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Hemmingen Hochwasserschutz: Interessengemeinschaft ist „enttäuscht und frustriert“
Umland Hemmingen

Hemmingen: Deichbau und Hochwasserschutz Das meint die Interessengemeinschaft

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18:47 12.12.2019
Die Feuerwehr schützt ein Grundstück in Wilkenburg mit Sandsäcken vor Hochwasser im Jahr 2017. Quelle: Feuerwehr (Lennart Fieguth)
Hemmingen

„Enttäuscht und frustriert“: So fällt die Reaktion der Interessengemeinschaft (IG) Hochwasserschutz in Hemmingen auf die jüngste Abstimmung im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt aus. In der Sitzung gab es keine klaren Mehrheiten für eine der vier Varianten. Demnach wird offenbar kein Deich in Hemmingen gebaut.

Vielmehr könnte es auf einen erweiterten Katastrophenschutz hinauslaufen. Dabei wären unter anderem die Feuerwehr und der Betriebshof gefordert und es würden mobile Wände zum Schutz vor Hochwasser eingesetzt. „Wenn sich das Abstimmungsverhalten im Rat im Februar wiederholt, wird künftig jedes eintretende Hochwasser ab HQ 25 zu einer großen Gefahr für Hemmingen-Westerfeld, Wilkenburg, Arnum beziehungsweise Arnumer See und Harkenbleck“, schreibt die IG in ihrer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung. HQ 25 bedeutet ein Hochwasser, wie es statistisch alle 25 Jahre vorkommt.

IG Hochwasserschutz zeigt sich „frustriert“

Die HQ 100-Lösung bietet mit einer acht Kilometer langen Trasse den optimalen Schutz, ist mit rund 20 Millionen Euro allerdings auch die teuerste Lösung. Variante zwei ist die 90-Prozent-Variante, die auf einem HQ 100 basiert und damit einem HQ 70 entspricht, also einem Hochwasser, das statistisch alle 70 Jahre vorkommt. Diese Trasse wäre fast vier Kilometer lang und soll etwa 4,4 Millionen Euro kosten. Dann gibt es noch die Variante drei: Die 70-Prozent-Variante mit einer 3,3 Kilometer langen Trasse, die einem HQ 30 entspricht etwa 3,3 Millionen Euro kostet.

Die Interessengemeinschaft, zu der Kommunalpolitiker und interessierte Bürger gehören, hatte sich bereits vor einigen Monaten für die 90-Prozent-Variante ausgesprochen. Sie kann nicht nachvollziehen, dass es offenbar im Hemminger Rat mit dem erweiterten Katastrophenschutz (Variante vier) auf eine Lösung hinausläuft, „deren Inhalt und Kosten noch völlig offen sind und welche einen wirksamen Schutz vermissen lässt“. Sprecher Reinhard Schütze macht deutlich: „Ein Katastrophenplan mit entsprechenden Anschaffungen, Kosten, Lagerung und personellem Einsatz ist weder vorhanden noch liegen Kostenschätzungen vor.“ Dabei seien ab einem HQ 25-Hochwasser mehr als 1000 öffentliche und private Gebäude betroffen.

Interessengemeinschaft fordert namentliche Abstimmung

Die IG fordert eine namentliche Abstimmung im Februar im Rat, dass bedeutet, das jedes Ratsmitglied einzeln aufgerufen wird. Variante 2 wird bisher von einzelnen Mitgliedern der CDU und der Bündnisgrünen favorisiert. Die Unabhängigen Hemminger (DUH) wollen für Variante vier stimmen, und die SPD für Variante eins, doch wenn diese keine Mehrheit bekommen sollte, dann für die Variante vier. Die IG bezeichnet Letzteres als „Alles-oder-nichts-Abstimmungsverhalten“.

Die Interessengemeinschaft macht sich für die Variante zwei stark, weil diese nach ihrer Meinung – auf mehrere Jahre gestreckt – finanzierbar sei. Sie begrenze den öffentlichen Gesamtschaden, halte die private Vorsorge aufrecht, und die Stadtentwicklung, zum Beispiel mit Neubaugebieten, sei prinzipiell weiter möglich.

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