiertes Team aus Ehrenamtlichen, für die der Vorsitzende Klaus Grupe 2017 stellvertretend den Leinestern – sozusagen ein Ehrenamts-Oscar – entgegennahm. Wo will man da anfangen und wo aufhören? Ganz einfach: Bei A und bei Z.

Der bauhof-Vorsitzende Klaus Grupe hat stellvertretend fürs bauhof-Team fürs ehrenamtliche Engagement den Leinestern bekommen. Quelle: Torsten Lippelt (Archiv)

A wie Anfang: Aus dem baufälligen Voltmerschen Hof eine Kulturstätte machen – das wäre was, dachten sich 1998 die Mitglieder einer Arbeitsgruppe zur Dorferneuerung der damaligen Gemeinde Hemmingen. Das Motto: „Machen wir mal ein bisschen Kultur“. Ein bisschen ist gut. Zwölf Kulturinteressierte trafen sich im Landhaus Artischocke. Der Trägerverein wurde am 25. Oktober 1999 gegründet. Und dann ging es los.

Bauhof:Der Name verwirrte anfangs. Firmen meldeten sich und wollten Baumaterial oder Baumaschinen ordern. Der frühere Bauernhof wurde später von der damaligen Gemeinde Hemmingen als Bauhof genutzt. Damit es heute nicht zu Verwechslungen kommt, wird beim städtischen Bauhof vom Betriebshof gesprochen.

Corporate Identity: Ein einheitliches Erscheinungsbild so wie heute mit den blauen Programmfaltblättern und den Lichtquadern vor dem bauhof – daran ist am Anfang noch nicht zu denken gewesen. Die Bühne wurde geliehen, ausgemusterte Stühle aus einem Gemeindesaal in Hannover-Döhren gekauft und die Fenster mit Moltonstoffen mittels Klebestreifen verdunkelt.

Date: Haben die bauhof-Fans immer zum Jahresende beim Blind Date. Menschen kaufen Eintrittskarten und erfahren erst zu Showbeginn, wer auftritt. Das macht niemand? Weit gefehlt. Die Blind Dates sind stets ausverkauft, auch das am 12. Dezember 2019.

Erste Veranstaltung: Trommelrhythmen, Kleinkunst, Kinderzelt mit Märchenfrau: So war das Auftaktprogramm im November 2000. Anfangs traten generell vor allem regionale Künstler auf.

Bei der ersten Veranstaltung im bauhof im November 2000 wird unter anderem der erste Teil von Goethes Faust aufgeführt. Quelle: Archiv HAZ/NP

Feste: Sollte man feiern, so oft es geht. Eine Woche nach der Gala – am Freitag, 25. Oktober, 20 Uhr - feiert der bauhof mit treuen Lesern der HAZ. Auf der Bühne stehen die Mitglieder des Salons Herbert Royal. Darüber hinaus gibt es zehnmal zwei Karten zu gewinnen. Wer am Gewinnspiel teilnehmen möchte, schickt bis Montag, 21. Oktober, eine E-Mail samt Kontaktdaten an hemmingen@haz.de mit dem Stichwort „Bauhof-Fest“. Im freien Verkauf gibt es keine Karten für diese Sonderveranstaltung.

Geld:Mit den Beiträgen der Fördermitglieder deckt der Verein gerade einmal seine laufenden Kosten wie Porto, Telefon und Versicherungen. Zuschüsse gibt es aber von der Stadt Hemmingen, der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur in Niedersachsen, der Sparkassenstiftung, projektgebunden von der Region Hannover und von privaten Spendern.

Hannover: Die Südstadt und Döhren sowie Laatzen und Hemmingen gehörten 2005 zum Projekt „flusswärts“ mit Kunst und Kultur in der Leineaue. Der Naturraum war schon da, nun gab es auch den Kulturraum.

