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Hemmingen Votum über Verkehrsplan 2030 vertagt
Umland Hemmingen

Hemmingen: Diskussion um Verkehrsentwicklungsplan 2030 mit Deveser Straße und Hoher Holzweg Arnum Beschluss vertagt

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19:19 17.06.2019
Für Autos öffnen oder nicht? Die Deveser Straße bleibt ein Streitpunkt. Quelle: Andreas Zimmer
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Hemmingen

Wie wird sich der Verkehr in Hemmingen bis zum Jahr 2030 entwickeln? Im Verkehrsentwicklungsplan versucht die Stadt einen Blick in die Zukunft.
Die Diskussion darüber dauert an: Die Kommunalpolitiker wollen erst im letzten Quartal dieses Jahres beschließen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem Thema hier zusammengefasst:

Warum dreht der Verkehrsentwicklungsplan eine weitere Beratungsrunde und wird später beschlossen?

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Das Papier ist mit mehr als 100 Seiten umfangreich, und in der SPD/CDU-Koalition wollen Mitglieder noch beraten. Zwei Fachausschüsse haben in ihrer jüngsten, gemeinsamen Sitzung bei zwei Gegenstimmen der Unabhängigen Hemminger (DUH) beschlossen, das Votum zu vertagen.

Warum stimmte die DUH dagegen?

„Man muss irgendwann einmal den Redaktionsschluss machen“, forderte der DUH-Fraktionsvorsitzende Wolf Hatje. „Die Vorlage ist zu groß, als dass man endgültige Gewissheit hat. Sollte es Unwägbarkeiten geben, muss man nachträglich über sie diskutieren.“ Hatje kritisierte: „Wir neigen dazu, alles im Detail durchzukauen.“ Doch der Plan unterliege einem steten Wandel. Auch die Bündnisgrünen wollen „nicht klein-klein ins Detail gehen“, wie die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ulrike Roth deutlich machte.

Wie sieht das die Ratskoalition?

Ulff Konze (CDU) wies darauf hin, dass der Entwurf aktualisiert werden müsse. „Da stehen Sachen drin, die nicht mehr richtig sind“, sagte er. „Heute etwas zu beschließen, das morgen schon überholt ist – das ist nicht unsere Arbeitsweise.“

Wie ist der Stand bei der Kontroverse über die Deveser Straße?

Die Strecke, es handelt sich um die frühere K 225, verbindet Devese mit Hemmingen-Westerfeld und ist seit April 2018 wegen des Baus der B-3-Ortsumgehung gesperrt. Wenn die Umgehungsstraße im Frühjahr 2020 für den Verkehr freigegeben werden soll, dürfen nur Linienbusse, Radfahrer und Fußgänger die Straße nutzen. Die SPD/CDU-Koalition fordert eine sogenannte Revisions- oder Evaluationsklausel. Das bedeutet: Bis zum Jahr 2025 bleibe die Strecke für Autos dicht. Dann solle geprüft werden, wie sich der Verkehr bis dahin entwickelt hat. In Devese ist die Öffnung für Autofahrer umstritten. Es gibt etliche Stimmen dafür, aber auch dagegen.

Die Grünen sehen Probleme auf dem Hohen Holzweg in Arnum. Ist die Gestaltung dort nicht schon längst entschieden?

Ja, darauf wies Fachbereichsleiter Axel Schedler hin. Anwohner hätten sich bei einer Versammlung gegen einen Umbau und für eine einfachere Variante ausgesprochen: die Fahrbahndecke wird saniert, und bei Tempo 30 wird wechselseitiges Parken angeordnet. Beim Tempo 30 gibt es allerdings keinen eigenen Schutzstreifen für Radfahrer, wie ihn die Grünen fordern. Ulrike Roth nannte unter anderem die Verkehrsdichte als Argument sowie den dortigen Schwerlastverkehr. Schedler erläuterte, dass der Rat die Anwohner-Variante bereits zusammen mit dem Haushalt beschlossen habe. Er gab zu bedenken, dass es auf dem Hohen Holzweg Alltagsradverkehr nur auf den rund 300 Metern von der heutigen B3 bis zur Einmündung der Beethovenstraße gebe, auf dem restlichen rund 700 Metern hingegen sei es Freizeitradverkehr.

Wie lange wird schon über den Verkehrsentwicklungsplan diskutiert?

Der Entwurf wurde im November 2017 vorgestellt.

Zum Weiterlesen: Von Schule bis Hochwasserschutz – die Stadt Hemmingen befasst sich zurzeit mit weiteren Plänen.

Von Andreas Zimmer