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Hemmingen Anwohner verärgert über Stadtbahn-Baustelle
Umland Hemmingen

Hemmingen: Infra informiert bei Versammlung in Ricklingen über Baustelle Stadtbahn nach Hemmingen-Westerfeld

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00:17 30.06.2019
Im Don-Bosco-Haus finden nicht alle einen Sitzplatz. Quelle: Andreas Zimmer
Hemmingen/Ricklingen

Es lag nicht nur an der Hitze, dass die Stimmung mitunter aufgeheizt war: Rund 100 Teilnehmer sind am Mittwoch zu einer Informationsveranstaltung der Infrastrukturgesellschaft (Infra) Region Hannover ins Ricklinger Don-Bosco-Haus gekommen – die meisten aus Oberricklingen, es waren aber auch Hemminger dabei. Der Abend drehte sich um die Stadtbahnverlängerung nach Hemmingen-Westerfeld. Die Veranstaltung endete, auch wegen der hochsommerlichen Temperaturen in dem nicht klimatisierten Saal, nach anderthalb Stunden. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengefasst.

Was haben die Anwohner vor allem kritisiert?

Es war zum einen der Lärm. Wochenlang seien Aggregate gelaufen, wo ein Stromanschluss die bessere Lösung gewesen wäre. Zum anderen hätten die Firmen die Baustellen nicht sauber verlassen. Vielerorts lägen noch Müllreste. Ein Mann sprach von Stolperfallen auf dem Gehweg. „Ich darf mir jeden Morgen einen neuen Weg suchen“, sagte er. Hinzu komme der Mangel an Parkplätzen, vor allem bei Beerdigungen auf dem Stadtfriedhof. Ein Anwohner sprach von Chaos. Infra-Betriebsleiter Martin Vey erläuterte, die bisherigen Firmen hätten eigenverantwortlich gehandelt. Alles, was ab Juli 2019 geschehe, liege in der Hand der Infra.

Wie wird auf der insgesamt 3,4 Kilometer langen Strecke gebaut?

In zwei großen Abschnitten: von der Wallensteinstraße bis zum Stadtfriedhof und dann weiter bis zur Endhaltestelle in Hemmingen-Westerfeld nahe der Weetzener Landstraße. Die beiden großen Abschnitte sind in 15 einzelne, jeweils bis zu vier Monate lange Bauphasen unterteilt. Vey erklärte: „Wir bauen peu à peu, also immer nur auf einem Viertel der Länge der Straße.“

Ein Schild an der B 3 in Hemmingen-Westerfeld weist auf die Stadtbahnverlängerung hin. Quelle: Andreas Zimmer

Wie sieht der genaue Zeitplan aus?

Von der Wallensteinstraße bis Am Grünen Hagen werden die Arbeiten von Juli 2019 bis Juni 2021 dauern. Der Gleis- und Straßenbau an der Kreuzung Wallensteinstraße/Göttinger Chaussee beginnt am 1. Juli 2019. In den Sommerferien 2019 wird die Wallensteinstraße zur Einbahnstraße. Der Verkehr in Richtung stadtauswärts kann fließen, in der Gegenrichtung ist eine Umleitung über den Ricklinger Kreisel geplant. Nach den Sommerferien beginnt der Bau auf der Göttinger Chaussee, der Mitte 2022 abgeschlossen sein soll. Bis dahin sollen auch die Hochbahnsteige an den Stationen Unter den Birken und Stadtfriedhof Ricklingen fertig sein. Die Göttinger Chaussee ist so breit, dass diese kaum gesperrt werden muss. Mark Michehl von TransTecBau versicherte, die Anwohner könnten ihre Grundstücke immer erreichen.

Und wie geht es in Hemmingen weiter?

Zwei Jahre lang werden in Hemmingen-Westerfeld Leitungen verlegt, bevor im Frühjahr 2021 der Gleis- und Straßenbau beginnen soll. Der Verkehr auf der heutigen B 3 soll auch während dieser Arbeiten möglichst in beide Richtungen fließen. Im Dezember 2023, so der Plan, wird die Stadtbahn fahren.

