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Hemmingen Neubauten: CDU will kein zweites Mühlenberg
Umland Hemmingen

Hemmingen: Einfamilienhäuser oder mehrgeschossige Wohnhäuser auf Fläche 60 in Hemmingen-Westerfeld? Diskussion um ISEK Stadtentwicklungskonzept

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20:00 21.05.2019
Das Stadtbild wandelt sich: An der B3 in Hemmingen-Westerfeld wird Platz für die Stadtbahnverlängerung gemacht. Gegenüber der geplanten Endhaltestelle ist ein neues Wohngebiet geplant, die Fläche 60. Quelle: Torsten Lippelt
Hemmingen

„Mit der CDU ist kein zweites Mühlenberg zu machen.“ So stellt Ratsherr Jan Dingeldey klar, was die Christdemokraten von einem Antrag der Bündnisgrünen zur Stadtentwicklung in Hemmingen halten. Dingeldey hat die Hochhaussiedlung in Hannover-Mühlenberg im Blick. In Hemmingen dreht es sich um die sogenannte Fläche 60 an der B3: heute landwirtschaftliches Areal, später ein Wohngebiet direkt gegenüber der geplanten Stadtbahn-Endhaltestelle Hemmingen-Westerfeld. Doch um die Geschosshöhe gibt es Streit.

Kontroverse um die Fläche 60

Die CDU sieht hier Einfamilienhäuser, wie sie jüngst im Fachausschuss deutlich machte. Roman Binder (Bündnis 90/Die Grünen) hingegen sprach von einem gemischten Wohngebiet mit Häusern mit drei bis vier Stockwerken. „Wir brauchen mehr Wohnraum in Hemmingen, also brauchen wir auch mehr Geschosse“, sagte er. In dem Gebiet soll laut Stadtverwaltung in einigen Jahren Wohnraum für 300 bis 400 Menschen entstehen.

Zudem kritisierte Binder: „Wir wundern uns, dass es noch keine Änderungsanträge zum ISEK von den anderen Fraktionen gibt.“ Die Abkürzung steht für Integriertes Stadtentwicklungskonzept. Das Zukunftspapier versucht abzubilden, wie Hemmingen im Jahr 2030 aussehen soll. Das Stadtbild wandelt sich schon jetzt gewaltig, vor allem wegen der Umgehungsstraße und weil auf der heutigen B3 ab Ende 2023 die Stadtbahn fahren soll. Am Mittwoch, 22. Mai, ist der offizielle Spatenstich für die Stadtbahnverlängerung.

Roman Binder erinnerte daran, dass Änderungsvorschläge der anderen Fraktionen „bald kommen sollten“, schließlich stehe das ISEK auf der Tagesordnung der Ratssitzung Ende Juni. Jan Dingeldey (CDU) entgegnete: „Keine Sorge, wir sind bereits Satz für Satz durchgegangen.“ Er kündigte einen „umfangreichen Antrag“ zusammen mit der SPD an und „mit einem anderen Ansatz als die Grünen“. Dingeldey nannte keine Details, aber die grobe Richtung: „Eine Prioritätenliste wie die Grünen reicht uns nicht. Wir wollen das ganze ISEK.“ Jens Beismann (SPD) nannte ein Beispiel: „Was vorn im ISEK als Neubaugebiet steht, wird hinten bei den Kinderzahlen in Krippe und Kita nicht gespiegelt.“ Es fehle also die Prognose. Die Unabhängigen erläuterten, dass sie keine Änderungsvorschläge haben. „Wir wollen in der Diskussion bleiben“, sagte Wolf Hatje (DUH).

Arnum soll von Städtebauförderung profitieren

Für den Bereich der Ortsdurchfahrt Arnum gibt es ein eigenes ISEK. Der Grund: Arnum soll ins Programm der Städtebauförderung aufgenommen werden. Eine neu gestaltete Ortsdurchfahrt, zwei neue Kreisel an der B3 und eine weitere Bushaltestelle: Das sind nur einige der Vorschläge, die verwirklicht werden sollen, wenn Arnum ins Programm rutscht. Zurzeit fehlt nur noch der Antrag, den der Rat am Donnerstag, 23. Mai, 19 Uhr, im Rathaus beschließen will.

Grüne fordern Shared Space auf heutiger B3

So sehr die vier Ratsfraktionen auch das große Ziel für ein schöneres Arnum im Blick haben, im Detail gehen die Meinungen auseinander. Die Grünen haben etliche Änderungswünsche, doch der vertraulich tagende Verwaltungsausschuss hat den Antrag in seiner jüngsten Sitzung abgelehnt. Das teilte Bürgermeister Claus Schacht auf Anfrage dieser Zeitung mit. Der Grund sei, dass im Vorfeld nicht einzelne Themen wie Shared Space herausgegriffen werden sollen. Hinter diesem Begriff verbirgt sich Straßenraum, in dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind. Die Grünen fordern, mindestens den Abschnitt von der Einmündung Hundepfuhlsweg bis zur Kreuzung Wilkenburger Straße als Shared Space auszuweisen. Der rund 500 Meter lange Abschnitt verläuft auf der heutigen B3.

Zum Weiterlesen: Wie gut kennen Sie sich im ISEK aus? Machen Sie mit bei unserem Quiz.

Von Andreas Zimmer

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