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Hemmingen Harkenblecker wollen mobiler werden – aber wie?
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Hemmingen: Mobil sein in Harkenbleck Diskussion über Teilauto Carsharing Lastenfahrrad Mitfahrerbank und App

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12:09 07.02.2020
Ein privates Car- oder Lastenrad-Sharing könnte ein Modell sein, erläutert Elisabeth Seiler. Quelle: privat
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Harkenbleck

Mobil sein in Harkenbleck und das ohne eigenes Auto? Wie das in dem rund 1000 Einwohner zählenden Stadtteil gelingen könnte, wollen die Harkenblecker mit interessierten Gästen nächste Woche besprechen. Die Familien Przygodda und Seiler/Scherer haben die Initiative ergriffen und laden für Donnerstag, 13. Februar, um 19.30 Uhr in die Mehrzweckhalle am Hallerskamp ein.

Ein privates Car- oder Lastenrad-Sharing könnte ein Modell sein, erläutert Elisabeth Seiler. Denkbar seien aber auch regelmäßige Verabredungen zum Einkaufen oder Mitfahr-Apps. Durch den digitalen Wandel eröffnen sich heutzutage ganz andere Möglichkeiten als noch vor einigen Jahren. „Nicht warten, bis etwas von oben gemacht wird, sondern selbst aktiv werden und das Mitmachangebot unterstützen“, betont Seiler.

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Kein Einkaufsmarkt im Dorf

In Harkenbleck gibt es keine Einkaufsmöglichkeit. Die Mehrzweckhalle, in der auch das Treffen ist, wird von der Feuerwehr, vom Kindergarten und der Krippe sowie vom Sportverein genutzt. Auch in anderen kleineren Stadtteilen wie Wilkenburg dürfte mit Interesse verfolgt werden, welche Pläne die Harkenblecker schmieden. Versuche mit Carsharing hat es in Hemmingen in den vergangenen Jahren immer wieder mal gegeben. Doch im Hinblick auf die relativ hohen Kosten wurde das Teilauto dann doch zu wenig genutzt.

„Wir machen bereits privates Carsharing“, erläutert Seiler. Die Familie Przygodda, die von Hannover nach Harkenbleck gezogen ist, hatte in der Landeshauptstadt Carsharing genutzt. Das Treffen am 13. Februar drehe sich aber nicht nur ums Auto, sondern auch ums Lastenfahrrad und Verabredungen zum Beispiel zum Einkaufen und zum Besuch kultureller Veranstaltungen. Mancher fahre vielleicht regelmäßig sonnabends nach Hannover und könnte jemanden mitnehmen, sagt Seiler.

Bus fährt am Wochenende nur alle zwei Stunden

Wer am Wochenende zum Beispiel den Bus von Harkenbleck in Richtung Hannover-Zentrum nehmen möchte, muss beachten, dass dieser nur alle zwei Stunden fährt und nicht wie in der Hauptverkehrszeit etwa alle 60 Minuten. Seiler sagt, andere würden gern mit dem Rad nach Hannover fahren, aber den Rückweg nicht allein im Dunkeln antreten, sondern mit jemandem gemeinsam unterwegs sein.

Das Angebot der Mitfahrerbank in Harkenbleck richtet sich nur an Erwachsene. Quelle: Andreas Zimmer

Auch die Mitfahrerbank in Harkenbleck könnte in die Überlegungen einbezogen werden. Sie wurde 2017 von der B.A.S. Verkehrstechnik Arnum an der Arnumer Straße/Im Häge aufgestellt. Wer darauf Platz nimmt, signalisiert Autofahrern, er möchte gern in den Nachbarort Arnum mitgenommen werden. An der B3 nahe des Klapperweges in Arnum steht ebenfalls eine Mitfahrerbank für die Rückfahrt. Seiler regt an, für die Mitfahrerbank konkrete Termine abzusprechen.

Auch weitere vorhandene Angebote könnten mit den neuen Ideen vernetzt werden. „Wir sind da ganz offen“, sagt Seiler. Wer Interesse hat, aber am 13. Februar verhindert ist, wird gebeten, sich per E-Mail an elisabeth.seiler@web.de zu melden.

Mobil sein: Harkenblecker suchen nach Lösungen

Der Harkenblecker Ratsherr Wolf Hatje (DUH) hatte sich bereits Mitte Januar in einer Ausschusssitzung in Hemmingen nach einem Kultur-Fahrdienst für Menschen erkundigt, die nicht mehr mobil sind – analog dem Einkaufsfahrdienst der Stadt Hemmingen für Senioren. Sonnabends fährt der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) im Auftrag der Stadt ins Einkaufszentrum Devese und zurück.

Fachbereichsleiterin Walburga Gerwing erläuterte, aus Versicherungsgründen wäre auch diese Leistung einzukaufen. Abgesehen davon bedeute ein solches Angebot einen hohen Verwaltungsaufwand. „Die Stadt ist für die Daseinsvorsorge verantwortlich – und das ist Einkaufen“, sagte sie. Jens Beismann (SPD) wies darauf hin, dass ein Markt feste Öffnungszeiten habe, die Zeiten von Kulturangeboten aber unterschiedlich sein könnten.

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Von Andreas Zimmer

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