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Hemmingen Hemmingen braucht 400 neue Wohnungen bis 2025
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Hemmingen: Hemmingen braucht 400 neue Wohnungen bis 2025

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00:18 15.05.2019
Ist in Hemmingen noch Platz für neuen Wohnraum? Quelle: Andreas Zimmer
Hemmingen

Hemmingen benötigt bis zum Jahr 2025 rund 400 neue Wohnungen. Dieser Bedarf geht aus dem aktuellen Wohnraumversorgungskonzept der Region Hannover hervor. Wolfgang Jung, Teamleiter Regionalplanung bei der Region Hannover, und seine Mitarbeiterin Isabell Kurz stellten das Konzept in der jüngsten Sitzung des Hemminger Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt vor. „Dieses Konzept ist in dieser Form deutschlandweit einzigartig. Gewöhnlich wird es bezogen auf eine einzelne Stadt entwickelt“, erläuterte Kurz.

Jung wies auf die Dramatik der Situation hin. „Gewöhnlich sollte immer ein Leerstand von mindestens drei Prozent als sogenannte Fluktuationsreserve für einen Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen. Diesen Wert erreichen wir mittlerweile nicht mehr“, sagte er. Die Bevölkerung der Region Hannover nehme seit Jahren zu. „In der gesamten Region brauchen wir bis 2025 deshalb 18.300 neue Wohnungen, um den Bedarf zu decken“, sagte Kurz. In nahezu allen Kommunen der Region Hannover sei besonders der Geschosswohnungsbau vernachlässigt worden. Deshalb sei auch ein großes Defizit an bezahlbarem Wohnraum entstanden. „Gebaut wurden eher Ein- oder Zweifamilienhäuser“, sagte Kurz. Es sei zurzeit schwierig, Wohnraum zu finden, der günstiger sei als zehn Euro pro Quadratmeter.

In Hemmingen gibt es kaum freie Flächen

In Hemmingen entfallen 68 Prozent der Wohnfläche auf Ein- bis Zweifamilienhäuser. Nach dem prognostizierten Bedarf werden hier 400 neue Wohnungen bis 2025 benötigt. Das Problem: Hemmingen hat dafür kaum freie Fläche zur Verfügung. Die Region Hannover schlägt ein Gebiet im Dreieck südlich der Weetzener Landstraße und östlich der Göttinger Landstraße vor. Jung sagte, dass dieser Bereich aus Sicht der Region Hannover kurzfristig zu erschließen sei. „Kurzfristig heißt für uns innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren“, sagte er.

Der Hemminger SPD-Fraktionsvorsitzende Jens Beismann meldete Zweifel an. „Ich bin mir nicht sicher, ob das so klappt“, sagte er. Weiter diskutiert wurden die Ergebnisse in der Ausschusssitzung allerdings noch nicht. Die Hemminger Volksvertreter wollen die Daten jetzt zunächst auswerten.

Das Konzept hat auch noch weitere Statistiken erfasst. So teilte Kurz mit, dass die individuelle Kaufkraft in Hemmingen seit 2006 um 16 Prozent gestiegen sei. Beim durchschnittlichen Nettoverdienst liege Hemmingen regionsweit mit durchschnittlich 27.900 Euro im Jahr auf Platz drei hinter Isernhagen und Burgwedel. Die Arbeitslosigkeit ist mit 6,8 Prozent niedriger als der Regionsdurchschnitt von zehn Prozent.

Naturschutzgebiet soll ausgewiesen werden

In der Sitzung war noch ein weiteres Team der Region Hannover zu Gast. Sonja Papenfuß, Leiterin des Fachbereichs Umwelt der Region Hannover, und ihr Mitarbeiter Michael Schmitz stellten die geplante Ausweisung des Linderter und Stamsdorfer Holz’ als Naturschutzgebiet vor. Der rund 105 Hektar große Bereich liegt im Dreieck zwischen Hemmingen, Ronnenberg und Springe. Das Waldstück gehört zu den insgesamt 27 Flächen in der Region Hannover, die als Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiete an die Europäische Region gemeldet wurden. Dabei handelt es sich um spezielle Schutzgebiete für Natur und Landschaft.

„Alle Länder der Europäischen Union sind verpflichtet, diese Gebiete auszuweisen“, erläuterte Papenfuß. Deutschlandweit sei damit so lange gezögert worden, dass die EU mittlerweile schon eine Klage gegen das Land eingereicht habe. „Deshalb sind wir ein wenig unter Zeitdruck“, sagte Papenfuß. Die Ausweisung habe unter anderem zur Folge, dass Spaziergänger die Wege nicht mehr verlassen dürfen und Hunde angeleint werden müssen. Die Stadt Hemmingen hat jetzt noch bis Ende Mai Zeit, eine Stellungnahme abzugeben. Der zuständige Ausschuss der Region Hannover behandelt das Thema am 13. Juni.

Von Tobias Lehmann

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