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Hemmingen Fridays-for-Future: Hemminger rufen zur Sternfahrt nach Hannover auf
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Hemmingen: Fridays-for-Future Schüler rufen zur Klimaschutz-Sternfahrt nach Hannover auf

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11:59 18.09.2019
Gemeinsam für den Klimaschutz: Samuel Frank (von links), Pauline Geib, Stella Maczewski und Lorena Kreysler vor dem Gebäude der Hemminger KGS. Quelle: Tobias Lehmann
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Hemmingen

Die Fridays-for-Future-Ortsgruppe Hemmingen will nicht unter sich bleiben: Sie ruft zur Teilnahme an der geplanten Klimaschutz-Sternfahrt nach Hannover am Freitag, 20. September, auf.

„Alle Schüler der Carl-Friedrich-Gauß-Schule in Hemmingen-Westerfeld haben an diesem Tag nach der vierten Stunde frei. Um 11.30 Uhr starten wir dann hier von der Schule aus mit hoffentlich vielen Teilnehmern nach Hannover“, sagte der 18-jährige Samuel Frank. Er zählt gemeinsam mit der 16-jährigen Pauline Geib und der 15-jährigen Stella Maczewski zu den Koordinatoren der Ortsgruppe. Für die Öffentlichkeitsarbeit ist die ebenfalls 15-jährige Lorena Kreysler zuständig.

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Bürger aller Altersklassen können an der Fahrt teilnehmen

Die Klimaschutzaktivistinnen Greta Thunberg und Luisa Neubauer haben für Freitag zu einer globalen Klimaschutzdemonstration aufgerufen und erstmals auch explizit Erwachsene animiert, daran teilzunehmen. „Wir hoffen deshalb, dass sich Hemminger aller Altersklassen unserer Fahrt nach Hannover anschließen. Es wird tierisch Spaß machen, mit so vielen Menschen für so eine enorm wichtige Sache zu demonstrieren“, sagte Kreysler. Für die gesamte Region Hannover ist am Freitag eine Sternfahrt nach Hannover geplant. Radfahrer treffen sich an fünf verschiedenen Orten und werden von dort gemeinsam zum Opernplatz in Hannover fahren. „Für uns ist der Altenbekener Damm die nächstgelegene Station. Dort fahren wir hin und dann im Anschluss nach Hannover“, erläuterte Frank.

Ortsgruppe führt Gespräche mit Vertretern der Ratsfraktionen

Die Ortsgruppe ist auch auf anderen Ebenen aktiv: In den vergangenen Wochen haben sich Mitglieder der Ortsgruppe mit Vertretern der vier Ratsfraktionen in Hemmingen getroffen. „Die Fridays-for-Future-Bewegung ist überparteilich. Wir sind kein Teil der Grünen, wie einige manchmal denken“, sagte Frank. Die Hemminger Politiker von SPD, CDU, Grünen und den Unabhängigen Hemmingern (DUH) seien für das Klimathema alle offen gewesen. Das hatte Frank allerdings auch erwartet. „Schließlich hat die Stadt bereits 2010 gemeinsame Klimaschutzziele vereinbart – acht Jahre vor Greta. Dann ist es allerdings wieder etwas eingeschlafen“, sagte der 18-Jährige. Ein Ziel der Ortsgruppe sei es, diese Klimaschutzziele jetzt verstärkt zu fordern.

Bevor es am Freitag um 11.30 Uhr nach Hannover geht, wird an der KGS ein Klimaschutz-Projekttag ausgerichtet, an dem sich alle Schüler mit verschiedenen Aktionen beteiligen. Die Veranstaltung hat die Fridays-for-Future-Gruppe gemeinsam mit der Teachers-for-Future-Gruppe organisiert. Dort werden sich unter anderem lokale Vereine und Verbände vorstellen und ihre Klimaschutzkonzepte präsentieren. „Ich finde es wichtig, dass nicht immer nur die politische Diskussion abgebildet wird, sondern auch mal diejenigen zu Wort kommen, die bereits aktiv sind“, sagte Frank. Zum Abschluss wollen die Schüler den ebenfalls eingeladenen Ratspolitikern einen Katalog mit Forderungen überreichen.

Ortsgruppe will Vorbild für andere sein

Im Katalog seien verschiedene lokale sowie überregionale Forderungen zusammengefasst. „Das wichtigste übergeordnete Ziel ist es, dass die Temperatur auf der Erde nicht um mehr als 1,5 Grad steigt. Denn wenn das passiert, sind wir mit einem Neuland konfrontiert, das kein positives sein wird“, sagte Frank. Dies könne nur aus einem Zusammenspiel von politischen Vorgaben und Eigeninitiative der Bürger erreicht werden. Kreysler sagte, dass es immer auch darum gehe, Vorbild für andere zu sein, als einzelner Bürger, als Schule und als Stadt.

Alle vier Ortsgruppenmitglieder bedankten sich für die Unterstützung der Schulleitung bei ihrer Arbeit. „Dass wir am Tag der großen Demo einen Projekttag machen können, und dann alle Schüler nach der vierten Stunde frei haben, ist nicht selbstverständlich“, sagten sie. Noch immer gebe es viele Schulen, die den an den Demos teilnehmenden Schülern ein unentschuldigtes Fehlen für den Tag attestieren. „Es ist eine Form von zivilem Ungehorsam. Doch es geht hier auch um das Klima“, sagte Frank.

Für diejenigen, die an der Demo nicht teilnehmen können, bietet der Hemminger Verein Heuhüpfer eine Alternative an. Sie können in der Zeit von 11 bis 15 Uhr den Kampfelder Hof, Hauptstraße 31, in Hiddestorf besuchen. Die Vereinsmitglieder informieren dort an einem Stand über nachhaltigen Konsum.

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Von Tobias Lehmann