In-die-Länge-gezogen: Eigentlich sollte das Rock-’n’-Roll-Konzert von Meik Massari im Jahr 2006 um 22 Uhr enden. Beginn war um 20 Uhr, Pause nach 50 Minuten. Doch nach dem zweiten Teil schloss sich gleich eine Zugabe an, dann noch eine und noch eine und ... Massari spielte bis Mitternacht.

Elvis-Darsteller Meik Massari im bauhof. Quelle: Petra Zottl (Archiv)

Jubeln: Taten viele Künstler nach ihrem Auftritt im bauhof. Damals relativ unbekannt, heute mit Plattenvertrag bei Warner: Maybebop. Das deutsche A-cappella-Quartett trat 2003 im bauhof auf.

Karten:Gibt es unter anderem in der Buchhandlung Decius im Laatzener Leine-Center, aber nur noch bis zum Jahresende, denn sie wird geschlossen. Doch dafür gibt es ab sofort auch eine Vorverkaufsstelle in Pattensen: in der Bücherecke an der Dammstraße 2. Die Vorverkaufsstellen et cetera in Hemmingen-Westerfeld und Schreib Gut(h) in Arnum bleiben.

Lichtschwerter:Beim Streichquartett La Finesse muss man grundsätzlich auf alle (Ra-)Finessen gefasst sein. Bei ihrem Auftritt 2017 im bauhof aber erschien das Streichquartett auf abgedunkelter Bühne mit Lichtschwertern, zu denen sie ihre Streichbögen umdekoriert hatten. Passend dazu war die Musik aus „Star Wars“. Gänsehaut-Feeling!

La Finesse begeistert auf abgedunkelter Bühne mit Musik aus Star Wars und Lichtschwertern. Quelle: Torsten Lippelt (Archiv)

Musical: Gut, für Starlight Express wäre die bauhof-Bühne etwas zu klein. Doch 2018 gab es dennoch mit der Musicalshow der Sängerin Maricel, die unter anderem in der ZDF-Show „Wetten, dass…?“ mit Thomas Gottschalk aufgetreten ist, eine erfolgreiche Premiere. Ausverkauftes Haus.

Nadel: Vinyl liegt im Trend. Wusste das bauhof-Team schon 2005 und lud zur ersten Vinyl-Platten-Party ein. Unter den DJs war nicht nur Radiomoderator Andreas Kuhnt, sondern auch Bürgermeister Claus Schacht in Rüschenhemd, Schlaghose und Siebziger-Jahre-Gedächtniskarte. Ebenfalls am Mischpult: der heutige Regionspräsident Hauke Jagau sowie der damalige stellvertretende NP-Chefredakteur Bodo Krüger als DJ Bodo.

Old Virginny Jazzband:Sie war mit 20 Auftritten am häufigsten im bauhof und gibt seit 2004 Konzerte, anfangs kurz vor Weihnachten oder zum Jahresanfang und mittlerweile im Sommer.

Prominente: Kann man gar nicht alle nennen, daher nur zwei aus der jüngsten Zeit: den Schauspieler Miroslav Nemec zum Beispiel, auch bekannt als Kölner „Tatort“-Kommissar, und die als „Tagesschau“-Sprecherin bekannte Linda Zervakis.

Miroslav Nemec unterhält mit vielen Anekdoten und einigen Liedern die Besucher im bauhof. Quelle: Archiv

Quatschen: Machen Künstler und bauhof-Team nach jedem Auftritt. Die Künstler schätzen das Büfett, aber noch mehr die liebevolle Betreuung des bauhof-Teams.

Reise:Der bauhof geht mitunter auf eine solche. Seit 2017 gibt es die Reihe „bauhof on tour“, so auch am 18. Oktober für die Gala in der KGS in Hemmingen-Westerfeld. 2020 will der bauhof drei Mal auf Tour(en) kommen. Am 1. Februar 2020 gastiert der bauhof in der Hemminger KGS mit der A-Cappella-Gruppe Unduzo, die gerade im Theater im Aegi in Hannover mit Maybebop begeisterte. Und vielleicht gibt es bald auch „bauhof on board“: auf dem Solarboot auf dem Maschsee in Hannover. Weitere „bauhof on tour“ sind in der Trinitatiskirche in Hemmingen-Westerfeld und in der St.-Lucas-Kirche in Pattensen geplant, die Termine stehen aber noch nicht fest.

