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Hemmingen Elterninitiative will inklusive Wohngemeinschaft für ihre Kinder
Umland Hemmingen

Hemmingen: Inklusive Wohngemeinschaft junge Behinderte Elterninitiative stellt sich im Ausschuss vor

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16:38 26.11.2019
In Hemmingen hat sich die Elterninitiative Inklusive Wohngemeinschaft gebildet. Quelle: Andreas Zimmer
Hemmingen

„Man fragt sich: Warum gibt es das nicht längst schon?“ Das sagte Elisabeth Seiler, beratendes Mitglied in Hemmingen, nachdem sich die Elterninitiative Inklusive Wohngemeinschaft im Ausschuss für Bildung, Familie, Jugend, Senioren und Integration vorgestellt hat. Der Wunsch der Eltern: ein Haus im Stadtgebiet von Hemmingen, in der ihre behinderten Kinder und weitere junge Erwachsene zwar betreut, aber so weit wie möglich eigenständig und selbstbestimmt wohnen können.

An den Fragen, die sich im Ausschuss zu dem Vorhaben ergaben, sah man aber schnell, dass es nicht so einfach wird, dieses zu verwirklichen. Die Initiative, die zurzeit aus Eltern von sieben jungen Erwachsenen besteht, erhofft sich von der Stadt kein Geld, aber zum Beispiel ideelle Unterstützung sowie Hilfe beim Einholen von Genehmigungen und dem Stellen von Anträgen. Das sicherte der Ausschuss zu. Die Initiative will zum Beispiel die Finanzierung sichern und die Pflege durch Externe sicherstellen.

Themen sind Grundstück, Träger und Investor

Das sind einige der Themen, welche die Initiative bewegen:

Ein Grundstück?Zurzeit Fehlanzeige. Das geplante Neubaugebiet Fläche 60 an der B3 in Hemmingen-Westerfeld wäre schön, sagte Susanne Behrmann aus Arnum, die die Initiative mit Jürgen Raub aus Wilkenburg vorstellte. Doch der Ausschuss riet dazu, sich Alternativen zu suchen, denn mit dem Neubaugebiet dort könne es noch dauern. 400 bis 500 Quadratmeter sollte das Grundstück für die Wohngruppe haben, wobei in den Etagen darüber auch eine andere Nutzung möglich sein könnte. Raub sagte: „Alle Eltern wohnen in Hemmingen, deswegen wollen auch die Kinder in Hemmingen bleiben. Zudem soll so lange wie möglich die Unterstützung der Herkunftsfamilie gesichert werden.“ „Der Stadtteil ist uns egal, aber öffentliche Verkehrsmittel sollten in der Nähe erreichbar sein“, sagte Behrmann.

Ein Träger? Es gibt noch keine Zusage, aber die Eltern haben nach eigenen Angaben bereits Gespräche mit möglichen Trägern geführt. Im Schichtbetrieb sollen rund um die Uhr immer Mitarbeiter in dem barrierefreien Haus sein, in dem mindestens zwölf Bewohner einziehen sollen, damit es sich rechnet. Jeder Bewohner solle sein eigenes Zimmer haben, es sollen aber auch Gemeinschaftsräume geschaffen werden.

Wohngruppe für junge Behinderte geplant

Die Stadt als Investor? Kann sein, muss aber nicht. Gerhard Ney, beratendes Mitglied im Ausschuss, sagte, die Stadt könne möglicherweise helfen, indem sie ein bestimmtes Gelände als Sonderbaugebiet ausweist.

Ein Zeitplan? Es gibt – noch – keinen. Das Vorhaben sollte „zeitnah“ umgesetzt werden, sagte Behrman, aber auch nicht übers Knie gebrochen werden. Raub erläuterte, die jungen Erwachsenen wohnten zurzeit noch zu Hause, aber irgendwann wollen und werden sie ausziehen. Der Ausschuss lobte das Engagement der Eltern. „Respekt auch vor den familiären Herausforderungen, die sie meistern“, sagte Ulff Konze (CDU).

Die nächsten Schritte? „Ins Gespräch kommen mit den Fraktionen und der Verwaltung“, sagte Raub, „aber auch Unterstützer, Förderer und Sponsoren gewinnen“. Gegebenenfalls sei ein Förderverein zu gründen. Auch sei eine Kostenkalkulation zu erstellen und ein erster Entwurf für einen Gebäudeplan.

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Von Andreas Zimmer

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