Die Mitarbeiter von Infra und TransTecBau erläutern die Grundzüge der Planung. Quelle: Andreas Zimmer

Wird auch am Wochenende gebaut?

Nein. Eine Ausnahme sind große Bauvorhaben wie Hochbahnsteige.

Die Gleise sollen mit zehn Zentimeter hohen Borden abgegrenzt werden. Wo können Rad- und Autofahrer später noch die Göttinger Chaussee kreuzen?

Im Süden der Tillystraße, am Mühlenholzweg sowie an der Schnabelstraße.

Wie sieht es mit dem Lärmschutz aus?

„Wir kommen auf Sie zu“, sagte Vey zu den Anwohnern. „Der Lärmschutz ist planfestgestellt.“ Einige Anlieger haben Anspruch auf Lärmschutzfenster, andere – wo beispielsweise nur ein Badezimmerfenster in Richtung Stadtbahn liegt – nicht. Ein Anwohner forderte, die neuen Fenster schon jetzt auch als Lärmschutz vor der Baustelle einzubauen. Vey sagte, die Infra werde dies prüfen.

Sollten sich die Hemminger dafür interessieren, was gerade in Ricklingen passiert?

Ja, zum Beispiel wegen der genannten Lärmschutzfenster. Außerdem sollen die Arbeiten in Hemmingen-Westerfeld wie in Ricklingen ablaufen: eine Hälfte der Straße ist gesperrt, während auf der anderen Seite gebaut wird.

Warum macht die Infra nicht schon jetzt in Hemmingen-Westerfeld mehr Tempo?

Jürgen Wendt von der Infra erläuterte, erst müsse die B-3-Ortsumgehung freigegeben sein, sonst wäre die Verkehrsbelastung auf der heutigen B 3 zu groß. Mark Michehl machte deutlich, dass der Zeitplan für die Arbeiten in Oberricklingen nicht von der neuen Umgehungsstraße abhänge.

Wann ist die nächste Informationsveranstaltung, und warum sollte dann auch jemand von der Stadt dabei sein?

Letzteres hat ein Anwohner gefordert, der kritisierte, dass die Infra bei einigen Kritikpunkten zum Beispiel zur Verkehrsregelung auf die zuständige Landeshauptstadt verwies, aber kein Vertreter an dem Abend teilnahm. Ein anderer Anwohner bezeichnete die Verkehrsführung als katastrophal. „Gelbe Linien führen ins Nichts, und die Straße ist so breit wie eine Landebahn, dass man nicht weiß, wo man fahren soll“, sagte er. Michehl sagte, er werde die Kritikpunkte bei der nächsten Baubesprechung mit der Stadt weitergeben. Die nächste Informationsveranstaltung ist für 2020 geplant.

Warum war die Akustik im Don-Bosco-Haus so schlecht?

Es gab niemanden, der die Mikrofone an die Anlage anschließen konnte. Die Redner behalfen sich damit, dass sie sich in die Saalmitte stellten. Da zwischendurch wieder Zuhörer miteinander gesprochen haben, war das Gesagte häufig nur schwer oder gar nicht zu verstehen.

Ich habe Fragen und Anregungen. An wen kann ich mich denn jetzt wenden?

Wenn es um allgemeine Fragen und um Fragen zum Bauablauf geht, ist es Jürgen Wendt von der Infra, Telefon (05 11) 35 77 98 60, E-Mail: j.wendt@infra-hannover.de. Details zum Bauablauf beantwortet Mark Michehl von der TransTecBau, Telefon (05 11) 39 95 11 13, E-Mail: mmichehl@transtecbau.de. Mittwochs von 15 bis 17 Uhr gibt es auch Sprechstunden im Büro an der Göttinger Landstraße 44 in Hemmingen-Westerfeld. Die Internetadresse lautet infra-hannover.de. Zudem informiert die Infra über Hauswurfsendungen und in ihrer Zeitschrift „Nachbargleis“.

Die Infra informiert im Don-Bosco-Haus über die Stadtbahnverlängerung nach Hemmingen-Westerfeld.

Von Andreas Zimmer

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