Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Hemmingen Wer betreut künftig das Hemminger Wegenetz?
Umland Hemmingen

Hemmingen: Landwirte und Verwaltung diskutieren gemeinsam über die künftige Pflege der Wirtschaftswege in Hemmingen und bringen die Möglichkeit eines Realverbands ins Spiel

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 26.06.2019
Am Wirtschaftsweg zwischen der Arnumer Straße und der B3 sollen die Bäume beschnitten werden. Im Hintergrund ist der Bau einer Brücke für die Ortsumgehung zu sehen. Quelle: Tobias Lehmann
Hemmingen

Bereits jetzt kommt es im Stadtgebiet wegen der Arbeiten an der B-3-Ortsumgehung und der Verlängerung der Stadtbahn immer wieder zu Sperrungen auf den zahlreichen Feldwegen im Stadtgebiet. „Das richtige Brett kommt aber erst noch, wenn die Verlegung der Schienen beginnt“, kündigte Bürgermeister Claus Schacht bei der Feldwegebereisung mit Hemmingens Landwirten und Vertretern der Ratsfraktionen an. Gemeinsam haben sie sich ausgesuchte Stellen des insgesamt 53 Kilometer langen Wirtschaftswegenetzes angeschaut. „Anfang Juli beginnt die Ernte. Die Landwirte müssen wissen, auf welchen Wegen sie zu ihren Feldern kommen und welche Wege gerade gesperrt sind“, sagte Bezirkslandwirt Burkhard Köhler.

Gleichzeitig sprach er an, wie es mit der Pflege der Wege nach Beendigung der Arbeiten weitergehen soll: Die Verlängerung der Stadtbahn soll nach dem aktuellen Zeitplan 2023 fertig werden. Die Ortsumgehung wird bereits 2020 freigegeben. „Möglicherweise kann dann auch ein Realverband die Pflege der Wege übernehmen“, sagte Köhler. Er habe bereits mit Landwirten darüber gesprochen, die sich für die Idee eines Realverbands Hemmingen offen zeigten. Zurzeit ist der städtische Betriebshof für die Pflege der Wirtschaftwege zuständig. Schacht sagte, dass ein Realverband die Mitarbeiter des Betriebshofs entlasten würde. Allerdings müsste die Stadt den Realverband für die Pflege auch bezahlen. „Wir müssten genau prüfen, ob das wirtschaftlich ist.“

Wege werden auch von vielen Fußgängern und Radfahrern genutzt

Dietmar Juschkewitz, Leiter der Abteilung Tiefbau, wies noch auf einen weiteren Aspekt hin: „Erfahrungen aus anderen Kommunen zeigen, dass Landwirte dann häufig nur dafür sorgen, dass die Wege für ihre Maschinen gut befahrbar sind. Doch in Hemmingen werden die Wege häufig auch von Fußgängern und Radfahrern genutzt.“ Schacht ergänzte, dass viele auf diesen Wegen mit dem Rat nach Hannover fahren. Köhler und Schacht zeigten sich darin einig, dass ergebnisoffen diskutiert werden sollte. „Wenn die Ortsumgehung freigegeben ist, sollten wir auch zunächst in der Praxis schauen, wie sich der Auto- und Radverkehr in der Stadt tatsächlich entwickelt“, sagte der Bürgermeister.

Eine Erleichterung für den Betriebshof wird bereits in diesem Jahr der bereits abgeschlossene Kauf eines Anbau-Graders für rund 50.000 Euro. Mit dieser Maschine lassen sich Schotterwege leichter großflächig profilieren und anschließend verdichten. „Der Anbau-Grader wird in den nächsten Wochen geliefert“, kündigt Juschkewitz an.

Vorerst letzte Feldwegebereisung

Die Landwirte und die Vertreter der Stadt einigten sich darauf, dass dies die vorerst die letzte Feldwegebereisung gewesen sein soll. „Wir wollen uns weiterhin einmal im Jahr treffen, um uns auszutauschen. Doch die Stadt muss keinen Bus mieten, um mit uns gemeinsam die Wege abzufahren“, sagte Köhler. Über Sperrungen könne die Verwaltung auch per E-Mail oder telefonisch informieren. Der Zustand der Wege werde von den Landwirten zudem regelmäßig begutachtet. „Sollte eine Beschneidung der Bäume oder Hecken notwendig sein, damit die großen Erntemaschinen dort entlang fahren können, regeln wir das auch über den kurzen Dienstweg.“

Lesen Sie weitere Artikel über Feldwegeschauen, Ortsumgehung und Stadtbahnverlängerung:

Ortsumgehung stellt viele Landwirte vor Probleme.

Landwirte: Wir sind die Leidtragenden.

Neue B3 doch erst 2020 für Verkehr frei.

B3: Behörde informiert im Ausschuss.

Wie geht es mit der Stadtbahnverlängerung weiter?

Spatenstich für Stadtbahnverlängerung.

Stadt bittet um Rücksicht auf den Wegen

Die Stadtverwaltung bittet um gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme auf den Wirtschaftswegen. Diese seien ursprünglich zur Bewirtschaftung der Felder speziell für die Landwirte angelegt worden. Heute werden sie aber auch für den Freizeitverkehr von Fußgängern und Radfahrern genutzt. In der Vergangenheit gab es immer wieder Konflikte zwischen den Landwirten mit ihren großen Maschinen und Passanten. Es sei schon vorgekommen, dass sich Fußgänger mit ausgebreiteten Armen vor die Maschinen gestellt haben und die Weiterfahrt verhindern wollten, berichtet die Stadtverwaltung – und bittet Fußgänger, in den Seitenraum zu treten und die Maschinen vorbei zu lassen. Wenn die Erntemaschinen auf die zum Teil schlecht befahrbaren Grünstreifen ausweichen müssen, hinterlassen sie dort häufig tiefe Fahrspuren.

Von Tobias Lehmann

Der Arnumer Verein Hände für Pfoten kümmert sich um die Pflege und Vermittlung von Tieren. Beim Sommerfest am Sonnabend konnten die Besucher einen Blick hinter die Kulissen werfen, an den Ständen bummeln oder einfach nur den Aufenthalt auf dem Gelände genießen.

26.06.2019

Seit mehr als zehn Jahren kooperiert die Hemminger Musikschule mit den Grundschulen beim Programm „Musik ist 1. Klasse“. Am Freitagnachmittag zeigten die Schüler, was sie im zurückliegenden Jahr gelernt haben.

23.06.2019

Wie soll sich Hemmingen bis 2030 entwickeln? Mit der Frage befasst sich das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Isek), über das die Ratspolitik derzeit debattiert. Die Entscheidung darüber sollte eigentlich am nächsten Donnerstag fallen, wird jetzt jedoch auf die Zeit nach der Sommerpause vertagt.

23.06.2019