Soziale Medien: Der bauhof ist auf Facebook vertreten. Die Internetseite bauhofkultur.de gibt es seit mehr als 10 Jahren.

Toilette:Die Künstlertoilette wurde erst vor wenigen Wochen eingebaut. Bis dahin mussten die Künstler das Publikumsörtchen mitnutzen. Wer kurz dem Auftritt noch mal musste, kam am Publikum nicht vorbei, was dann zum Beispiel schon die Kostümierung sah.

Umgestaltung: Seit August 2001 ist der Vorplatz des Kulturzentrums als Dorfplatz gestaltet worden. Wie schön dieser sein kann, weiß jeder, der in der Abendsonne dort schon mal etwas getrunken hat.

Alfons bei seinem jüngsten Auftritt, einer Vorpremiere, im bauhof in Hemmingen. Quelle: bauhof

Vorpremieren: Einige Künstler ziehen im bauhof eine einzigartige Show ab. Und das nicht ohne Grund: Sie testen die Lacher. Man könnte auch sagen: Was in Hemmingen nicht ankommt, taugt nicht für die Bühne in großen Städten.

WoWo: So hieß das Denkfest mit einem Fast-Guiness-Buch-Rekord. 15 Künstler standen im Jahr 2012 auf der nur 12 Quadratmeter großen Bühne, davon einige mit Instrumenten. Wowo ist übrigens die Frage auf die Antwort des Dada.

Xala: Es soll weltweit nur einen Menschen geben, der dieses Instrument spielt: Ania Lösinger. Sie trat 2016 im bauhof auf und spielte die Xala, die ähnlich wie ein Bodenxylofon funktioniert, mit dem ganzen Körper.

Yes, we can!: Unter diesem Motto wird im bauhof gern eine Geschichte erzählt, bei der eine Kabarettistin sofort nach der Vorstellung zurück ins Ruhrgebiet musste, weil eines ihrer Kinder Grippe und hohes Fieber hatte. Doch der Koffer stand noch ungepackt in Garbsen im Hotel. Ein bauhof-Vorstandsmitglied machte sich, mit Vollmacht ausgestattet, auf den Weg nach Garbsen, packte alles in den Koffer, was er meinte, das nicht zum Hotel gehört, und war tatsächlich kurz vor Ende der Vorstellung zurück am bauhof.

Zukunft: Für das neue Programm bis Januar 2020 gibt es bereits Karten, und hinter den Kulissen werden schon die ersten Verträge für 2021 abgeschlossen.

20 Jahre bauhof: Zahlen, bitte!

2 Wochen, bevor der Vorverkauf für die Veranstaltungen der nächsten Saison im Kulturzentrum bauhof in Hemmingen-Westerfeld beginnt, hat jedes Mitglied ein Vorkaufsrecht für bis zu zwei Karten.

4 Meter ist die Bühne breit, 3 Meter tief und 40 Zentimeter hoch.

5 Mitglieder gehören zum Vorstand: Vorsitzender Klaus Grupe, seine Stellvertreterinnen sind Hildegard Hoffmann-Fesca und Reinhard Ludewig, Schriftführerin und Pressebeauftragte ist Ingrid von Drathen und Kassenwart Karl-Heinz Höhne.

7,50 Euro kostet die Einzelmitgliedschaft im Monat, Paare zahlen 10,50 Euro.

45 Veranstaltungen gibt es jedes Jahr.

53 ist die Hausnummer der Dorfstraße.

90-prozentig ist das Kulturzentrum im Jahr ausgelastet.

100 Besucher können in dem 101 Quadratmeter großen Saal Platz nehmen.

1000 Adressen hat der bauhof in seinem E-Mail-Verteiler.

80.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit wurden bisher geleistet. zi

Von Andreas Zimmer

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