Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Hemmingen Schäden durch Biber: Stadt muss Pappeln am Strandbad fällen
Umland Hemmingen

Hemmingen: Baumschäden durch Biber Stadt lässt Pappeln am Strandbad fällen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
16:05 16.01.2020
Biber haben Bäume im Bereich des Stadtbads angenagt. Quelle: Tobias Lehmann
Anzeige
Hemmingen

Die Stadt muss mehrere Pappeln am Freizeitweg zwischen dem Strandbad und der Wiese mit dem NDR-Sender in Hemmingen-Westerfeld fällen. Sie sind so von Bibern angenagt worden, dass sie wegen der Verkehrssicherheit nicht erhalten werden können. Das teilte Roswitha Mühe, Mitarbeiterin in der Abteilung Bauverwaltung, auf Anfrage dieser Zeitung mit.

Erstmals wurden die Baumschäden am Strandbad Ende des vergangenen Jahres beobachtet. „Die Verwaltung hat daraufhin den Gehölzbewuchs am Ufer des Sees begutachtet und sich mit der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover abgestimmt“, sagt Mühe. Rund 60 Bäume sollen jetzt mit einem Schutzgitter, einer sogenannten Drahthose, gesichert werden.

Biber nagt Bäume am Strandbad an

Die ersten Drahthosen haben die Mitarbeiter des Betriebshofs mittlerweile angebracht. Bei den zu fällenden Bäumen entlang der Wege soll jeweils ein längerer Stammabschnitt erhalten bleiben, um als Lebens- und Nahrungsraum für Vögel und Insekten zu dienen.

Der Biber war am Strandbad am Werk. Quelle: Tobias Lehmann

Für den Gehölzbestand rund um das Strandbad ist jetzt eine Mischung aus Einzelbaumschutz, Totholzbereichen sowie punktuellen Neupflanzungen geplant, teilt Mühe mit. Die Stadt will den Bereich künftig stärker kontrollieren, um den Erfolg der eingeleiteten Baumschutzes zu begutachten und auch die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Biberpopulation ist angestiegen

Auch Hemmingens Naturschutzbeauftragter Friedrich-Wilhelm Rieger bestätigt, dass die Biberpopulation deutlich angestiegen ist. Nachdem im Oktober vergangenen Jahres die ersten Schäden am Strandbad beobachtet wurden, hat Rieger dort eine Wildkamera an der Westseite des Sees installiert, die automatisch Bilder gemacht hat.

Die Stadt schützt die Bäume nun mit einem Drahtgestell vor Bibern. Quelle: Tobias Lehmann

„Die Fotos sind leider nicht sehr scharf geworden. Doch es lässt sich eindeutig erkennen, dass es Biber und keine anderen Tiere waren“, sagt er. Wo genau die Biber ihren Bau haben, ist nicht bekannt. Von einer Biberplage will Rieger nicht sprechen. „Das Tier steht unter Naturschutz. Dass die Population jetzt wieder etwas anwächst ist positiv“, sagt Rieger. Bisher seien Biber im Stadtgebiet vor allem an der Arnumer Landwehr gesichtet worden.

Nutria werden oft mit Bibern verwechselt

Der Biber galt Mitte des 19. Jahrhunderts in Niedersachsen als ausgestorben. Erst seit Beginn des 21. Jahrhunderts fanden die Tiere wieder einen Weg zurück. Der Naturschutzbund (Nabu) Niedersachsen geht davon aus, dass zurzeit rund 25.000 Bieber in Deutschland leben. Der bevorzugte Lebensraum des Bibers sind fließende oder stehende Gewässer. Das Tier kann bis zu 1,35 Meter groß werden. Biber sind Vegetarier, leben bis zu 20 Jahre und verbringen einen großen Teil des Lebens in ihrem Bau.

Häufig werden Biber mit den kleineren Nutrias verwechselt, die nicht unter Schutz stehen und deshalb inzwischen in großer Zahl geschossen werden. Nutrias sind kleiner als Biber. Wenn Tiere zutraulich sind und sich sogar füttern lassen, sind es eigentlich immer Nutrias.

Lesen Sie auch

 

 

Von Tobias Lehmann

Was haben die Sängerinnen Billie Holiday, Edith Piaf und Marlene Dietrich gemeinsam? Dem gehen Elke Wollmann und Béatrice Kahl am Freitag, 14. Februar, im Kulturzentrum bauhof in Hemmingen-Westerfeld nach. Die musikalische Entdeckungsreise beginnt um 20 Uhr.

16.01.2020

Fast 3000 Kilometer ist der Hemminger Rainer Dorau bei zwei Touren mit seinem Rad gefahren, bei Wind und Wetter einen Teil davon mit einem spanischen Begleiter. Jetzt gab es ein Wiedersehen: Bei Doraus Reisevortrag im ausverkauften Kulturzentrum bauhof saß Adria Presas im Publikum.

16.01.2020

Es ist ein Renner: Mehr als 300 Senioren haben bereits am Handytraining der Bürgerstiftung Hemmingen teilgenommen. Für diese Termine bis zu den Osterferien gibt es noch freie Plätze.

15.01.2020