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Hemmingen Falsche Polizisten: 28-Jähriger muss für drei Jahre in Haft
Umland Hemmingen

Hemmingen Barsinghausen: Falsche Polizisten Urteil Senioren um Geld betrogen

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18:31 25.11.2019
Das Landgericht Hannover hat zwei Betrüger verurteil. Quelle: dpa/Symbolbild
Hemmingen/Barsinghausen/Springe

Im Fall zweier falscher Polizisten hat das Landgericht Hannover zwei Hildesheimer verurteilt. Ein 28-Jähriger muss wegen „gewerblichen und bandenmäßigen Betrugs“ für drei Jahre und zwei Monate in Haft. Für den zweiten Täter, 24 Jahre alt, gab es die maximale Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Beide hatten vier Seniorinnen, eine davon aus Hemmingen, um insgesamt 59 000 Euro bestohlen.

Einer der Familienangehörigen des 28-Jährigen hatte von der Türkei aus Seniorinnen im Raum Hannover angerufen und behauptet, er gehöre zur Polizei und wolle das Geld der Opfer schützen. Dafür müssten sie es an einem öffentlichen Ort vor dem Haus ablegen, sodass einer seiner Kollegen das Geld abholen könne. Vier Seniorinnen aus Hemmingen, Barsinghausen, Springe und Hameln im Alter von 75 bis 89 Jahren ließen sich überzeugen und händigten den Tätern im Dezember 2017 und Januar 2018 insgesamt 59 000 Euro aus.

„Das ist schon ein bemerkenswertes Verbrechen“ sagte Richter Martin Grote in seiner Urteilsbegründung am Montag. Es seien bewusst ältere und alleinstehende Frauen ausgesucht worden. „Auf sie wurde dann psychologischer Druck aufgebaut“, sagte Grote. Die betroffenen Frauen sollten schnell handeln und sich mit niemandem absprechen.

Anruf aus der Türkei

Grote wies darauf hin, dass die Opfer trotz ihres hohen Alters geistig rege sind. „Sie sind alle bei klarem Verstand und haben sich trotzdem täuschen lassen“, sagte Grote. Das zeige auch, wie geschickt der Anrufer aus der Türkei vorgegangen ist. Auf diesen Täter und Organisator des Verbrechens habe die deutsche Justiz keinen Zugriff.

„Wie so oft in solchen Fällen stehen eher die kleineren Rädchen vor Gericht“, sagte Grote. Den Angeklagten komme zugute, dass sie beide nach ihrer Festnahme geständig waren.

Der 28-Jährige fungierte wie ein Logistiker. Er hat den 24-Jährigen engagiert, damit dieser das Geld abholt. Anschließend hat er das Geld eingesammelt, den 24-Jährigen bezahlt und den Rest in die Türkei überwiesen. Da der 24-Jährige in der Hierarchie der Täter auf der untersten Stufe steht, hat er auch die mildeste Strafe bekommen.

Der Richter verurteilte ihn zu zwei Jahren auf Bewährung. Dabei handelt es sich um die Maximalstrafe, für die noch eine Bewährung ausgesprochen werden kann. Die Bewährungszeit beträgt zwei Jahre. „Sie können jetzt ohne große Einschränkung nach Hause gehen. Doch sollten Sie innerhalb der kommenden zwei Jahre auf irgendeine Art straffällig werden, müssen Sie die zwei Jahre absitzen“, sagte Grote zu dem Verurteilten.

Verhandlung in Hannover

Im Fall des 28-Jährigen folge das Gericht nahezu der Forderung der Staatsanwältin, die auf drei Jahre und vier Monate plädiert hatte. Für den 24-Jährigen hatte sie zwei Jahre und sechs Monate ohne Bewährung gefordert. Beide Verurteilten müssen zudem die Opfer aus Barsinghausen, Hameln und Springe für den Verlust von insgesamt 47 000 Euro entschädigen.

Der 24-jährige Abholer des Geldes wurde bei dem Betrugsversuch in Hemmingen auf frischer Tat geschnappt. Die betroffene Seniorin hatte somit Glück im Unglück: Sie bekam die ausgehändigten 12 000 Euro anschließend zurück.

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