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Hemmingen Ein Rekord zum Abschluss: Agnes Dietrich verkauft 1750 Gläser Marmelade
Umland Hemmingen

Hemmingen: Basar katholische Kirchengemeinde 2000 Gläser Marmelade von Agnes Diedrich ausverkauft

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15:21 24.11.2019
Josef Krudewig (rechts) ersteht von Beate Hoppe vier Gläser Zwetschgen-Marmelade. Quelle: Stephanie Zerm
Hemmingen/Pattensen/Ricklingen

So eine große Auswahl an Marmelade gibt es nicht im Supermarkt: Insgesamt 41 verschiedene Sorten hatte Agnes Diedrich aus Hemmingen-Westerfeld für den Basar der katholischen Kirchengemeinde gekocht und in mehr als 2000 Gläser abgefüllt. Die Auswahl reichte von klassischer Erdbeermarmelade über Sauerkirsche mit Rum bis hin zu Josta-Beere.

Aber damit nicht genug. Außerdem hatte Diedrich Gurken, Zucchini und Kürbis eingelegt, Socken und Mützen gestrickt, Kissenbezüge genäht und gemeinsam mit ihrer Tochter Regina Kalkmann Handtücher und Decken bestickt.

2000 Marmeladen auf Basar im Pfarrheim

Am Sonnabend konnten Besucher die selbst gemachten Sachen beim Basar im Pfarrheim St. Johannes Bosco in Hemmingen-Westerfeld erstehen. Dabei schrumpfte die Pyramide an Marmeladengläsern im Stundentakt. 1750 Gläser wechselten innerhalb weniger Stunden den Besitzer. „Die Auswahl ist einfach wunderbar“, schwärmte Sabine Porth aus Harkenbleck, die mit ihrem Ehemann Albert Porth gleich eine ganze Kiste gekauft hatte. „Viele davon verschenken wir auch.“

Josef Krudewig aus Hemmingen-Westerfeld hatte weniger Glück. Seine Lieblingssorte, Zwetschge mit Rum, war schon vergriffen. Stattdessen kaufte er vier Gläser ohne den verfeinernden Schuss Alkohol.

Agnes Diedrich Quelle: Stephanie Zerm

Basar der katholischen Gemeinde so zum letzten Mal

Viele der Gäste bedauerten, dass der Basar, der seit rund 40 Jahren ausgerichtet wird, zum letzten Mal stattfand. „Ich komme schon von Anfang an hierher und bin sehr traurig, dass es nicht weitergeht“, sagte Josef Krudewig. Auch Sabine Porth bedauert die Einstellung des Angebots. „Das ist sehr schade, es war für uns seit Jahren ein fester Termin.“

Agnes Diedrich, die die Veranstaltung seit 1984 organisiert, hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass sie aus Altersgründen aufhört. Auch die Zahl der Helfer habe immer weiter abgenommen. „In den vergangenen Jahren ist ihre Zahl von rund 20 auf vier gesunken“, sagte die 83-Jährige. Und junge Nachfolger fehlten. Zur katholischen St.-Augustinus-Kirchengemeinde gehören Hemmingen, Pattensen und Ricklingen.

Erlös geht an kirchliche Projekte in Kenia und Peru

Auf dem Basar in Hemmingen-Westerfeld gab es unter anderem auch Karten für unterschiedliche Anlässe, Advents- und Weihnachtsdekoration sowie einen Bücherflohmarkt. Wer wollte, konnte sich auch einen Adventskranz oder ein weihnachtliches Gesteck anfertigen lassen. „Wir haben heute schon mehr als 50 Kränze und Gestecke gemacht“, sagte Beate Mischok aus Devese.

Der Erlös aus dem Basar fließt seit 1990 zur Hälfte an kirchliche Hilfsprojekte in Kenia und Peru. „Ohne Spenden trägt sich unsere Arbeit in Peru nicht“, sagte Schwester Christiana von den Vinzentinerinnen, die in Peru unter anderem ein Kinderheim, eine Schule und eine Suppenküche für Arme betreiben. Schwester Wilhelma, die 38 Jahre lang in Peru tätig war und seit vier Jahren zurück in Deutschland ist, berichtete: „Die Armut dort nimmt einfach kein Ende.“ Dabei ließen es sich die beeiden Vinzentinerinnen nicht nehmen, sich bei Agnes Diedrich für die finanzielle Unterstützung zu bedanken.

Agnes Diedrich: „Ich stoße an meine Altersgrenze“

Agnes Diedrich, die den Basar in der katholischen Kirchengemeinde in Hemmingen-Westerfeld seit 1984 organisiert hat, hört aus Altersgründen auf. Wir haben mit ihr über ihre Lieblingsmarmelade gesprochen, und wie sie ihre neu gewonnene Zeit nutzen möchte.

Wie lange haben Sie gebraucht, um die Marmelade und Socken herzustellen?

Die Socken mache ich immer nebenbei beim Fernsehen. Mit der Marmelade fange ich im März mit Orangen an und mache dann mit den jeweils reifen Obstsorten bis Ende des Jahres weiter, wenn die Quitten reif sind.

Was ist Ihre Lieblingsmarmelade?

Die Vier-Beeren-Marmelade aus Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Blaubeeren.

Warum hören Sie mit Ausrichtung des Basars auf?

Ich stoße mit 83 Jahren an meine Altersgrenze. Außerdem hatte ich dieses Jahr Schwierigkeiten, genügend Helfer zu finden. Es wäre schön, wenn es Nachfolger gäbe. Aber die meisten jungen Frauen sind heute berufstätig und haben keine Zeit.

Werden Sie sich dann künftig nicht langweilen?

Bestimmt nicht. Ich habe dann mehr Zeit, mich um Haus und Garten zu kümmern.

Den Basar in dieser Weise im Pfarrheim St. Johannes Bosco wird es nicht mehr geben: Es fehlt an Helfern.

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Von Stephanie Zerm

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