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Hemmingen Fläche 60: Fraktionen sind bei Masterplan weiter uneinig
Umland Hemmingen

Hemmingen: Masterplan Fläche 60 und Gewerbegebiet mit Dudler-Bau und Deveser Straße

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18:54 27.11.2019
Die B3-Ortsumgehung im Bau: Das Luftbild zeigt die Anschlussstelle in Devese und Teile von Hemmingen-Westerfeld. Hinten links ist die Deveser Straße mit der Brücke über die B-3-neu zu sehen und rechts das Gewerbegebiet. Die Brücke mit den beiden Kreiseln gehört zur Weetzener Landstraße Quelle: Foto: Nicolas Willimek
Hemmingen

Wohnen und arbeiten in einem Gebiet beidseitig der B3 in Hemmingen-Westerfeld: Das soll ein Masterplan zusammenfassen, so fordern es die Bündnisgrünen. Doch bei diesem Thema kommen die vier Ratsfraktionen weiterhin auf keinen gemeinsamen Nenner.

Die Koalition aus SPD und CDU sowie die Unabhängigen Hemminger (DUH) sind nicht grundsätzlich dagegen, doch sie halten den Zeitpunkt für falsch. So fasst Bürgermeister Claus Schacht die jüngste Diskussion im nicht öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss zusammen. Wie schon zuvor im Fachausschuss sei nicht abgestimmt worden. Die Grünen wollten noch in ihrer Fraktion klären, wie sie weiter vorgehen.

Fläche 60 aus Masterplan herausnehmen?

Das steht nun fest: Der Punkt wird von der Tagesordnung der öffentlichen Ratssitzung am Donnerstag, 28. November, 19 Uhr, im Rathaus, genommen. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ulrike Roth erläuterte am Mittwoch auf Anfrage dieser Zeitung: „Das passiert aber nicht, weil wir von dem Thema Abstand nehmen, sondern weil wir Gespräche mit den anderen Fraktionen aufnehmen möchten.“

Roth betonte: „Der Masterplan ist jetzt sinnvoll.“ Bisher enthält er nicht nur das geplante Neubaugebiet auf der sogenannten Fläche 60, sondern reicht etwa einen Kilometer lang beidseitig der B3, also vom Gartencenter Glende bis über die Gutenbergstraße hinaus, bis ins Gebiet etwa in Höhe Gartenweg und Boberweg.

Denkbar sei, die Fläche 60 aus dem Masterplan herauszunehmen, sagte Roth. Auf dem Gelände an der B3 gegenüber der geplanten Stadtbahnhaltestelle soll das Neubaugebiet entstehen. Alles wiederum hängt mit der B-3-Ortsumgehung zusammen: Weil sie im Frühjahr 2020 für den Verkehr freigegeben werden soll, kann die Stadtbahn bis nach Hemmingen-Westerfeld verlängert werden. Zum Vorschlag der Grünen gehört auch ein dreidimensionales Modell, dessen Kosten die Stadtverwaltung auf rund 30.000 Euro beziffert.

Masterplan: Das meint die DUH

Die DUH hatte sich im Fachausschuss nicht geäußert. Deren Fraktionschef Wolf Hatje sagte gegenüber dieser Zeitung: „Der Masterplan ist eine gute Idee, aber wir sollten uns jetzt auf die Fläche 60 konzentrieren.“ Die Gefahr bei einem Masterplan sei immer, dass möglicherweise bestimmte Ideen ausgebremst werden. Das war schon Thema im Fachausschuss. Fachbereichsleiter Axel Schedler hatte damals angemerkt, dass vor zwei Jahren – hätte es damals schon einen Masterplan gegeben – niemand hätte ahnen können, dass jemand im Gewerbegebiet an der B 3/Weetzener Landstraße ein 13-stöckiges Gebäude errichten möchte. „Hätten wir den Stararchitekten wie Max Dudler wegschicken sollen, nur weil ein Masterplan dort nur dreigeschossige Gebäude vorsieht?“, fragte Schedler.

Masterplan: Das meint der Bürgerverein Devese

Der Arbeitskreis Ortsentwicklung im Bürgerverein Devese unterstützt die Forderung der Bündnisgrünen nach einem Masterplan und nach einem Modell. Das geplante Dudler-Ensemble mit fünf Gebäuden habe „Ausmaße, die man einer einfachen Zeichnung nicht entnehmen kann“. Hinzu komme, dass der „großstädtische Gebäudekomplex den städtebaulichen Mittelpunkt vom Rathausplatz nach Süden an den Ortsrand verlegt“. „Da, wo andere Ortsteile wie zum Beispiel Arnum am Ortseingang gegebenenfalls eine Stele erhalten sollen, plant Dudler ein Riesenmonument, das Hemmingen-Westerfeld nicht als Vorort, sondern als Stadtteil der Landeshauptstadt anzeigt.“

Sowohl durch den Dudler-Bau als auch durch die Fläche 60 werde das Verkehrsaufkommen in großen Teilen von Devese steigen. Der Arbeitskreis schreibt in einer Stellungnahme: „In Devese sehen wir sehr deutlich, dass nur eine Planung und Darstellung der von der Bevölkerung gewünschten Normen über einen Zeitraum von 15plus Jahren ein halbwegs stimmiges Ortsbild ergeben kann. Eine wie geschehen scheibchenweise Entwicklung – erst ein Gewerbestreifen und dann den nächsten – sowie Einzelvorhaben wie zum Beispiel die übergangslose Bebauung an den Ortsgrenzen führt zur Urbanisierung, der die Deveser Bürger nie zugestimmt haben. Zu großen Teilen sind sie aufs Land gezogen, um der Stadt zu entfliehen und wollen jetzt nicht wieder eingefangen und belastet werden.“

Deveser Straße als Fahrradstraße?

Die Grünen wollen in der Ratssitzung am 28. November auch beantragen, dass die Stadt die Deveser Straße als Fahrradstraße ausweist. Dies ist jedoch ein formaler Akt, denn der Antrag soll später in zwei Fachausschüssen beraten werden. Wenn die B-3-Ortsumgehung fertig ist, dann ist die Deveser Straße für Autofahrer tabu. Nur noch Fußgänger, Linienbusse, landwirtschaftlicher Verkehr und Radfahrer dürfen auf ihr unterwegs sein. „Die Netzfunktion der Deveser Straße für den Fahrradverkehr wird durch die Rückstufung der ehemaligen K225 nach Ohlendorf zum Wirtschaftweg und die Herstellung des neuen Radweges an der K221 Devese-Ronnenberg deutlich gestärkt werden“, heißt es in dem Antrag der Grünen.

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